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Deutsch-Ungarische Korrespondenz, Juni 1999:

Inhalt

Wirtschaftsstandort Ungarn
Ungarn und die Nato
Teufel für schnellen EU-Beitritt
Keltenkunst im Karpatenbecken
Lengyeltóti-Tage und Dielheimer Kerwe
DUG-Nachrichten
Termine/Veranstaltungen
Mitteilungen/Termine des Kulturinstituts
Service/Anschriften

 
Herausgeber:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Sitz Stuttgart.
Geschäftsstelle:
Hauptstraße (Rathaus)
70839 Gerlingen
Telefon: 07156/205-325
Fax: 07156/205-345
Verantw. Redaktion: Jürgen Rahmig

2. Jahrgang/ 2. Ausgabe 1999/ Nr. 3



Führungswechsel bei der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft

Führungswechsel bei der DUG. Zum neuen DUG-Vorsitzenden gewählt wurde auf der Mitgliederversammlung am 15. März 1999, dem ungarischen Nationalfeiertag, in den Räumen des Kulturinstituts der Republik Ungarn in Stuttgart der Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg, Dr. Christian O. Steger. Er löste die seit 1993 amtierende Vorsitzende Stephanie I. Morvay ab, die sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatte. Gleichzeitig wurde die ehrenamtliche Arbeit durch Erweiterung des Vorstands auf mehr Schultern verteilt. Neuer stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister ist der Gerlinger Stadtrat Thomas Bleicher. Neues Vorstandsmitglied und als solches vor allem für Kulturarbeit zuständig ist Erika Hambel aus Aidlingen. Zum Schriftführer mit dem Schwerpunkt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde der Journalist Jürgen Rahmig (Engstingen) gewählt. Albrecht Sellner, Bürgermeister der Stadt Gerlingen, der sich außerordentlich um die Entwicklung von Patenschaft und Freundschaft zu Ungarn verdient gemacht hat, wird im Vorstand eine beratende Funktion einnehmen.

Zu den wichtigsten Neuerungen innerhalb der 1984 gegründeten Deutsch-Ungarischen Gesellschaft gehörte 1998 die Gründung eines eigenen Verlages der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart, der Anfang dieses Jahres rechtzeitig zum 10. Jahrestag der Öffnung des Eisernen Vorhangs durch die Ungarn das erste Buch herausgegeben hat. Das Buch kann über die Geschäftsstelle bezogen werden.Vor wenigen Tagen folgte ein kleiner Petöfi-Gedichtband. Das Finnisch-Ugrische Seminar der Universität Göttingen als unser Mitglied hatte sich mit der Bitte um Unterstützung an uns gewandt. Interne Schwierigkeiten im Seminar hatten die Arbeit jedoch erheblich verzögert, so daß der Vorstand beschlossen hatte, einen kleineren Gedichtband erscheinen zu lassen, der 61 Gedichte Petöfis in exzellenter Übersetzung enthält. Mit beiden Büchern will die DUG im Herbst auf der Frankfurter Buchmesse (Schwerpunktthema Ungarn) und bei den Stuttgarter Buchwochen vertreten sein.

Die "DUG-Korrespondenz" wird künftig in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart erscheinen und auch über Termine und Veranstaltungen des Instituts informieren. Stephanie I. Morvay und die neue Leiterin des Kulturinstituts, Vera Szolnoki, waren sich darin einig, die künftige Zusammenarbeit zu intensivieren und Kräfte zu bündeln. Hilfe bei Vorhaben in Ungarn verspricht sich die DUG von der Kooperation mit dem renommierten "Humboldt-Verein Ungarn" in Budapest. Die DUG und der Humboldt-Verein haben sich gegenseitig als korrespondierende Mitglieder aufgenommen.

Zahlreich waren die Veranstaltungen, die die DUG im vergangenen Jahr organisierte oder förderte. Herausragend im kulturellen Bereich die Konzertabende mit dem jungen, äußerst begabten Pianisten Ernö Fehér in Gerlingen, sowie mit der Budapester Violin-Solistin Bettina Klotz in Stuttgart. Eine Konzertreise mit beiden Künstlern ist für Juni 1999 und den November 1999 geplant.

Die Ausstellung mit Bildern des Malers János Göncz, die ursprünglich 1998 gezeigt werden sollte, ist Mitte März diesen Jahres unter Federführung von Frau Hambel in Aidlingen zustande gekommen. Dafür gibt es einen aus Sicht des Künstlers angenehmen Grund: Der Verkauf seiner Bilder hatte sich so gut gestaltet, daß für eine Ausstellung im vergangenen Jahr nichts mehr da war.

Seit 1995 vergeben wir einen Umweltpreis an ungarische Schüler, - so auch im vergangenen Jahr. Die Aufgaben wurden von der Zeitschrift "Termeszét" ausgearbeitet. DUG-Mitglied Professor Deszö Varju hat sich bereiterklärt, die Arbeiten zu prüfen.

Zahlreich waren die Hilfsaktionen, Beihilfen und Unterstützungsleistungen der DUG im Jahr 1998. Das Wildermuth-Gymnasium in Tübingen haben wir finanziell unterstützt, um die Kosten für seine Ungarn-Reisen zu senken. Drei Hilfstransporte mit einem Gewicht von jeweils 3,5 Tonnen sind von der DUG auf die Reise nach Ungarn geschickt worden: Zwei Transporte waren je zur Hälfte für das Altenzentrum in Nadasch und für Máriakemend bestimmt. Der dritte Transport erreichte das Komitatskrankenhaus Baranya in Pécs. Für dieses Krankenhaus wird noch immer gesammelt. Dabei konnte eine ungarische Firma als Mitglied der DUG geworben werden, die 4 000 Mark an das Krankenhaus spendete. Im Rahmen der individuellen Unterstützung konnte einer jungen ungarischen Juristin, Beata Horvath, ein Praktikum in Deutschland ermöglicht werden. Sie arbeitete jeweils drei Wochen bei Mitglied Dr. Trinkl, bei der Stadt Gerlingen und beim Gemeindetag Baden-Württemberg.

Die Jahresreise nach Ungarn mußte 1998 aufgrund des geringen Interesses leider storniert werden. Wir haben beschlossen, in diesem Jahr keine Reise anzubieten. Allerdings wurde in der Aussprache auf der Mitgliederversammlung deutlich, daß bei den Mitgliedern durchaus der Wunsch nach Unternehmungen besteht. Es wurde vorgeschlagen, beispielsweise eine Fahrt zur Buchmesse nach Frankfurt zu organisieren.

Zum Abschluß der Versammlung dankte der neue erste Vorsitzende, Dr. Steger, im Namen der DUG der scheidenden Vorsitzenden Stephanie I. Morvay für ihre vorbildliche und unermüdliche Arbeit für die DUG. Auch das Ungarische Konsulat dankte im Namen des Generalkonsuls Dr. Tamás Freund für die gute Zusammenarbeit. Es schloß sich ein von der DUG und dem Ungarischen Kulturinstitut mit Unterstützung der Landesbank Baden-Württemberg gegebener Empfang an.

Satzungsänderung:

Auf der Mitgliederversammlung wurde folgende Satzungsänderung betreffend der Beschlußfassung der Mitgliederversammlung (Paragraph 11, Absatz 3) beschlossen: Die Mitgliederversammlung ist beschlußfähig, wenn mindestens ein Zehntel sämtlicher Vereinsmitglieder anwesend ist. Steht eine Satzungsänderung oder die Auflösung des Vereins auf der Tagesordnung, so ist insoweit Beschlußfähigkeit nur gegeben wenn mindestens ein Viertel sämtlicher Vereinsmitglieder anwesend ist.

Die Änderungen im Paragraphen 11, Absatz 3, sind fett unterlegt. Statt bisher einem Viertel ist nun nur noch ein Zehntel der Mitglieder notwendig, um eine Mitgliederversammlung beschlußfähig zu machen. Dafür ist der Satz ergänzt worden, in dem festgehalten wird, daß über Satzungsänderungen oder die Auflösung des Vereins nur dann Beschlüsse gefaßt werden können, wenn ein Viertel aller Mitglieder anwesend ist.

 

 

Zu den aktuellen Themen:

 

Ungarn aus deutscher Sicht

Während Anfang der 90er Jahre klassische Themen wie Lohnkostenvorteile, verlängerte Werkbank oder Einstieg in lokale Märkte Mittelständler nach Ungarn lockten, sind die Motivationen vielschichtiger geworden. Dr. Siegfried Jaschinski, Vorstandsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg, sieht Ungarn zunehmend als Drehscheibe für Investitionen in angrenzenden Ländern, insbesondere Rumänien, "da hier historische Beziehungen bestehen und genutzt werden können". Als weitere Stichworte nannte er in seinem Vortrag im Rahmen der DUG-Mitgliederversammlung das Know-how der Ungarn, insbesondere in technischen Berufen, und Ungarn als Standort in einem globalen Produktionsverbund.

