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 Deutsch-Ungarische Korrespondenz, Januar 1999:

 
Neue Direktorin des Stuttgarter Kulturinstituts der Republik Ungarn

"Das Kulturinstitut der Republik Ungarn hat sich in den acht Jahren seines Bestehens als Ort des Dialogs und der Verständigung einen Namen gemacht", sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Staatssekretär Dr. Christoph-E. Palmer, Mitte Oktober 1998 bei der Amtseinführung von Vera Szolnoki als neue Direktorin des Stuttgarter Kulturinstituts der Republik Ungarn. Neben den vielfältigen Beziehungen im Bereich von Wissenschaft und Kunst bestehen nach den Worten des Staatsekretärs lebendige Partnerschaften zwischen den Städten und Gemeinden Baden-Württenmbergs und Ungarns. Gerade die Republik Ungarn gehöre seit vielen Jahren zu den Schwerpunktpartnern des Landes in der internationalen Zusammenarbeit.

"Das Wissen um den Respekt vor der Kultur des anderen bildet das Fundament für gegenseitiges Verständnis und Toleranz zwischen den Ländern. Kommt noch das Bemühen um einen aktiven Austausch hinzu, so dauert es nicht lange, bis das Fundement auch Brücken trägt," sagte Palmer in Stuttgart. Als eine besonders lebendige Brücke, die allen an Ungarn und der ungarischen Kultur interessierten Bürgern und Bürgerinnen der Region offenstehe, habe sich das Stuttgarter Kulturinstitut in der Vergangenheit erwiesen.

Er habe keinen Zweifel, daß das Institut unter der Leitung von Vera Szolnoki, die durch ihre Tätigkeit im ungarischen Ministerium für Bildung und Kultur sowie im ungarischen Kulturinstitut in Berlin eine ausgewiesene Expertin des deutsch-ungarischen Kulturaustauschs sei, auch weiterhin eine wertvolle Arbeit leisten werde.

Zur Person: Vera Szolnoki hat an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest studiert. Ihr Fachgebiet: Germanistik-Russistik. Sie war neben obengenannten Stellen bereits Kulturamtsleiterin im Oberbürgermeisteramt der Hauptstadt Budapest und Leiterin der Abteilung für Ausstellungen der Budapester Kunsthalle.


Inhalt

Netzwerk von Beziehungen bauen
Gespräch mit Ferenc Wekler
Fischer in der Heimat seiner Vorfahren
Osterweiterung im Interesse der EU
Der ungarische Dukat
DUG-Nachrichten
Bericht aus Mariakemend
Termine / Veranstaltungen
Service / Anschriften

Herausgeber: Deutsch-Ungarische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Sitz Stuttgart.

Geschäftsstelle:

Hauptstraße (Rathaus)
70839 Gerlingen
Telefon: 07156/205-325
Fax: 07156/205-345
Verantw. Redaktion: Jürgen Rahmig

2. Jahrgang/1. Ausgabe 1999/ Nr. 2

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30 Ungarndeutsche wurden Bürgermeister

Kommunalwahlen brachten Stimmengewinne für Regierungsparteien, Opposition baut Position in Budapest und anderen Städten aus

Von Jürgen Rahmig

Stimmengewinne für die Regierungsparteien, in Budapest und einigen anderen Städten allerdings Gewinne für die Opposition. Das ist das Fazit der Kommunalwahlen in Ungarn vom 11. Oktober 1998, die als erster Stimmungstest für die neue ungarische Regierungskoalition galten. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (Fidesz-MPP) wertete den Ausgang der Wahlen in 3152 Städten und Gemeinden als Bestätigung der noch jungen Regierung und ihrer Politik. In der Hauptstadt stellt allerdings die sozialliberale SZDSZ mit Gábor Demszky weiter den Oberbürgermeister. Dem seit 1990 regierenden Demszky gelang ein überzeugender Sieg. Die ehemalige Regierungskoalition aus Sozialisten und SZDSZ konnte ihre absolute Mehrheit in der Hauptstadt verteidigen. Gewinne verzeichnete in Budapest auch die rechtsradikale MIEP, während die an der Regierung beteiligte Kleinlandwirtepartei in der Hauptstadt einbrach und künftig nicht mehr im Stadtparlament vertreten ist. Die Kleinlandwirtepartei kündigte daraufhin auch personelle Konsequenzen an.

Die ungarischen Sozialisten verzeichneten in Budapest, vor allem aber in Székesfehérvár und Pécs Erfolge, wo es ihnen sogar gelang, die Fidesz-Bürgermeister abzulösen.Sehr ausgewogen zwischen Opposition und Regierung sieht es dagegen auf dem Land aus. Dort liegen das derzeitige Regierungsbündnis und das ehemalige Regierungsbündnis kräftemäßig mit knapp über bzw. knapp unter 40 Prozent der Stimmen fast gleichauf.