"Ungarn ist mittlerweile nicht mehr ausschließlich die verlängerte Werkbank unserer heimischen Industrie - obwohl sehr viele baden-württembergische Firmen erfolgreich in Ungarn produzieren und produzieren lassen -, sondern ein Platz mit eigener Dynamik, der es schafft, seine Waren und Dienstleistungen mit dem erforderlichen Level auf allen Weltmärkten abzusetzen." Das sei vorzugweise Deutschland - und hier wieder im besonderen in Baden-Württemberg.

Deutschland ist laut Jaschinski mit etwa einem Drittel Anteil am Ex- und Import Ungarns dessen wichtigster Wirtschaftspartner. Der deutsche Export nach Ungarn sei von 1993 bis 1997 um 125 Prozent gewachsen. Weitere Rekordsteigerungen kündigten sich an. Aus baden-württembergischer Sicht stelle sich diese wirtschaftliche Liaison noch enger dar: "So entfallen seit Jahren über 20 Prozent aller deutschen Exporte nach Ungarn auf baden-württembergische Lieferanten (Elektronik, Maschinenbau, Straßenfahrzeuge und Textilerzeugnisse). Während 1993 rund 18,3 Prozent aller deutschen Lieferungen nach Ungarn aus Baden-Württemberg stammten, waren dies im ersten Halbjahr 1998 über 29 Prozent." Erfreulich nannte es der Spitzenbanker, daß der baden-württembergische-ungarische Wirtschafts- und Warenverkehr in den letzten Jahren auch weit höhere Zuwachsraten als der ohnehin boomende deutsch-ungarische Wirtschafts- und Warenverkehr erreichen konnte.

"Wir haben uns in den letzten beiden Jahren in Stuttgart bemüht, die baden-württembergische-ungarische Zusammenarbeit durch mehrere Informationsveranstaltungen vor über 200 deutschen Firmenvertretern zu fördern, zu denen jeweils hochrangige Vertreter der ungarischen Regierung wie zum Beispiel Wirtschaftsminister und der Finanzminister angereist waren." Beim jüngsten Wirtschaftstag Ungarn am 3. März in Stuttgart waren neben Regierungsmitgliedern aus Ungarn erneut über 130 Firmen aus dem Land vertreten.

Erhebliches Wachstumspotential sieht er im Bereich des Umweltschutzes, welcher im Rahmen des EU-Beitritts für das Land von zentraler Bedeutung geworden sei. Jaschinsky warb um Investitionen in Ungarn. Vorteile seien die stabilen politischen Verhältnisse und die wirtschaftliche Entwicklung. jr

 

Ungarn mit der größten Nato-Erfahrung

Große Akzeptanz in der Bevölkerung - Schon seit Jahren Drehscheibe für Ifor/Sfor-Truppen

Von Jürgen Rahmig

 

Das strategische Ziel der ungarischen Außenpolitik ist die Eingliederung des Landes in die euro-atlantische Gemeinschaft der demokratischen Länder. Mit dem Beitritt zur Nato hat Budapest das - neben dem EU-Beitritt - wichtigste außenpolitische Ziel erreicht. An diesen Zielen gab es nach der Wende nie einen Zweifel. Im Programm der an die Macht gelangten Regierungen nach den ersten und freien demokratischen Wahlen 1990 genoß die euro-atlantische Integration Ungarns und innerhalb dieser der Nato-Beitritt oberste Priorität.

Seit 1990 gab es keine ernstzunehmende politische Kraft, die sich nicht voll und ganz für diese Bestrebung eingesetzt hätte. Damit finden sich die Parteien im Einklang mit dem Willen der Bevölkerung. Auf die Frage: "Stimmen Sie zu, daß die Republik Ungarn die Sicherheit des Landes durch den Nato-Beitritt gewährleistet?" antworteten 85 Prozent der Ungarn, die sich an dem Referendum Ende 1997 beteiligten, mit Ja.

Warum aber strebten die Ungarn nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes überhaupt so vehement in die Nato? Ohne Zweifel gibt es in Ungarn nach wie vor Ängste - vor Rußland, das sich mit der Niederschlagung der Revolution von 1848 wie mit der Niederschlagung des Volksaufstandes von 1956 verbindet. Aber auch allgemein die Befürchtung, wieder einmal zum Spielball anderer zu werden. Gerade der Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft in Bosnien-Herzegowina und nun der Konflikt im Kosovo machen deutlich, daß der Wunsch nach einem Nato-Beitritt seine Berechtigung hatte.

Ganz ohne Zweifel ist die Nato, deren Existenz als friedenschaffende und -erhaltende Verteidigungsorganisation eine Erfolgsstory ist, von enormer Anziehungskraft auf die Reformstaaten in Südost- und Mitteleuropa. Die Politiker in Ungarn versprechen sich von der Mitgliedschaft eine stabilisierende Wirkung auf das Land und seine Demokratie. Ein Nato-Beitritt Ungarns könnte auch beruhigend auf die Nachbarstaaten, zum Beispiel die Slowakei und Rumänien wirken, in denen starke ungarische Minderheiten leben und in denen immer wieder in den vergangenen Jahren Befürchtungen geäußert wurden, Budapest könnte revisionistische Bestrebungen haben.

Im Verhältnis zur Ukraine, zu Kroatien oder Slowenien gibt es fast keine Probleme. Im Gegenteil: Ungarn und Slowenien bauen zusammen mit Italien eine gemeinsame Brigade auf. Lediglich zu Jugoslawien besteht ein eher gespanntes Verhältnis, vor allem wegen der ungarischen Minderheit in der Vojvodina. Zuletzt hat Budapest für die Vojvodina eine Autonomie im Sinne der Forderungen der internationalen Kontaktgruppe für das Kosovo gefordert.

Ungarn ist um Entspannung in der Region bemüht. Daher auch der Wunsch der Ungarn, in einer zweiten Erweiterungsrunde Rumänien, Slowenien und die Slowakei mit aufzunehmen.

Seit 1990 hatten sich zwischen Nato und Budapest vielfältige, immer intensivere Kontakte entwickelt, unter anderem durch die Teilnahme am Programm "Partnerschaft für den Frieden" und im Nordatlantischen Kooperationsrat (NACC).

Ziel der im Zuge des Nato-Beitritts notwendigen Reform der ungarischen Streitkräfte ist es, eine moderne Armee zu schaffen. Ungarn will und kann seinen Teil der Bündnislasten tragen, was allerdings zunächst einmal viel Geld kosten wird. Im Unterschied zu früheren Schätzungen wird die Nato-Erweiterung den neuen Bündnismitgliedern aber keine unerträglichen Lasten aufbürden. Der jüngsten Nato-Studie zufolge werden die Erweiterungskosten von den gegenwärtigen Mitgliedern nicht mehr als 1,5 Milliarden Dollar erfordern, die Ausgaben der neuen Mitglieder werden etwa 3,5 Milliarden Dollar betragen. Langfristig wird sich der Nato-Beitritt finanziell eher entlastend auswirken, denn die Aufwendungen werden niedriger sein als im Falle einer bewaffneten Neutralität.

Die Ungarn arbeiten schon seit Anfang der 90er Jahre eng mit der Nato zusammen. Für die Ifor/Sfor-Mision in Ex-Jugoslawien stellten sie ab 1992 den Luftraum für die Awacs-Maschinen der Nato zur Verfügung. In Ungarn sind seit Jahren Einheiten der Ifor/Sfor-Truppen stationiert. Ungarn ist eine logistische Drehscheibe für die Nato geworden. Sie nutzt bereits militärische Anlagen der ungarischen Honved-Armee unter anderem in Taszar, Kaposvar, Pécs und Táborfalva. Davon abgesehen beteiligt sich Ungarn mit einer Pioniereinheit, die nach Ansicht der Soldaten der anderen beteiligten Nationen hevorragendes leistet, direkt an den Aktionen in Bosnien. Von allen drei Neumitgliedern der Nato - Polen, Tschechien und Ungarn - waren die Magyaren schon vorher am weitesten mit der Nato verzahnt. Kaum allerdings hätten die Ungarn es sich träumen lassen, daß sie sich nur wenige Wochen nach der offiziellen Aufnahme in die Nato schon in einem militärischen Konflikt mit einem Nachbarstaat - Jugoslawien - befinden würden.

 

Englischkurs für die Soldaten

Westliche Flugzeughersteller im Kampf um lukrative Aufträge

Von Jürgen Rahmig

 

Mit dem Nato-Beitritt Ungarns beginnt ein Prozeß, der die Ungarn in den nächsten Jahren erhebliche Anstrengungen kosten wird. Ungarn hat seit 1990 schon erhebliches geleistet, um die Interoperabilität mit der Nato herzustellen. Doch bis die gesamte Armee Nato-Standard entspricht, bis die in der Nato üblichen und zweckmäßigen Verfahrensweisen, bis die technische Kommunikationsfähigkeit vollständig hergestellt ist, werden noch Jahre vergehen.