Bei den Kommunalwahlen wurden in 30 Gemeinden Ungarndeutsche zu Bürgermeistern gewählt. In 211 Gemeinden wählten die Bürger eine deutsche Selbstverwaltung. Mit diesen Ergebnissen steht die deutsche Volksgruppe mit ihren Bürgermeistern und 403 Mandaten an erster Stelle, auch vor der weitaus größeren ethnischen Minderheit des Landes, den Roma. Diese kamen auf einen Bürgermeisterposten und 375 Mandatsträger. Nun wählen Elektoren der 13 in Ungarn anerkannten ethnischen Minderheiten die Landesselbstverwaltungen. Die Landesselbstverwaltung wählte am 17. Januar. Neuer Vorsitzender ist der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Minderheitenamtes, Otto Heinek.

Auf dem Tag der Deutschen Selbstverwaltungen in Budapest forderte der Vorsitzende der Ungarndeutschen, Lorenz Kerner, die Politik zur Lösung des Problems der parlamentarischen Vertretung der Minderheiten auf und bot die Hilfe der ungarndeutschen Organisation an.

Im übrigen planen die sechs im Parlament vertretenen Parteien eine Reform des Wahlrechts in Ungarn. Geändert werden soll auch die Verwaltungsgliederung des Landes. Die ethnischen Minderheiten sollen endlich eine angemessene parlamentarische Vertretung erhalten. Darauf verständigten sich Spitzenpolitiker der Parteien Mitte Januar. Deutlich wurde, daß es im Zuge der Änderungen zu einer Verringerung der Zahl der Parlamentsabgeordneten um gut ein Drittel kommen soll. Die Verwaltungsreform ist schon im Hinblick auf den EU-Beitritt notwendig. Derzeit ist Ungarn in 19 Komitate und die Hauptstadt Budapest eingeteilt. Zur Verteilung der Förderungen und der Struktur-Fonds in der EU sind allerdings großzügigere Aufteilungen notwendig. Geplant ist eine Aufteilung in vier bis sechs Regionen.

Über 6500 Übersiedler

Im Jahr 1998 haben über 6500 Personen - vor allem aus Nachbarstaaten - die ungarische Staatsbürgerschaft erhalten. Die meisten kamen aus Rumänien (3710), Jugoslawien (1027) und der Ukraine (572). nz

Dorfentwicklung vorantreiben

Gespräch mit Ferenc Wekler, dem Vizepräsidenten des ungarischen Parlaments

Von Jürgen Rahmig

Die Entwicklung des Dorfes und des ländlichen Raumes ist ein besonderes Anliegen von Dr. Ferenc Wekler (42), dem Vizepräsidenten des ungarischen Parlaments. Selbst im Dorf aufgewachsen weiß er, wie schwierig es ist, in einem Land, das ganz auf die Millionenstadt Budapest zugeschnitten ist, etwas zu werden. "Die Kinder, die im Dorf aufwachsen, sollen die gleichen Chancen haben wie solche aus dem städtischen Raum." Wekler, seit 1990 für den Bund Freier Demokraten (SZDSZ) im Budapester Parlament, ist in Mecseknádasd in Südungarn als einziges Kind deutschstämmiger Eltern aufgewachsen. Mecseknádasd ist ein ungarndeutsches Dorf. Rund 70 Prozent der Bevölkerung ist deutschstämmig. Zwischen Ungarn und Ungarndeutschen gibt es dort keine Probleme.

Bei den Kommunalwahlen am 18. Oktober wurde Wekler erneut in den Gemeinderat gewählt. Schon einmal, von 1985 bis 1990 war er dort sogar Ratsvorsitzender (Bürgermeister) der drei Gemeinden Mecseknádasd, Ófalu und Óbánya. Auf eine erneute Kandidatur für das Bürgermeisteramt verzichtete er aber aus Rücksicht auf sein Vizepräsidentenamt.