Wichtiger als die Umrüstung und der Kauf von Panzern oder Flugzeugen ist allerdings das fast vollständige Umkrempeln der organisatorischen Struktur und der militärischen und verwaltungstechnischen Abläufe sowie des Ausbildungssystems der Streitkräfte. Von geradezu elementarer Bedeutung ist es, daß sich das neue Nato-Mitglied mit seinen Partnern verständigen kann. Zunächst die Offiziere, danach Unteroffiziere und bedingt auch die Mannschaften sollten Englisch lernen. Ungarn ist hier bereits auf dem besten Weg und anders als bei etlichen anderen beteiligten Staaten war Ungarn bereits in der Lage, im Rahmen des Ifor- und Sfor-Einsatzes Offiziere mitzuschicken, die über gute Sprachkenntnisse verfügten.

Bei all diesen Aufgaben darf auch nicht vergessen werden, daß das neue Nato-Mitglied ebenso wie die Polen und Tschechen einige Umstellungen in den Laufbahnen der Soldaten und im Laufbahnprofil vornehmen muß. So gibt es, wie im früheren Warschauer Pakt allgemein, in Ungarn mehr höhere Offiziersränge als in der Nato, aber ein entsprechend unterentwickeltes Unteroffizierskorps.

Auch in Ungarn wird künftig zwischen den beiden Kategorien der Hauptverteidigungskräfte und der Krisenreaktionskräfte unterschieden. Die Ungarn müssen Kräfte aufbauen und bereitstellen, die Nato-Truppen organisatorisch und logistisch unterstützen können. Die erste Phase der Anpassung hat Budapest 1997 abgeschlossen, die zweite Phase soll 2003 beendet sein.

Was die militärische Ausrüstung betrifft, stehen zunächst einmal die Luftüberwachung und die Raketenabwehr im Vordergrund. Hier sind größere Anschaffungen notwendig. Mittelfristig muß das Land sicherlich auch neue Kampfflugzeuge einkaufen. Während die MiG-29-Jäger umgerüstet werden, müssen in den nächsten Jahren die veralteten MiG-21 und MiG-23 ersetzt werden. Die westliche Rüstungsindustrie, insbesondere die Flugzeughersteller sind bereits in den Kampf um die künftigen Aufträge getreten. Das betrifft vor allem die US-Industrie, die sich hier allergrößte Hoffnungen macht. Die Ungarn sind geneigt, sich mit einer solchen Anschaffung finanziell zu übernehmen. Noch ist allerdings nichts entschieden, und einige westliche Politiker, darunter der damalige deutsche Verteidigungsminister Volker Rühe, haben den Ungarn den Rücken gestärkt, indem sie sagten, die Stabilitäts- und Wertegemeinschaft der Nato sei auch mit alten Panzern und Flugzeugen möglich, wie sie schließlich auch einige der heutigen Nato-Mitglieder besäßen. Panzer hat Ungarn im übrigen übergenug, nur müssen die Panzer vom Typ T-72 wie das meiste Kriegsgerät so umgerüstet werden, daß vor allem die Verständigung innerhalb der Nato-Truppen gewährleistet ist. Bei der MiG-Umrüstung hat die deutsche Dasa die Nase vorn.

Ganz unabhängig vom Nato-Beitritt, aber ebenso wichtig ist es, den Soldaten ein entsprechendes Umfeld zu schaffen, das Ansehen des Soldaten in der Gesellschaft wieder zu heben und abgehenden Soldaten entsprechende Übergangsmöglichkeiten in einen Zivilberuf zu ermöglichen. Die Akzeptanz in der Gesellschaft haben soll auch das Programm der "Offenen Garnisonen". Der Soldat soll zum Bürger in Uniform werden , die Kasernen nicht mehr abgekapselte Bereiche innerhalb der Ortschaften und Städte sein.

Maßgeblich an der Reform der ungarischen Streitkräfte beteiligt sind die Deutschen, die Amerikaner und Briten. Eine ganze Anzahl von ungarischen Offizieren hat inzwischen an Lehr- und Ausbildungsgängen der Bundeswehr teilgenommen. Auch in Zukunft wird Deutschland im Rahmen seiner finanziellen und personellen Möglichkeiten Ungarn unterstützen. Kurz nach der Jahrtausendwende wird die Honved-Armee, die nach 1990 um fast die Hälfte auf 52 000 Mann reduziert worden ist, auf eine Freiwilligenarmee im Umfang von 40 000 Soldaten verkleinert. Noch in diesem Jahr werden die ersten ungarischen Offiziere ihre Arbeit in der Nato aufnehmen, überwiegend im Befehlsbereich Europa-Süd.

 

Bildungsminister in Budapest

Bundesbildungsministerin Edelgart Bulmahn (SPD) wird am 24. Juni zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch nach Ungarn reisen, um dort unter anderem die Tagung der europäischen Bildungsminister als Gastgeberin zu eröffnen. Zur Konferenz "Das europäische Haus der Bildung: Bildung und Wirtschaft - eine neue Partnerschaft" lädt Deutschland als amtierender EU-Ratspräsident nach Budapest ein. nz

 

Heinek gewählt

Einen neuen Vorsitzenden hat die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Nach der Ernennung der gewählten Vertreter der 53köpfigen Selbstverwaltung im Kuppelsaal des Parlaments in Budapest durch den Staatspräsidenten Árpád Göncz ist erwartungsgemäß der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Minderheitenamtes, Otto Heinek (39), zum Vorsitzenden gewählt worden. Künftig wird dieses Amt hauptamtlich geführt. Als wichtigstes Vorhaben der nächsten vier Jahre bezeichnete es Heinek, Unterricht und Schulwesen zu stabilisieren und weiter zu entwickeln. Doch auch die Kulturarbeit sei enorm wichtig. Stellvertretende Vorsitzende sind Dr. Gábor Frank aus Pécs (für das Unterrichtswesen zuständig), Dr. Elisabeth Knáb aus Baja (Internationale Beziehungen), Dr. Michael Józan-Jilling aus Szekszárd (Soziales), Franz Erdei aus Mór (Bildung) und Wendelin Albert aus Veszprém (Vorsitzender des Aufsichtsrates). nz/npl

 

Im Ungarnfieber

Deutschland im Ungarnfieber. Noch bevor im Oktober Ungarn die Chance haben wird, auf der Frankfurter Buchmesse seine Literaten der Weltöffentlichkeit ins Bücherregal zu empfehlen, soll ab Mai Budapest in der Partnerstadt Berlin im Rahmen der Veranstaltungsreihe "grenzenlos" seine Kultur präsentieren. Auf dem Programm der Berliner Veranstaltung stehen Theateraufführungen, Lesungen, die Reihe "Ungarischer Film" im September, musikalische Darbietungen. Vor allem aber soll jungen ungarischen Künstlern eine öffentliche Plattform gewährt werden. Beteiligt sein werden das Haus Ungarn, das György Dalos leitet, die Berliner Akademie der Künste unter ihrem Präsidenten György Konrád und die Creme der zeitgenössischen Literaten von Esterházy bis Nádas. npl

 

Mit den Ohren sehen und den Beinen hören

Wußten Sie, daß auch Tiere Landkarten zur besseren Orientierung benutzen oder sich von Artgenossen den Weg erklären lassen? Das Spektrum der tierischen Sinnes- und Orientierungsformen ist ebenso breit wie ungewöhnlich. Wie Tiere sich in ihrer Welt zurechtfinden, welche ebenso überraschenden wie raffinierten Techniken sie dabei anwenden, ist Thema des Buches "Mit den Ohren sehen und den Beinen hören - die spektakulären Sinne der Tiere" von DUG-Mitglied Prof. Dr. Deszö Varju. Der Autor ist Physiker und Biologe. Als junger Wissenschaftler war er an Max-Planck-Instituten in Göttingen und Tübingen sowie am California Institute of Technology tätig. Von 1968 bis zu seiner Emeritierung im Herbst 1997 hatte er den Lehrstuhl für Biokybernetik an der Universität Tübingen inne.

Varju interessiert sich vor allem für die Biophysik des Sehens sowie die neuronalen Grundlagen des Orientierungsverhaltens von Insekten und zählt auf diesem Gebiet zu den führenden Experten. Das rund 290 Seiten umfassende, bebilderte Buch ist 1998 im C.H.Beck Verlag erschienen und kostet 44 Mark. jr

 

Denkmalschützer unter sich

Die Landesdenkmalämter Ungarns und Baden-Württembergs pflegen seit einigen Jahren einen fachlichen Austausch. In Baden-Württemberg gibt es zwischen 80 000 und 90 000 Kulturdenkmäler, in Ungarn beläuft sich ihre Zahl auf etwas über 10 000, was im Vergleich zu Baden-Württemberg wenig sei, sagte der Leiter des Referats des Landesdenkmalsamtes in Stuttgart, Dr. Volker Osteneck, zum Abschluß einer mehrtägigen Studienreise von Denkmalschützern durch Ungarn.

Während es in den bilateralen Treffen vorwiegend um Restaurierung ging, sollen nun Fragen der Denkmalerfassung, Bewertung und Dokumentation stärker im Mittelpunkt stehen. Die Tätigkeit der ungarischen Fachleute wird als sehr gut eingestuft, so Osteneck. Von Interesse für die deutschen Fachleute war unter anderem die Arbeit der Restaurierungswerkstätte in Budapest, in der eine große Anzahl von Architekten damit beschäftigt ist, Vorschläge zur Restaurierung und Sanierung von Denkmälern auszuarbeiten. Eine solche, von der öffentlichen Hand geförderte Einrichtung, in der verschiedene Fachleute zusammenarbeiten, fehle bisher in Deutschland. nz

 

Blühender Handel mit EU

Die dynamischste Entwicklung im Warenaustausch mit der Europäischen Union von allen potentiellen EU-Beitrittskandidaten hatte im vergangenen Jahr Ungarn. Nach Angaben des Statistischen Amtes der EU (Eurostat) steigerten die EU-Staaten ihre Ausfuhr nach Ungarn in den ersten drei Quartalen 1998 um 26 Prozent auf knapp 14 Milliarden Euro. Der Export Ungarns in die EU-Staten stieg um 25 Prozent auf fast zwölf Milliarden Euro an. npl

 

EU muß Hausaufgaben machen

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber betonte bei seinem Besuch in Budapest im Februar 1999, der Freitstaat habe allein schon aus wirtschaftlichen Gründen - rund ein Drittel des deutsch-ungarischen Warenaustausches entfällt auf Bayern - ein Interesse an einer baldigen EU-Mitgliedschaft Ungarns. Stoiber sagte aber auch, daß "die EU selber erst Hausaufgaben zu erfüllen hat, um neue Kandidaten aufzunehmen, und dies wird sicherlich nicht vor 2002 sein".

In diesem Zusammenhang übermittelte Stoiber den Wunsch der DASA, Airbusse für die ungarische Fluglinie zu liefern. Weiteres Thema des Treffens mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán war die Grenzsicherung. Orbán verwies auf die Schwierigkeiten seines Landes mit der Länge seiner Grenzen. Stoiber wies nochmals darauf hin, wie wichtig für Deutschland als begehrtes Asylland sichere Grenzen seien. nz/npl

 

DUG-Nachrichten

 

"Irre Hektik" und ein hilfreiches neues Mitglied

Erst Spende der Firma Solvay Pharma Budapest ermöglichte DUG-Hilfslieferung nach Pécs

 

Die Hilfslieferung der DUG nach Pécs ist in Ungarn angekommen. In einem Schreiben an die DUG bestätigt der Verwaltungsdirektor des Komitatskrankenhauses Baranya in Pécs, Zoltán Horváth, die Ankunft der Hilfslieferung. Die Zollformalitäten, die Verteilung und Sortierung der Sachen sei beendet. Zoll und Transportkosten hat das Krankenhaus bezahlt. Im Namen aller Mitarbeiter des Krankenhauses, der Patienten und aller Pflegebedürftigen bedankt er sich bei der DUG und allen Spendern und Helfern. "Wir können die vielen Einmalsachen (OP-Draperien, Windeln, Handschuhe usw) sowie Fieberthermoether, Wanduhren, Lampen und viele andere neuen und gebrauchte Sachen sehr wohl gebrauchen und damit einen bedeutenden Teil von den Neuanschaffungen sparen."

Doch der Weg dahin war weit und kostete DUG-Mitglied Stephanie Morvay viel Zeit und Nerven. Eines der Hauptprobleme überhaupt ist die Transportkapazität für diese Materialmengen. Speditionen oder Anmietung von Lkw kommen aus finanziellen Gründen nicht in Frage. Am geschicktesten ist es nach wie vor, wenn von Ungarn aus die Transportkapazität zur Verfügung gestellt oder finanziert wird.

Ein anderes Problem bildet der Zoll mit seinen Formalitäten, die Hilfslieferungen nicht immer einfach machen. Die Ungarische Zollbehörde teilte Dr. Steger via Ungarisches Generalkonsulat mit, daß humanitäre Güter wie sie die DUG verschickt, nicht als lebensrettende Güter zu verstehen sind, die beispielsweise im Falle einer Naturkatastrophe, Seuche oder eines sonstigen außerordentlichen Ereignisses oder schnell verderbender Ware geliefert werden. Diesen würde in so einem Falle Vorrang bei der Zollabwicklung eingeräumt werden.

Endlich, am 12. Januar, kam ein Lkw (3,5 Tonner), um die diversen Garagen, in denen Frau Morvay die Hilfsgüter zwischenzeitlich eingelagert hatte, zu leeren. Zuvor war "irre Hektik" angesagt, wie Frau Morvay formulierte, weil unklar war, ob, und wann er dann kommt. Er kam schließlich gegen 13 Uhr. Zuerst einmal hat sie den Fahrer duschen und rasieren lassen. Danach bekam er ein Mittagessen, bevor es nach Pforzheim ging, wo in einer Lagerhalle fünf Europaletten mit Verbandsmaterial und Inkontinenzunterlagen bereitstanden. Dann Stopp an mehreren Häusern, um die Garagen zu leeren und am Ende noch zur Firma Bosch, um dort noch einen Schreibtisch und Telefone einzuladen (die Fuhre umfaßte schließlich allein 60 Telefonapparate).

Neben dem bereits genannten enthielt die Fuhre noch Berge von Bettwäsche und Handtüchern sowie Tee. "Es hätte keine Maus mehr reingepaßt", so Morvay. Der Laster war randvoll geladen. Das alles dauerte von 13 bis 18 Uhr. Schließlich hat Frau Morvay dem Fahrer noch ein Vesper gerichtet und Getränke für unterwegs mitgegeben. Schließlich leitete sie ihn auf die Autobahn. Damit war ein harter Arbeitstag im Dienste der DUG zu Ende - ganz zu schweigen von den Vorarbeiten.

Den Lkw konnte sich das Krankenhaus in Pécs übrigens nur deswegen leisten, weil Stephanie Morvay die Firma Solvay Pharma Kft. Budapest so lange anbettelte, bis diese eine Spende in Höhe von 500 000 Forint bereitstellte. Erst diese Spende ermöglichte es schließlich, daß der Lkw nach Deutschland starten konnte. Inzwischen - und das ist besonders schön - ist die Firma Solvay Pharma Kft. Budapest, die bereits Mitglied der Deutsch-Ungarischen Handelskammer ist, auch Mitglied der DUG geworden. jr

 

Material der Bundeswehr im Rahmen humanitärer Hilfe

Material im Rahmen der humanitären Hilfe der Bundesregierung für Ungarn überläßt die Bundeswehr der DUG zur Weiterleitung nach Ungarn. DUG-Mitglied Stephanie Morvay hat das unentgeltlich von der Bundeswehr zur Verfügung gestellte Sanitäts- und Liegenschaftsmaterial aus Bundeswehrbeständen aus den verschiedenen Depots abgeholt. Das Material - Verbandsmaterial, Inhalier- und Beatmungsgeräte, Infusionsständer, Wolldecken, Geräte-, Visitenwagen und anderes mehr mit einem Gesamtgewicht von über 1,4 Tonnen - eignet sich ideal als Hilfslieferung für das Komitatskrankenhaus Baranya in Pécs.

Schon seit längerem versuchte Frau Morvay, auch die Bundeswehr um solche Hilfen aus alten oder Restbeständen anzuzapfen. Das ist ihr nun offensichtlich gelungen. Ein toller Erfolg, der für die Zukunft hoffen läßt. dug

 

Stipendium vermittelt

Auf Vermittlung von Dr. Steger in seiner Eigenschaft als DUG-Vorsitzender und Vorstand der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg ist es gelungen, ganz kurzfristig für den ungarischen Jura-Studenten Gaspar Levente ein Stipendium und einen Platz an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Mannheim zu vermitteln. Das ganze geschieht im Rahmen der von der Deutsch-Ungarischen Gemischten Kommission getroffenen Vereinbarungen zwischen beiden Ländern..