Wekler hielt sich Anfang Oktober 1998 zu einer zweitägigen Stippvisite in Stuttgart auf und verwies im Ungarischen Konsulat in Stuttgart stolz auf das gemeinsam in den drei Dörfern Geleistete. Als Ratsvorsitzender sorgte er nach eigenen Angaben für Initiativen zum Bau von deutschsprachigen Kindergärten, einer Grundschule und Seniorenheimen in den drei Ortschaften. Lobend erwähnte er vor allem die Hilfe der Mecseknádasder Partnergemeinde Unterensingen. Die Partnerschaft war während seiner Zeit als Bürgermeister ins Leben gerufen worden. Besonders stolz ist Wekler, selbst Gymnasiallehrer für Geschichte und in den Jahren 1982 bis 1985 Assistent an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Jánus-Pannonius-Fakultät in Pécs (Fünfkirchen), auf die Schule mit zwei Sprachzügen, die die Bürger der drei Gemeinden gebaut haben. Die drei Dörfer, die sich zu einer Verwaltungseinheit zusammengeschlossen hatten, bauten unter erheblichen finanziellen Anstrengungen der einzelnen Haushalte auch eine Kanalisation, verlegten Kabel und Gasleitungen. Was er allerdings schmerzlich vermißt, sind Gewerbebetriebe und neue Arbeitsplätze. Für extrem wichtig hält er deshalb eine gut ausgebaute Infrastruktur. Dazu gehöre eine Fernstraßenverbindung nach Budapest. Inzwischen hat sich dazu ein Entwicklungsrat der fünf südlichen Komitate konstituiert. Ohne eine solche Autobahn-Verbindung sieht Wekler nur geringe Entwicklungschancen für den Süden Ungarns.

1990 war Wekler, der eine Bürgerinitiative gegen den Bau eines Atommülldepots in Ófalu leitete und damit ungarnweit bekannt wurde, über die Landesliste der SZDSZ ins Parlament gewählt worden. Wekler ist im Parteivorstand des SZDSZ, die bei den Parlamentswahlen im Mai 1998 von 20 Prozent der Stimmen auf knapp acht Prozent eingebrochen war.

Die SZDSZ sei von den Wählern dafür bestraft worden, daß sie 1994 auf das Angebot der siegreichen Sozialisten eingegangen war, eine gemeinsame Regierungskoalition zu bilden. Zwar sei der Bund Freier Demkraten hauptsächlich für den wirtschaftlichen Konsolidierungskurs verantwortlich gewesen, aber letztlich erwiesen sich die Sozialisten, die ohnehin über die absolute Mehrheit verfügten und eine Koalition gar nicht nötig gehabt hätten, als zu dominant. Nun müsse die Partei unter neuer Führung versuchen, wieder Profil zu gewinnen. Die Partei steht vor einem Neuanfang. Wekler plädiert dafür, daß sich die SZDSZ als Partei der Mitte etabliert, die Koalitionen nach links wie rechts offensteht.

 

Spenden für Kindergarten

Bereits im Sommer 1998 konnte Gerlingen in Form von Sach- und Geldspenden die Einrichtung eines neuen Kindergartens im Stadtteil Augustin der ungarischen Partnerstadt Tata unterstützen. Ein Bauhof-Lkw brachte Möbel, Matratzen und Spielsachen rechtzeitig vor der Eröffnung zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im September 1998. Mit der Geldspende konnten weitere wichtige Dinge für den Kindergarten angeschafft werden. Im November desselben Jahres überbrachte eine Gruppe Gerlinger Erzieherinnen im Rahmen eines Besuches bei ihren Tataer Kolleginnen eine weitere Geldspende sowie Spielsachen für alle Kindergärten in Tata. Auch dem Tataer Krankenhaus konnte im Jahr 1998 wieder eine Sachspende der Klinik Schillerhöhe überbracht werden. ger

 

Mühle wird Museum

In Szentendre, der Partnerstadt von Wertheim, ist Mitte Oktober der erste Bauabschnitt der Mühle eingeweiht worden. Unter tatkräftiger und finanzieller Unterstützung aus Wertheim wird die ehemalige Mühle in ein Museum für zeitgenössische Kunst umgewandelt, ein Projekt, mit dem an die Tradition der alten Künstlerstadt Szentendre angeknüpft werden soll. Auf über 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen die Exponate gezeigt werden. Der erste Bauabschnitt wurde mit einem Festakt und einer ersten Gemäldeausstellung eingeweiht. Der Anstoß für das neue Museum liegt schon Jahre zurück. 1992 wurde in Szentendre die Stiftung "Kunst für Szentendre" auf Initiative von 42 Künstlern, darunter die Maler László Balogh, János Aknay und Pál Deim, und des örtlichen Architekturvereins gegründet. Zahlreiche Aktionen und Aktivitäten in Szentendre und in Wertheim trugen mit dazu bei, daß der erste Bauabschnitt zügig verwirklicht werden konnte. wer

DLRGler im Komitat Tolna

Eine Gruppe von 30 Jugendlichen der Wertheimer DLRG erlebte im Rahmen der Landkreispartnerschaft zwischen dem ungarischen Komitat Tolna und dem Main-Tauber-Kreis zehn ereignisreiche Tage in Ungarn. Die DLRGler waren Gäste des Freundeskreises der Gemeinschaft junger Ungarndeutscher aus Szekszárd. Zuschüsse zu dieser Reise kamen vom Bund, dem Land Baden-Württemberg und von der Donauschwäbischen Kulturstiftung. Höhepunkt des abwechslungsreichen Aufenthaltes war ein zweitägiger Ausflug in den Osten des Landes. wer

 

Ring von Partnerschaften

Wertheim hat den Ring seiner Partnerschaften geschlossen. Delegationen der Partnergemeinden von Wertheim und Szentendre, die Ortschaften Salon de Provence (Frankreich), Huntington (England), Kézdivásárhely und Zilah (beide Rumänien) sowie Aranda (Spanien) trafen sich Ende Juni 1998 in Szentendre, wo sich mit der Unterzeichnung der Urkunde zwischen Salon de Provence und Szentendre der Ring der Partnerschaften Wertheims und Szentendres geschlossen hat. wer

 

Hilfe für Tatabánya

Die Stadt Aalen hat den Maltesern in der Partnerstadt Tatabánya 10 000 Mark für Hilfen zur Verfügung gestellt. Damit soll dort unter anderem eine Arztpraxis aufgebaut werden. Die Malteser von Tatabánya haben einen Finanzverwendungsplan aufgestellt, der von einer direkten Zuwendung für eine alleinstehende Mutter mit drei Kindern, über den Kauf von Öfen, Baumaterialien und Medikamente reicht. Im April 1998 füllten die Aalener Malteser die Kleiderkammer der Tatabányer Malteser im Armenviertel Mestelep mit Sommerbekleidung auf. Schon im Januar 1998 hatten die Aalener Malteser zwei Lkw-Ladungen und mehrere Pkw-Ladungen Rollstühle, Lebensmittel, Bekleidungsstücke, Kinderwagen, Betten und medizinische Hilfsmittel mit einem Wert von 17500 Mark nach Tatabánya gebracht, die im Rahmen der Leseraktion der Zeitung "Schwäbische Post" von den Lesern gespendet worden waren. aal

Fachhochschulen kooperieren

Eine Delegation der Fachhochschule Aalen besuchte Mitte 1998 die Partnerhochschule in Tatabánya. Die Hochschule für Moderne Geschäftswissenschaften in Tatabánya ist eine private, mit Sponsorengeldern finanzierte Hochschule. Die deutsche FH-Delegation vereinbarte dort unter anderem eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Professoren- und Studentenaustauschs. So werden in diesem Jahr zur "Internationalen Woche" in Tatabánya Professoren der Fachhochschule Workshops auf dem Gebiet des Controllings und Marketings abhalten. schwäpo

 

Gartenfest

Eine Kostprobe seines Könnens gab der Tanzkreis der Ungarndeutschen aus Tatabánya-Untergalla Mitte Juli beim Gartenfest der Aalener Böhmerwäldler im Vereinsheim in Aalen. Die Besucher aus Untergalla waren zwei Tage Gäste der Aalener Böhmerwäldler. Bei einem Stadtbummel lernten die Gäste Aalen kennen. Auch ein Ausflug zum Kloster Neresheim stand auf dem Programm. schwäpo

 

Storchenplatz

Reminiszenzen an Aalens Partnerstadt Tatabánya weckt der ungarische Storchenplatz in Aalens City. Zahlreiche Gerätschaften, die bei der Weingewinnung eine Rolle spielen, bilden den stilechten Hintergrund für den Platz, in dessen Bepflanzung vor allem die Farben Rot, Weiß und Grün vorherrschen. schwäpo

Sommerfreizeit

Die Gemeinde Mutlangen im Ostalbkreis ist seit 1991 mit der Gemeinde Vaskut im Süden Ungarns partnerschaftlich verbunden. In den vergangenen Jahren entwickelten sich vielfältige Kontakte. Seit 1994 organisiert Mutlangen in den Sommerferien eine Begegnungsfreizeit für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Mutlangen und deren Partnergemeinden Vaskut und Bouxieres-Aux-Dames (Frankreich). Die Freizeiten finden in regelmäßigem Wechsel in Deutschland, Ungarn und Frankreich statt. Um den ungarischen Jugendlichen die Teilnahme daran zu ermöglichen, übernimmt die Gemeinde Mutlangen für sie sämtliche Kosten. Die Schulerweiterung in Vaskut war wegen Finanzierungsproblemen während der Bauphase ins Stocken geraten. Durch einen sogenannten verlorenen Zuschuß der Gemeinde Mutlangen in Höhe von 25 000 Mark konnten die Bauarbeiten so weitergeführt werden, daß bleibende Bauschäden vermieden wurden. Durch eine Spende wird auch die Arbeit der deutschen Minderheitenvertretung im Vaskuter Gemeinderat unterstützt. Mit dem Geld war es ihnen möglich, einen eigenen Raum einzurichten und mit Geräten wie Kopierer usw. auszustatten. Regelmäßig fährt die Gemeinde Mutlangen Hilfslieferungen wie Schul- und Kindergartenmöbel, Sportgeräte und weitere Ausstattungsgegenstände in die Partnergemeinde. Die dortige Feuerwehr erhielt außerdem ein Löschfahrzeug. mut