Levente möchte sich vor allem mit dem deutschen und dem europäischen Privatversicherungsrecht beschäftigen. Das Seminar ist nach Angaben des Direktors des Instituts für Versicherungswissenschaft der Uni Mannheim, Professor Dr. Egon Lorenz, sehr an einem Vortrag Leventes über das ungarische Privatversicherungsrecht interessiert. dug

 

Computer für engagierte Schüler

Auf eine reine Privatinitiative geht die Ausschreibung eines Wettbewerbes "Nukleartechnik in Ungarn" am Szilady Aron-Gymnasium in Kiskunhalas im Süden von Ungarn zurück. Die Kusterdinger Eva und Detlev Otto, schon seit vielen Jahren aufs engste mit Ungarn verbunden, haben diesen Preis für die höheren Klassen mit Unterstützung der dortigen Schulleitung und Deutschlehrer ausgelobt. Die drei besten, von der Schule ausgewählten Arbeiten kamen laut Otto per Post nach Tübingen. Mit Hilfe des Tübinger DUG-Mitglieds Frau Kindtner sind die Texte übersetzt und bewertet worden. Siegerin wurde Agota Vajda (Klasse 11b), deren Arbeit sich nach Angaben von Detlev Otto durch die gründliche und umfassende, fachlich qualifizierte Bearbeitung des Themas auszeichnete. Ihre Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache ist Zeugnis für das hohe Niveau der Sprachausbildung an der Schule.

Die Preise wurden im Rahmen des Band-Stecken-Fests am 29. Januar 1999 in der Aula des Gymnasiums überreicht. Die drei besten Arbeiten wurden mit je einem betriebsfertigen Computer und Geldpreisen ausgezeichnet. Die Rektorin der Schule, Dr. Bognarne Nagy, überreichte Detlev Otto im Namen des Lehrerkollegiums und der Schüler ein großes Bild-Album der Schule, die Schulkrawatte mit Wappen und eine silberne Gedenk-Medaille des Gymnasiums. Neben den ausgelobten Preisen für den Wettbewerb hatten Otto und sein Sohn Attila nützliche Ausrüstung für den Physikunterricht, darunter drei elektronische Vielfachmeßgeräte und zwei Strahlenmeßgeräte mitgebracht. dug

 

Die Erinnerung bleibt

Im Hartmann Verlag Seresheim ist der Band "Die Erinnerung bleibt" - Donauschwäbische Literatur seit 1945, eine Anthologie (Band 1, A-D) erschienen. Herausgeber des Bandes ist Stefan Teppert. hv

 

Loblied auf Ungarns Entwicklung

Teufel spricht sich für das Jahr 2002 als konkretes EU-Beitrittsdatum Ungarns aus

Von Jürgen Rahmig

 

Konkrete Ziele zu nennen ist nach Ansicht von Baden-Würettembergs Ministerpräsident Erwin Teufel kein Fehler. Beim DailmerChrysler-Symposium "Ungarn in Europa" in der Stuttgarter Zentrale des Konzerns in Möhringen sprach er sich für das Jahr 2002 als konkretes Datum für den Beitritt Ungarns zur Europäischen Union aus. Ungarns Wirtschaftsminister Prof. Attila Chikán vernahm dies mit Genugtuung. Er hatte zuvor betont, sein Land wolle bis zum Jahr 2002 bereit sein für den angestrebten EU-Beitritt.

Die terminliche Zielsetzung beim Europäischen Binnenmarkt oder bei der Währungsunion habe sich bewährt, so Teufel. Er wünschte den Ungarn Mut, das Jahr 2002 als Ziel für den Beitritt anzugehen. Er verfolge Ungarns Entwicklung "mit heißem Herzen". Der Ministerpräsident bezeichnete es als "Katastrophe", das Beitrittsdatum womöglich noch um einige Jahre über das Jahr 2002 hinauszuschieben. Gerade die EU-Mitgliedschaft sei der Weg, die Probleme Ungarns beispielsweise in der Landwirtschaft zu lösen.

Nicht festlegen wollte sich in der Frage des Beitrittsdatums der EU-Generaldirektor und Leiter der Task force "Beitrittsverhandlungen" der EU-Kommission, Nikolaus van der Pas. Der Weg in die Union sei hart - "die Ungarn müssen noch viel tun", doch auch die EU müsse sich in den kommenden ein- bis eineinhalb Jahren eine neue Struktur geben. Die Verabschiedung der Agenda 2000 bezeichnete er als "wichtigen Schritt" und als Beweis dafür, daß die Osterweiterung der EU kein leeres Wort sei. Van der Pas sieht die wirtschaftliche Krise in Rußland wie auch den Krieg im Kosovo als klare Argumente für eine schnelle Erweiterung. Die Erweiterung nannte er eine Sache der politischen Priorität für Europa.

Van der Pas wie auch die anderen Redner sangen ein Loblied auf Ungarns Entwicklung und seine "beeindruckende Entschlossenheit" (Van der Pas), die Bedingungen für den Beitritt zu erfüllen: Ungarn sei Klassenbester, was die gesetzgeberische Umsetzung angehe. "Ungarn ist schon jetzt stärker in die Arbeitsteilung der EU integriert als Großbritannien, Schweden oder Griechenland", erläuterte Wirtschaftsstaatssekretär a.D. Prof. Otto Schlecht. "Visionen brauchen Fahrpläne", eine Hinhaltetaktik der EU gegenüber den beitrittswilligen Kandidaten ist seiner Ansicht nach der falsche Weg. Er sprach sich für das Beitrittsdatum 2003 aus, aber wenn es schon ein Jahr früher sein sollte, sei es ihm nur recht.

Dr. Otto von Habsburg, Mitglied des Europaparlaments und stellvertretender Vorsitzender des gemischten Parlamentarischen Aussschusses Ungarn-EU und bekannt für seine griffigen Formulierungen, verwies auf das Beispiel Portugals, das zum Zeitpunkt seines EU-Beitritts viele Kriterien nicht erfüllte, dennoch sei der Beitritt gut und richtig gewesen.

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring wartete mit einem Feuerwerk an beeindruckenden wirtschaftlichen Daten für die expandierende ungarisch-deutsche und -baden-württembergische Zusammenarbeit auf. Das alles überzeuge ihn darin, daß "Ungarn sehr wohl in der Lage sein wird, mittelfristig dem Wettbewerbsdruck und den Marktkräften der EU erfolgreich standzuhalten". Ungarn sei auf gutem Wege in Richtung Europäische Union.

Im Foyer vor dem Auditorium, in dem das Symposium stattfand, war die Ausstellung "Ungarn in Europa" der DUG zu sehen; außerdem lag als Kurz-Information zur Ausstellung ein Faltblatt auf, das mit Unterstützung der Daimler-Chrysler AG gedruckt worden war. Die DUG-Ausstellung war die angemessene Umrahmung für das Symposium, an dem rund zweihundert Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft aus beiden Ländern teilgenommen haben.

 

Lenglyeltóti-Tage und Dielheimer Kerwe

Hilfe beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung - Gelebte Partnerschaft

Schon im Jahr 1993 traf der Rhein-Neckar-Kreis die ersten Vorbereitungen für eine Zusammenarbeit mit dem ungarischen Komitat Somogy (südlich des Balaton). Eine offizielle Delegation unter der Leitung von Landrat Dr. Jürgen Schütz reiste im August 1993 in die Komitatshauptstadt Kaposvár, der Gegenbesuch im Rhein-Neckar-Kreis folgte im Juni 1994. Bei dieser Gelegenheit wurde die offizielle Vereinbarung über die Zusammenarbeit unterzeichnet. Inzwischen haben sich die Beziehungen von anfangs formellen Besuchen zu freundschaftlichen Begegnungen auf vielen Ebenen - besonders in den Bereichen Jugendarbeit, Kunst und Kultur - entwickelt. So gastierten im September 1998 die "Junge Philharmonie Rhein-Neckar" und im März 1999 die "Jazz-Big-Band Rhein Neckar" im Komitat Somogy. Landrat Schütz besuchte vor kurzem den neu gewählten Präsidenten in Kaposvár, um mit ihm die Aktivitäten der nächsten Jahre abzustimmen.

Einige Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis folgten dem Beispiel der Kreisverwaltung, so auch die Gemeinde Dielheim, die seit September 1995 mit Lengyeltóti im Komitat Somogy verbunden ist. Nach St. Nicolas-de-Port in Frankreich ist dies die zweite Partnerschaft, die Dielheim eingegangen ist. Der Gemeinde "Hilfe zur Selbsthilfe" beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung zu geben, war einer der Gründe für den Abschluß der Vereinbarung. Ein weiterer wichtiger Punkt war auch die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen.

Ganz im Sinne dieser Vereinbarung haben auch hier in der Zwischenzeit viele freundschaftliche Begegnungen stattgefunden. Mindestens einmal jährlich besucht eine Delegation aus Lengyeltóti die deutsche Partnergemeinde. Als beliebtester Termin hat sich mit der Zeit das letzte Septemberwochenende erwiesen, an dem in Dielheim die traditionelle Straßen- und Weinkerwe gefeiert wird. Seit drei Jahren beteiligen sich die ungarischen Freunde auch aktiv an diesem Dorffest, indem sie in einem eigenen Zelt - bei ungarischer Musik - den Besuchern Spezialitäten ihrer Heimat anbieten. Mit von der Partie ist dann meistens auch eine jugendliche Volkstanzgruppe, die am Kerwe-Umzug mitwirkt.