 

Keltenzeit in Ungarn

"Schätze aus der Keltenzeit in Ungarn _ Kunst im Karpatenbecken im 1. Jahrtausend vor Christus" heißt eine Sonderausstellung im Keltenmuseum Hochdorf/Enz, die den Besuchern bis Mai 1999 offensteht. Während des 1. Jahrtausends v. Chr. war das Karpatenbecken Schauplatz der Machtkämpfe verschiedener Völker aus Ost- und Westeuropa. Vom 8. bis 5. Jahrhundert v. Chr. ist das Gebiet des heutigen Ungarn zweigeteilt: die Ungarische Tiefebene östlich der Donau ist von Steppenvölkern, den Skythen, besetzt. Der Westen dagegen liegt im Einflußbereich der Osthallstattkultur. Vom 5. Jahrhundert an gewinnt die westliche Kultur mit der Ausbreitung der keltischen Zivilisation, die man bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. verfolgen kann, die Oberhand. Die letzte Periode ist durch die Entstehung befestigter Siedlungen gekennzeichnet. Die Sonderausstellung zeigt ausgewählte, repräsentative Funde. km

 

Gastprofessor in Szeged

Dr. Christian O. Steger, Hauptgeschäftsführer des Gemeindetages Baden-Württemberg und Vorstandsvorsitzender der Donauschwäbischen Kulturstiftung Baden-Württemberg, doziert seit April 1998 an der Juristischen Fakultät der Universität in Szeged. Thema des Kolloqiums sind die Europäischen vergleichenden Kommunalwissenschaften. Behandelt werden die Wahlsysteme, Durchführung von Wahlen, Entwicklung im Kommunalwesen und die Gestaltung der Gemeindepolitik, die Europäische Charta der kommunalen Selbstverwaltungen und ihre Auswirkungen. Weiter werden Vergleiche angestellt zwischen verschiedenen europäischen Ländern und Grundsatzfragen im Bereich der Finanzen. "Ich denke, es kann mein beruflicher Beitrag zur Gestaltung von Ungarns Kommunalentwicklung auf dem Weg in ein gemeinsames Europa sein", so Steger. Éva Mayer

 

Preise verliehen

Preise für die drei Gewinner des Wettbewerbes der Deutschen Botschaft für ungarische Nachwuchsjournalisten in den Kategorien Fernsehen, Printmedien und Rundfunk hat der deutsche Botschafter in Ungarn, Hasso Buchrucker, Ende Oktober 1998 in Budapest verliehen. Die Gewinnerin im Bereich Fernsehen, Krisztina Szeiberling, die für die deutschsprachige Sendung "Unser Bildschirm" arbeitet, gewann eine Hospitanz beim Bayerischen Rundfunk, finanziert durch die Hanns-Seidel-Stiftung. Der Gewinner im Bereich Printmedien, István Marnitz, erhielt eine Hospitanz bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, finanziert durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und die Gewinnerin im Bereich Rundfunk, Zsuzsa Varga, wird bei der Deutschen Welle hospitieren, gleichfalls von Bonn bezahlt. nz

 

Thelen ausgezeichnet

Mit der Goldenen Erinnerungsmedaille des ungarischen Staatspräsidenten ist der Leiter des Budapester Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung, Peter Thelen, ausgezeichnet worden. Der ungarische Präsident Árpád Göncz überreichte die Medaille als Anerkennung für Thelens achtjährige Tätigkeit im Dienste der Integration Ungarns in die Europäische Union. Thelen selbst hatte das Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung vor acht Jahren eröffnet. npl

 

Donauschwäbischer Kulturpreis

Den Donauschwäbischen Kulturpreis für Bildende Kunst schreibt das Land Baden-Württemberg für das Jahr 1999 aus. Der Preis wird in erster Linie donauschwäbischen Kulturschaffenden verliehen, deren Werk das Kulturgut der Donauschwaben repräsentiert. Bewerbungen oder Vorschläge richten Sie bitte an das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, Schloßstraße 92, 70176 Stuttgart, mit dem Vermerk "Donauschwäbischer Kulturpreis". Bei Fragen wenden Sie sich bitte unter der Telefon-Nr. 0711/66951-16 an das Haus der Heimat. hdh

 

Neue Partnerschaft

Ubstadt-Weiher und die ungarische Gemeinde Csolnok haben Mitte des vergangenen Jahres ihre Partnerschaft besiegelt. Nach Nünchritz in Sachsen und Montbard in Frankreich ist dies die dritte Gemeindepartnerschaft, die Ubstadt-Weiher eingegangen ist. Die Partnerschaft angeregt hatten Bürger der Gemeinde Ubstadt-Weiher. Die Wahl fiel auf Csolnok. Aus Csolnok oder Umgebung stammen viele der nach dem Krieg vertriebenen Bürger Ubstadt-Weihers. Die Partnerschaftsfeier fand im Rahmen der Nationalitätentage des Komitates Komorn-Gran statt. Die Delegation aus Deutschland unter Leitung von Bürgermeister Helmut Kritzer und dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Ubstadt-Weiher-Csolnok, Dr. Harald Göbel, besichtigte das nahe Esztergom. Im Mittelpunkt der Gemeinde Csolnok wächst nun ein "Baum der Freundschaft". ubw

Fischer in der Heimat seiner Vorfahren

Mit dem neuen deutschen Außenminister hat Ungarn einen starken Fürsprecher

Von Jürgen Rahmig

Aus Fridingen an der Donau stammen die Vorfahren des neuen deutschen Außenministers Joschka Fischer. In Wudigeß, dem heutigen Budakeszi, heute ein Vorort im Westen der ungarischen Hauptstadt Budapest, landete schließlich der Fleischermeister Jakob Fischer mit seiner Familie. Und dorthin kehrte sein Nachfahre, der Grünen-Politiker der 68-Generation, im Januar 1999 zurück - zu Besuch bei seinen Verwandten.

1731 war Jakob Fischer die Donau abwärts gestartet, auf ein besseres Leben hoffend und den Versprechungen der habsburgischen Werber vertrauend. Der Beginn für die Neuankömmlinge war nicht leicht, doch im Laufe der kommenden Generationen hatten sich die Fischers etabliert. Wudigeß lebte mit der Ankunft deutscher Siedler auf und war lange Zeit deutsch geprägt.

Das Ende von Wudigeß kam nach dem Zweiten Weltkrieg. Mehr als 220 000 Ungarndeutsche wurden zu Opfern der Vertreibung. Im März 1946 traf es auch Joschka Fischers Vater, Metzgermeister in Wudigeß/Budakeszi. Mit seiner Familie und 50 Kilo Gepäck war er gezwungen, Hals über Kopf die ungarische Heimat zu verlassen. Andere Verwandte blieben zurück.

1948 wurde in Gerabronn Sohn József geboren, der wie viele Józsefs mit der Kose- und Kurzform "Jóska" (ung. ein langes o) gerufen wurde. Dabei blieb es auch, nur daß er jetzt eingedeutscht Joschka gerufen wird. Fischer, der die Fotografie erlernte und sich in der 68er-Studentenbewegung engagierte, wurde 1982 Mitglied der neuen Öko-Partei der Grünen und zog schon ein Jahr darauf in den Bundestag ein. Zweieinhalb Jahre lang, von 1985 bis 1987, war Joschka Fischer Umwelt- und Energieminister im Bundesland Hessen - damals noch in Turnschuhen auftretend. Seit dem 27. Oktober 1998 ist er nun Deutschlands Außenminister und gleichzeitig Vizekanzler in der von dem SPD-Politiker Gerhard Schröder geführten Regierungskoalition aus SPD und Grünen.

Der Grünen-Politiker, der nun seriös in Anzug und Weste auftritt, gilt bisher als ein Highlight der Schröder-Regierung. In Budakeszi wurde Fischer nun Ehrenbürger. Sein Besuch in Kulturhaus sorgte für einen ziemlichen Rummel - unter anderem war natürlich auch sein ungarischer Amtskollege Martonyi anwesend. Solch einen Auflauf von Prominenz und Presse hatte Budakeszi schon lange nicht mehr erlebt. Schließlich traf Joschka Fischer dort auch mit einer Cousine zusammen. Fischer erzählte aus seiner Kindheit, in der ihm Ungarn als das Traumland erschien. Leider, so mußte er bekennen, könne er kein Ungarisch. Zuhause hatten die Eltern zwar viel erzählt, aber es war deutsch gesprochen worden.

Der neue deutsche Außenminister, seit einigen Jahren passionierter Marathonläufer, wird sich für Ungarn einsetzen. Das müßte spätestens seit dem Besuch in Budakeszi klar sein. Zu Ungarn, so sagt er selbst, hat er über die Eltern eine starke emotionale Bindung. Im Januar 1999 hat er dies in seiner Rede vor dem Europaparlament in Straßburg erneut betont, als er von "schnellstmöglicher Erweiterung der EU nach Ostmitteleuropa" sprach. Die EU dürfe nach dem Ende des Kalten Krieges nicht auf Westeuropa beschränkt bleiben, sagte der deutsche Außenminister, der im ersten Halbjahr 1999 gleichzeitig Ratspräsident der EU ist. Das liege im Interesse der europäischen Intergrationsidee und die geopolitischen Realitäten ließen auch gar keine ernsthafte Alternative zu.