In Dielheim hat es sich herumgesprochen, daß die Partnerstadt bestens geeignet ist als Ziel für Vereinsausflüge. Vorreiter war der Männergesangverein des Ortsteils Balzfeld im Frühjahr 1996. Die Begegnung mit dem "Tavasz Korus" führte schon bald zu dessen Gegenbesuch in Dielheim; in dieses Treffen war auch eine Delegation aus der französischen Partnerstadt integriert.

Weitere Vereine folgten und erlebten frohe und gesellige Tage, bestens organisiert von Bürgermeister Lajos Papszt und seiner "Mannschaft" in Lengyeltóti. Und immer wieder gerne fahren auch Dielheimer Jugendliche nach Lengyeltóti - seien es Ministranten, Handballer oder Schüler: sie genießen die Nähe zum Balaton, der gerade an seinem Südufer ideal zum Baden ist.

Die nächsten Reisenden Richtung Lengyeltóti werden im Mai die "Alten Herren" der Sportgemeinschaft Horrenberg sein. Ihnen folgen in den Sommerferien die Ministranten der katholischen Pfarrgemeinde Dielheim und eine Abordnung der Handballabteilung des Turnvereins. Zu den jährlich am ersten Wochenende im Juli stattfindenden "Lengyeltóti-Tagen" fährt auch in diesem Jahr wieder eine Dielheimer Delegation, begleitet von Bürgermeister Bruno Gärtner.

Und natürlich wird ein Treffen in Dielheim stattfinden: Ende September zur "Kerwe".

Gedanken macht man sich auf beiden Seiten schon heute darüber, wie man das erste Jubiläum - die Partnerschaft besteht im nächsten Jahr fünf Jahre, gebührend feiern wird. Geplant ist außerdem, daß Dielheim bei den offiziellen ungarischen Feiertagen am 15. März und am 23. Oktober 2000 vertreten sein wird. die

 

Ungarische Schätze im Keltenmuseum

Sonderausstellung in Hochdorf/Enz - Kunst im Karpatenbecken im 1. Jahrtausend vor Christus

Von Jürgen Rahmig

Das Karpatenbecken war bis zur Landnahme der Ungarn Ende des 9. Jahrhunderts eine Durchgangsstraße für Völker und Stämme, darunter Awaren, Hunnen, Gepiden, Langobarden, Goten. Lange Zeit herrschten in einem Teil dieses Großraumes auch die Römer. Doch auch sie betraten kein jungfräuliches Gelände. Viele ihrer Siedlungen und Städte basierten auf Siedlungen der Kelten, die das Karpatenbecken im ersten Jahrtausend vor Christus bewohnten. Ihre Hinterlassenschaft ist reichhaltig. Das Keltenmuseum in Hochdorf/Enz, das sich seit seiner Eröffnung im Jahr 1991 zu einem Kleinod unter den frühgeschichtlichen Museen entwickelt hat, zeigt in einer Sonderausstellung teilweise einmalige Funde aus dieser längst vergangenen Zeit.

Zu sehen ist eine Auswahl aus repräsentativen Funden, darunter wundervolle Exponate wie die in einer gepanzerten Vitrine ausgestellte Objekte aus 24karätigem Gold, aus Silber und Elektron, einer Mischung aus Gold und Silber, aus den Schatzfunden des Hügelgrabes von Tápioszentmarton, aus Pusztahatvan oder Budapest-Angyalföld. Die "Schätze aus der Keltenzeit in Ungarn" sind in dieser Zusammenstellung noch nie gezeigt worden. Kunstvolle Fibeln (im Prinzip Sicherheitsnadeln), doppelspiralige Armbänder, ein goldener Hirsch aus Elektron, ein Rad-Amulett, aber auch Waffen und Gebrauchdgegenstände von damals. Auf dem Gebiet des heutigen Ungarn ereichte die Bronzeindustrie ihren Höhepunkt im 10. Jahrhundert v. Chr., zur gleichen Zeit wie die Verbreitung des Eisens als neuer Werkstoff begann. Vom 8. bis 5. Jahrhundert v. Chr. an wurde Westungarn von den Stämmen der Hallstattkultur, östlich der Donau vom Steppenvolk der Skythen besetzt. Vom 5. Jahrhundert v. Chr. an eroberten die Kelten vom Westen her schließlich das gesamte Karpatenbecken. Die letzten zwei Jahrhunderte, so der Leiter des Hochdorfer Museums, Dr. Tiberius Bader, "sind in Ungarn und im Karpatenbecken durch die Entstehung der befestigten Siedlungen, Burgen und Städte, den sogenannten Oppida, gekennzeichnet.". Das Erscheinen dieser Städte in Ungarn entspreche etwa dem Entwicklungsprozeß in Süddeutschland.

Es muß nicht aus Gold sein, um Bewunderung hervorzurufen. Ein besonders schönes Objekt ist eine gläserne, nur vier Zentimeter messende Maskenperle aus der La Téne-Zeit, gefunden in einem Grab bei Vác, nördlich von Budapest. Jeder Fund erzählt eine Gechichte. Die Maskenperle beispielsweise ist nicht am Fundort hergestellt worden, sondern am Schwarzen Meer. Sie war sowohl in Thrakien als auch bei den Ostkelten beliebt. Sie ist ein weiterer Beweis dafür, daß es zwischen der hellenischen Zone des Schwarzen Meeres und dem Karpatenbecken im Laufe des 3. Jahrhunderts v. Chr. archäologisch nachweisbare Beziehungen gab. Diese dauerhaften Beziehungen mit der illyrisch-pannonischen und thrakischen Zivilisation hinterließen tiefe Spuren in der ostkeltischen Kultur. Dr. Bader - der Zufall will es, daß er aus dem Karpatenraum, aus Siebenbürgen stammt - gibt gerne Auskunft über die Kelten und ihre Zeit. "Die Kunstfertigkeit und Vielfalt der Verzierungen nötigen Respekt ab und dienen heute noch als Vorbild."

Die meisten der 236 Objekte aus dem Karpatenraum stammen aus dem Ungarischen Nationalmuseum in Budapest.In diesem Herbst ist es zehn Jahre her, daß Ungarn den Eisernen Vorhang zerrissen und damit die deutsche Wiedervereinigung eingeleitet hat. Im kommenden Jahr feiert Ungarn seine Staatsgründung vor 1000 Jahren. Auch Baden-Württemberg, das vor Jahrzehnten die Patenschaft für die Donauschwaben übernommen hatte, wird sich daran beteiligen. Insofern kann die Hochdorfer Ausstellung als der Anfang einer ganzen Reihe von Veranstaltungen in den kommenden fast zwei Jahren angesehen werden.

 

Bus für Diakonischen Dienst

Einen Bus vom Typ Mercedes-Benz Vito übergab der Generalbevollmächtigte für Politik und Außenbeziehungen der DaimlerChrysler AG, Matthias Klein, gemeinsam mit dem Geschäftsführer der MB Auto Magyarország Kft. in Budapest, Helmut Knittel, an den Diakonischen Dienst für Blinde und Hörgeschädigte der Reformierten Kirche Ungarns. Damit soll dabei geholfen werden, den Blinden und Hörgeschädigten "das Leben ein wenig zu erleichtern". npl

 

Verdienstorden für Kunszt

Der ehrenamtliche Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschen Schule Budapest (DSB), Anton Kunszt, ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande ausgezeichnet worden. Kunszt erhielt die Auszeichnung aus den Händen von Botschafter Hasso Buchrucker. Die DSB war 1989 vom damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh und Bundeskanzler Helmut Kohl als deutsch-ungarische Begegnungsstätte gegründet worden. Kunszt war der erste Vorsitzender der Stiftung und hatte dieses Amt bis 1994 inne. Das an der DSB erworbene Abitur berechtigt sowohl zum Besuch einer Hochschule oder Universität in Ungarn wie in Deutschland. npl

 

Dokumentieren und erforschen

Seit 15 Jahren gibt es das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen. Das mit der Tübinger Universität verbundene Institut ist eine direkt dem Land Baden-Württemberg unterstellte Einrichtung und wurde mit dem Ziel gegründet, die Beziehungen in den Bereichen Geschichte, Kultur und Geographie zwischen dem Südwesten Deutschlands und den Zielgebieten der Deutschen in Mittel- und Südosteuropa zu dokumentieren, erforschen und publizieren. Leiter des Instituts ist Professor Dr. Horst Förster. Nach Angaben Försters war der Ansatzpunkt des Instituts zunächst Flucht und Vertreibung einerseits, andererseits die Integration der Deutschen aus diesen Gebieten. Hinzugekommen sei die Untersuchung der Frage, welche Beziehungen es zwischen den diversen Gruppen gebe, wie sich der deutsche Südwesten auf die Siedlungsgruppen im Südosten und umgekehrt ausgewirkt habe. Zu Zeit können sich nach Försters Angaben zehn ausländische Studenten dort bewerben. Wenn sie angenommen werden, können sie ein oder zwei Semester in Tübingen am Institut studieren. Die Stipendien werden vom Land Baden-Württemberg vergeben. nz

 

Werbung für Sonderkonditionen

Die ungarischen Nationalfarben zierten insgesamt 17 Stände auf der Grünen Woche in Berlin, der weltgrößten Landwirtschaftsmesse. Zu Beginn der Grünen Woche, die eigentlich zehn Tage dauert, und auf der 1 500 Aussteller ihre Produkte vorstellen, findet das Ost-West-Forum der Welthandelsorganisation WTO statt, auf der Ungarn diesmal um Verständnis für seine wirtschaftliche Situation warb. Die Agrarproduktion ist seit der Wende um fast ein Drittel zurückgegangen, der Tierbestand um die Hälfte. Rußland als zweitgrößter Handelspartner der Ungarn kann die Nahrungsmittellieferungen aus Ungarn nicht mehr bezahlen und schuldet bereits zwölf Milliarden Forint. Ungarn ist daher umso mehr daran interessiert, sich nach Westen zu orientieren. Als klassisches Transformationsland, so der WTO-Referent im ungarischen Ministerium für Landwirtschaft und Landesentwicklung, Attila Dusek, brauche sein Land Sonderkonditionen. Die sogenannten CEFTA-Länder fordern die besondere Berücksichtigung ihrer Umstellungsprobleme und einen Übergangszeitraum. npl

 

Sorge um Ungarn in der Vojvodina

Ungarn hat sich bei der Nato dafür eingesetzt, daß die rund 300 000 Menschen zählende ungarische Minderheit in der Vojvodina bei den Nato-Angriffen auf Jugoslawien so weit wie möglich verschont wird. Mehrfach kam unterdessen aus Kreisen der ungarischen Regierung wie der Opposition die Forderung nach weitgehender Autonomie für die Vojvodina innerhalb Jugoslawiens. jr

 

Privatautobahn vor der Pleite?

Budapest ergreift die Flucht nach vorne. Die laut bösen Zungen "teuerste Autobahn in Europa", der 42 Kilometer lange Autobahnabschnitt zwischen Nickelsdorf/Hegyeshalom und Györ, eine der beiden privaten Konzessionsautobahnen in Ungarn, könnte schon bald verstaatlicht werden. Trotz der hohen Gebühr von zehn bis 13 Mark - laut Budapester Gericht eine Verzerrung des Preis-/Leistungsverhältnisses - fährt die Konzessionsgesellschaft, die aus der Europäischen Bank für Wiederaufbau, der französischen Transroute sowie der österreichischen Straßenbaugesellschaft Strabag besteht, Verluste ein.

Laut Konzessionsvertrag trägt aber letzlich der ungarische Staat diese Verluste. Nun verhandeln das ungarische Verkehrsministerium und die Betreibergesellschaft der Autobahn über eine staatliche Aktiengesellschaft, die die Strecke übernehmen soll. Seit neuestem mautpflichtig ist die mit Staatsgeldern gebaute Autobahn M3 von Budapest nach Miscolc. Obwohl ursprünglich nicht dafür vorgesehen, sind nun auch hier Mautstellen an den Auf- und Abfahrten errichtet worden. npl

 

 

Termine/Veranstaltungen

18. bis 21. Juni: Einladung des Bürgermeisters der Altshausener Partnergemeinde Bicske zum Besuch des Kinderfestes in Altshausen sowie Einladung von Kollegen und Lehrern im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der Herzog-Phillip-Verbandsschule und der 2. Schule in Bicske zum Besuch des Kinderfestes.

3./4. Juli: Partnerschaftswochenende der Gemeinden Schefflenz und der ungarischen Gemeinde Agendorf in Schefflenz. Geplant ist ein Dorffest, auf dem auch der Grenzöffnung vor zehn Jahren gedacht werden soll.

16. bis 18. Juli: Stadt-, Kultur- und Heimatfest, verbunden mit der zehnjährigen Partnerschaft zwischen Herbrechtingen und Biatorbagy, dem Jubiläum zur Stadterhebung vor 25 Jahren und der 1222-Jahrfeier Herbrechtingens.

16. bis 19. Juli: Partnerschaftstreffen der Gemeinden Ubstadt-Weiher und Csolnok in Ubstadt-Weiher. Zahlreiche Aktivitäten sind geplant.

21.bis 28. Juli: Erster Teil des deutsch-ungarischen Jugendaustausches mit Besuch von 40 Kindern und Jugendlichen sowie deren Betreuern aus Bicske in Altshausen.

31. Juli bis 7. August: Zweiter Teil des deutsch-ungarischen Jugendaustausches zwischen Altshausen und Bicske in Zanka am Plattensee.

9. bis 12. September: Kunstreise nach Ungarn. Veranstalter ist das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart. Geplante Teilnehmerzahl rund 25 Personen.

12. September: 52. Kirchweihtreffen der Budakesser Gemeinschaft in Verbindung mit dem Jubiläum "10 Jahre Partnerschaft der Stadt Neckarsulm über die Budakesser Gemeinschaft" ab 14 Uhr in der "Ballei" in Neckarsulm.

16. bis 24. September: Schullandheimaufenthalt der Klasse Hans Geiger/Herzog-Phillip-Verbandsschule in Ungarn.

25. September: Bácsalmáser Heimattreffen und Kirchweihfest im Backnanger Bürgerhaus.

Ende September: 13. Internationales Jugendsportturnier der Wertheimer Partnerstädte in Szentendre.

Mitte 1999: Im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaften der Stadt Donaueschingen finden abwechselnd Internationale Jugendbegegnungen in Donaueschingen sowie den Partnerstädten Saverne (Frankreich) und Vàc in Ungarn statt. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist für den Sommer dieses Jahres in Saverne geplant.

(Für die Richtigkeit der Angaben, die uns zugeliefert wurden, übernimmt die DUG keine Verantwortung)

 

 

Service/Anschriften

Namen und Anschriften des DUG-Vorstandes:

Dr. Christian O. Steger
Panoramastraße 33
70174 Stuttgart
Tel.: 0711/ 225 72 30
Fax: 0711/ 225 72 47

Thomas Bleicher
Nanetteweg 10
70839 Gerlingen
Tel.: 07156/ 43 08 44
Fax: 07156/ 43 08 40

Erika Hambel
Uhlandstraße 46
71134 Aidlingen
Tel. und Fax: 07034/ 80 28

Jürgen Rahmig
Sperberweg 21
72829 Engstingen
Tel. und Fax: 07129/ 75 60

Albrecht Sellner
Postfach 10 04 63
70829 Gerlingen
Tel.: 07156/ 205 242
Fax: 07156/ 205 380

Doris Frank
DUG-Geschäftsstelle
Hauptstraße 42 (Rathaus)
70839 Gerlingen
Tel.: 07156/ 205 325
Fax: 07156/ 205 345
e-mail: 0711/ 36 50 207 - 0001 @t-online.de

(die Geschäftstelle ist mittwochs von 16 bis 19 Uhr besetzt)

 

Weitere wichtige Anschriften:

Kulturinstitut der Republik Ungarn
Haußmannstr. 22
70188 Stuttgart
Tel.: 0711/ 1648 70
Fax: 0711/ 1648 710

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Budapest
Stefánia út 101-103
H-1440 Budapest XIV
Tel.: 0036 1 251 89 99
Fax.: 0036 1 160 19 03

Botschaft der Republik Ungarn in Deutschland
Turmstraße 30
53175 Bonn
Tel.: 0228/ 37 11 12
Fax: 0228/ 37 10 25

Außenstelle Berlin:
Unter den Linden 76
10117 Berlin
Tel.: 030/ 220 25 61
Fax.: 030/ 229 22 57

Generalkonsulat der Republik Ungarn
Haußmannstraße 22
70188 Stuttgart
Tel.: 0711/ 238 93 20
Fax: 0711/ 238 93 22

 

Hinweise für den Veranstaltungsteil, Termine, Beiträge und Material für die DUG-Korrespondenz bitte an die DUG-Geschäftsstelle oder an:

Jürgen Rahmig
Sperberweg 21
72829 Engstingen
Tel. und Fax: 07129/ 75 60

 

Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart

Mitteilungen und Veranstaltungen

"Das Ungarische Kulturinstitut möchte die kulturelle Szene Ungarns in möglichst allen Bereichen und unterschiedlichsten Facetten der zeitgenössischen Kunst vorstellen und vermitteln. Dabei soll es in erster Linie um einen produktiven Dialog zwischen Ungarn und Deutschland - zwischen den beiden Kulturen und Sprachen - gehen. Insgesamt sollen weniger traditionelle An- und Einsichten zu Ungarn in den Vordergrund rücken, vielmehr sind das Kennenlernen, der Kontakt der Kunstszenen und Künstler und die gegenseitige Ergänzung gefragt. Das Programm des Institutes ist heterogen und versucht der Verschiedenheit der an uns gestellten Ansprüche gerecht zu werden. Wir richten unser Programmangebot an hier lebende Ungarn; wir möchten die Beziehung der Ungarndeutschen zur Heimat am Leben erhalten - und nicht zuletzt wollen wir immer mehr deutsche Bürger für die ungarische Kultur interessieren und gewinnen."