"Erst mit der Öffnung nach Osten löst die EU ihren Anspruch ein, als Kulturraum und Wertegemeinschaft für ganz Europa zu sprechen". Deutschland bleibe Anwalt einer zügigen Osterweiterung der EU. Eine Termindebatte hält Fischer allerdings für unseriös und unangebracht.

 

 

DUG-Nachrichten

Partnergesellschaft

Der "Humboldt-Verein Ungarn" ist als korrespondierendes Mitglied der DUG aufgenommen worden. Das gleiche gilt umgekehrt für die Deutsch-Ungarische Gesellschaft. Anfang 1998 hatte die DUG einleitende Schritte unternommen, um in Ungarn endlich eine Partnergesellschaft zu finden. Schließlich gelang es, den renommierten "Humboldt-Verein" dafür zu interessieren. In den im Dezember 1998 erschienen Humboldt-Nachrichten wies der Humboldt-Verein auf die Aufnahme der DUG als korrespondierendes Mitglied bereits hin. Beide Vereinigungen sind laut ihren Vorsitzenden Stephanie I. Morvay von der DUG und János Fischer vom Humboldt-Verein an einer Zusammenarbeit interessiert. In der nächsten Ausgabe werden wir ausführlicher auf den Humboldt-Verein eingehen. dug

Besuch im Krankenhaus

Über die Situation im Komitatskrankenhaus in Pécs hat sich die DUG-Vorsitzende Stephanie I. Morvay bei einem Ungarnsbesuch im Oktober informiert. Unter anderem besuchte sie dort die Stationen Chirurgie, Innere, Zentrale Radiologie, Pathologie, Zentrallabor, Innere und Infektologie. In einem anderen Gebäude bekam sie Einblick in die Gynäkologie und Geburtshilfe und ins Zentralinstitut für Transfusiologie und Immunologie. Im Laufe des Tages schlossen sich noch andere Stationen an, so daß davon ausgegangen werden kann, daß Frau Morvay einen ziemlich guten Einblick von den Baulichkeiten und dem Zustand der einzelnen Abteilungen mitnehmen konnte. Ihr Eindruck: Es ist viel zu tun, es fehlt an allen Ecken und Enden.

Mitte Januar kam endlich ein Lkw aus Ungarn, der in Pforzheim mit fünf Paletten voller Verbandsmaterial und Inkontinenzunterlagen, an weiteren Stationen weitere Hilfsgüter abholte und schließlich bei der Firma Bosch einen Schreibtisch und Telefone einlud. Mehr dazu ud über die Probleme, Hilfsgüter ans Ziel zu bringen, in der nächsten Korrespondenz. dug

Begeisterndes Konzert

Das sommerliche Klavierkonzert Ende August 1998 im Gemeindesaal der Matthäus-Gemeinde in Gerlingen war ein toller Erfolg für den 19jährigen ungarischen Pianisten Ernö Fehér, einen außerordentlich talentierten Nachwuchsmusiker, und für die Veranstalter, die DUG, der Bürgerverein Schillerhöhe und die Matthäus-Gemeinde. Der Saal war voll. Die Zuhörer folgten den virtuosen Klängen aus dem Repertoire des Künstlers, der den Abend mit einer Eigenkomposition als Zugabe unter lautem Beifall der Anwesenden abschloß. geran

Szia aufgenommen

Die DUG hat den am 12. November 1998 gegründeten Verein Szia - Soziale Zusammenarbeit & Interkultureller Austausch zwischen Deutschland und Ungarn, als korrespondierendes Mitglied aufgenommen. Der Kölner Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, bereits bestehende Aktivitäten anderer deutsch-ungarischer Initiativen zu unterstützen. Szia plant für die kommende Zeit einen Internationalen Kulturabend, die Vermittlung von individuellen Aufenthalten bei Gastgebern in Budapest und Köln, ein ABM-Projekt, und anderes mehr. sz

DUG im Internet

Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft ist inzwischen auch im Internet zu finden. Die Korrespondenz, Informationen, Termine und Wissenswertes sind dort unter folgender Internet-Adresse abrufbar:

http://www.gemeindetag-bw.de/dug/index.php

DUG-Mitgliederversammlung

Wichtiger Terminhinweis: Die nächste Mitgliederversammlung der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft findet am 15. März, 18 Uhr, im Ungarischen Kulturinstitut, Haußmannstr. 22, in Stuttgart statt. Im Anschluß an die Mitgliederversammlung wird um 20 Uhr Dr. Siegfried Jaschinski, Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg zum Thema "Wirtschaftsstandort Ungarn aus deutscher Sicht" sprechen. Anschließend gibt die DUG anläßlich des Ungarischen Nationalfeiertags einen Empfang im Kulturinstitut. dug