Vera Szolnoki (Direktorin)

Zum Kirchentag ist es dem Ungarischen Kulturinstitut gelungen, eine wirklich exzellent besetzte Veranstaltung ( 8. und 9.Juni ) anzubieten, an der höchste ungarische Kirchenvertreter gemeinsam teilnehmen werden:

 

Dienstag, 8. Juni:

20 Uhr:
Bibellesung, gemeinsames Gebet und Orgelkonzert in der Christuskirche Bubenbad.
Solistin: Krisztina Jónás; Orgel: Sabine Ostmann.

 

Mittwoch, 9. Juni:

10 Uhr: Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Ungarn in den vergangenen 50 Jahren.
Historischer Überblick von Bischof Dr. Gusztáv Bölcskei, Geistlicher Präsident der Generalsynode der Reformierte Kirche Ungarns.

10.30 Uhr: Beständigkeit und Wandel. Die Kirche nach der Wende.
Erzbischof Dr. István Seregély, Vorsitznder der Katholischen Bischofskonferenz in Ungarn.

anschl. Aussprache

12 Uhr: Ausstellungseröffnung der Keramikerin Zsuzsa Pannonhalmi.

12.30 Uhr: Büffet

14 Uhr: Ein geglückter Fall von deutschsprachiger Kirchlichkeit in Budapest.
130 Jahre deutschsprachige evangelisch-reformierte Gemeinde. Zoltán Balog, Pfarrer der Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Budapest, Berater des ungarischen Ministerpräsidenten.

14.30 Uhr: Die Voraussetzungen der inneren Erneuerung in Kirche und Gesellschaft.
Bischof Dr. Imre Szebik, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn.

15 Uhr: Lage und Perspektiven kirchlicher Hilfsarbeit in den ehemaligen Ostblockländern.
Bernhard Hallermann, Osteuropareferent Caritas international. Axel Führ, Leiter der Dienststelle Brüssel des Diakonischen Werkes der EKD.

16 Uhr: Kaffeepause

16.30 Uhr: Das Zusammenleben der christlichen Kirchen und der jüdischen Religionsgemeinschaft in Ungarn. Prof. Dr. József Schweitzer, Landesrabbiner.

17 Uhr: Rundtischgespräch: Erneuerung der kirchlichen Gemeinschaft zwischen Ost und West nach dem kalten Krieg.
Teilnehmer: Gusztáv Bölcskei, István Seregély, Imre Szebik, Landesrabbiner, Dr. h.c. Joel Berger, Oberkirchenrat Jens Timm. Moderation: Zoltán Balog.

Als Begleitung zu den Vorträgen singen die Brüder Dániel und Vilmos Grylus Lieder von ihren CDs "Fünfzehn Psalmen", "Die Bergpredigt", "Apostel Paulus" und "Es war einmal ein kleiner Jude".

Um Anmeldung zu den Veranstaltungen am 8. und 9. Juni wird gebeten.

 

Montag, 14. Juni 99:

19 Uhr: VideoArt Kino. "Simon Mágus" (Magier Simon, 1998), 100 Min. Regie: Ildikó Enyedi, Kamera: Tibor Máthé. Darsteller: Péter Andorai, Julie Delarme, Péter Halász. Der neue Film der berühmten Regisseurin handelt von der Geschichte des Magiers Simon im Jahr 1998 in Paris. In ungarischer Sprache. Eintritt: DM 5.-/3.-

 

Dienstag, 22. Juni 99:

19.30 Uhr: "Nacht der Poesie" - Dichtung, Musik und bildende Kunst. Ausstellungseröffnung: Willi Weiner (Plastik und Malerei) und Károly Klimó (Malerei).

Lesung: Carmen Kotarski, Klaus Schneider, Zsófia Balla, Lajos Parti Nagy, Endre Kukorelly und András Ferenc Kovács. Durch den Abend führt Imre Török. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Lettre International Budapest und dem Schriftstellerverband Baden-Württembergs. Im Zeichen der Frankfurter Buchmesse - Schwerpunkt Ungarn.

Eintritt zur Lesung: DM 8.- / DM 5.-

 

Freitag, 9. Juli 99:

10 Uhr: Kolloquium: Revolution 1848/49. Ungarische und deutsche Historiker bearbeiten das Thema der ungarischen Revolution 1848/49 im europäischen Kontext. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Haus der Geschichte. Veranstaltungsort ist die Universitätsbibliothek.

In den Referaten und Beiträgen geht es um die Auswirkungen der ungarischen Revolution auf Europa, um die Themen Dichtung und Revolution, eine Chronologie der Ereignisse, die Deutschen und ihre Rolle in der ungarischen Revolution, um deutschsprachige Literatur und ihre Rolle und nicht zuletzt um den Mythos der Revolution, also um die Auswirkungen und die Rolle der ungarischen Revolution.

 

Freitag, 16. Juli 99 :

19 Uhr: Saisonabschlußfest. Zimbalonkonzert mit Ágnes Szakály und Rózsa Farkas. Programm: Werke von Scarlatti, J.S.Bach, Mozart, Debussy, Liszt, Bartok u.a.

Eintritt: DM 12.- / DM 8.-

(Das Institut ist für Sie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet. Sie haben die Gelegenheit, Zeitungen zu lesen oder zu einem Gespräch)

 

Co-Veranstaltungen (außerhalb des Instituts):

Dienstag, 25. Mai 99 (20 Uhr) und Mittwoch, 26. Mai (18 Uhr):

Die Abteilung (A részleg). Kommunales Kino Filmhaus, Friedrichstr. 23A, Stuttgart. Tel.: 0711-22 13 20.

Sonntag, 11. Juli 99 (18 Uhr):

Budapest Strings. Werke von Rózsavölgyi, Haydn, Farkas, Kodály und Leo Weiner. In Zusammenarbeit mit der Landesbank Baden-Württemberg. Ort: Hohenheim, Schloß.

 

"Kinderschloß" und Altenheim

Ein Glücksfall für die Unterensinger aus dem Neckartal und für die Nadascher war das Anbahnen und Zustandekommen der Partnerschaft schon von der Mitte der 80er Jahre an, mit dem Handschlag der beiden Bürgermeister Wekler und Straub 1989. Für die Schwaben aus dem Neckartal besonders deshalb, weil sie dadurch mit hineingenommen wurden in den Um- und Aufbruch des mehrheitlich ungarndeutschen Dorfes am Rande des Mecsekgebirges. Hier wurde mit vielen Bürgereinsätzen und finanziellen Opfern das praktiziert, was auch in Unterensingen nach dem Krieg von Alteingesessenen und Heimatvertriebenen gemeinsam geleistet wurde. Zuerst der beeindruckende Schulhausneubau im Öregpataktal, gefolgt von einer großen Sporthalle. Dann der schöne Kindergarten, von Erzieherinnen und Kindern "Kinderschloß" genannt. Der Bau der Kanalisation mit Kläranlage und der Erdgasanschluß waren eine weitere große Herausforderung für das Dorf und seine Bürger. Teils parallel dazu lief schon 1993 der Um- und Ausbau eines ehemals zum bischöflichen Schloß gehörenden rund 200 Jahre alten, zuletzt von Schule und Bücherei genutzten Hauses. Mit örtlichen Handwerkern zusammen arbeiteten in drei Jahren Mitglieder des "Internationalen Bauordens".

Die Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg, das Bundesinnenministerium in Bonn, die Partnergemeinde Unterensingen, deren Bürgermeister mit seinem Freundeskreis von der "Loge Nürtingen", die DUG, der "Internationale Rat für Hauspflegeorganisation, die Pfarrgemeinde Abensberg, die Caritas Wien und andere förderten das große Werk finanziell, materiell und ideell. 1996 wurde das Altenheim im "alten neu gewordenen Haus", als Zentrum stationärer und mobiler Dienste in Betrieb genommen. dk

 

Versicherung von Besuchern

Nicht selten werden Partnergemeinden in Deutschland vor das Problem gestellt, daß ungarische Besuchergruppen oder Teilnehmer eines Austausches nicht oder nicht ausreichend versichert sind, beispielsweise im Falle von Krankheit. DUG-Vorsitzender Dr. Steger macht darauf aufmerksam, daß sich ungarische Jugendliche in Ungarn versichern können. Deutsche Ärzte verlangen dann aber in der Regel Barzahlung. Dafür fehlt häufig das Geld. Manche Städte gehen deswegen so vor, daß sie eine Versicherung in Deutschland abschließen (z.B. eine Gruppenversicherung). Jugendliche können beispielsweise beim Deutschen Ring in Hamburg versichert werden (Tel.: 040 35 99 26 93). dug


 



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