Musikabend in Stuttgart

Einen Musikabend mit Bettina Klotz (Budapest) an der Violine und Angela Albert (Stuttgart) am Klavier veranstaltete die Stuttgarter Musikschule in Zusammenarbeit mit der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und der DUG Ende September 1998 im Emilie-Zumsteeg-Saal in Stuttgart. Die Ungarin Bettina Klotz, Tochter ungarndeutscher Eltern, ist Preisträgerin des Hubay-Musik-Wettbewerbs in Budapest 1998. Sie spielt seit kurzem auf einer Violine, die um die Jahrhundertwende in Berlin gebaut wurde. Dank der Unterstützung der Donauschwäbischen Kulturstiftung konnte sie dieses Instrument relativ preisgünstig in Budapest kaufen. Sie wurde in Stuttgart am Flügel begleitet von Angela Albert (Fellbach). Auf dem Programm standen bekannte Werke der Violinliteratur von Bach, Mozart, Brahms und de Sarasates "Zigeunerweisen". dug

Konzertreise

Der Kammerchor des Wildermuth-Gymnasiums Tübingen hielt sich im November zu einer Konzertreise in der Paretnerschule, das Kodály-Gymnasium in Kécskemét auf. Die Chöre beider Schulen haben im Konzertsaal der neuen Schule ein gemeinsames Konzert gegeben, das große Resonanz fand. Die DUG hat die Reise der Chormitglieder des Tübinger Gymnasiums finanziell unterstützt. Zuletzt waren die ungarischen Schüler im Mai 1998 zu Gast in Tübingen und hatten gemeinsam mit dem Chor des Wildermuth-Gymnasiums ein vielbeachtetes Konzert in der Aula der Tübinger Musikschule gegeben. wil

Kunstreise nach Ungarn

Das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart veranstaltet vom 9. bis 12. September 1999 eine Kunstreise nach Ungarn. Die geplante Teilnehmerzahl: etwa 25 Personen. Übernachtet wird im netten Mittelklassehotel in Doppelzimmern mit Bad oder Dusche/WC in der Hauptstadt Budapest.

1. Tag: Nach der Ankunft mit dem Flugzeug Fahrt ins Hotel und Bezug der Zimmer. Ab 14 Uhr große Stadtbesichtigung in Budapest. Während der Stadtrundfahrt Besuch in der Ungarischen Nationalgalerie.

2. Tag: Ausflug in die Künstlerkolonie Szentendre nördlich von Budapest. Stadtrundrang und Besuch der Margit Kovács-Keramikmuseums. Nach dem Mittagessen Besuch in einem Atelier. Bei der Rückfahrt Besuch des Victor Vasarely Museums in Óbuda. Danach Abendessen mit Weinkostprobe und Folkoreshow in einem typischen Gasthaus.

3. Tag: Tagesausflug zum Plattensee. Besichtigungen in Tihany (Töpferhaus und Abteikirche). Besuch bei einem Maler in den Weinbergen von Badacsony. Mittagessen in Balatonfüred in einer Csárda. Rückkehr ins Hotel. Abend zur freien Verfügung.

4. Tag: Ausflug in die Puszta, Stadtbesichtigung in Kecskemét mit Besuch im Museum der Naiven Maler und beim Künstler Bozsó. Pferdeschau und Kutschenfahrt in Lajosmizse. Mittagessen in der berühmten Tanyacsárda. Anschließend Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.

 

Preise: In Doppelzimmern 645 DM/Person, im Einzelzimmer 770 DM/Person. Nicht im Preis enthalten ist der Flug!

Interessenten wenden sich bitte an das:

Kulturinstitut der Republik Ungarn, Haußmannstr. 22, D-70188 Stuttgart. Tel: 0711-164870. Fax: 0711-1648710.

Ungarns Rückkehr nach Europa

Vom Gulaschkommunismus zu Marktwirtschaft und Demokratie

 

Seit Oktober ist das erste, von der DUG herausgegebene Buch mit dem Titel "Ungarns Rückkehr nach Europa", erhältlich. Der Journalist Jürgen Rahmig beschreibt und analysiert darin den Reformweg Ungarns hin zu Demokratie und Marktwirtschaft.

Zum Inhalt: Die Öffnung der ungarischen Grenze zu Österreich war der Anstoß für die "Wende" in den mittel- und südosteuropäischen Staaten und schließlich auch für das Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Fast genau 150 Jahre nach dem Aufstand gegen die Habsburger werden die Ungarn im März dieses Jahres in die Nato aufgenommen und auch der Beitritt zur Europäischen Union ist nicht mehr fern. Damit hat das Land seine beiden wichtigsten außenpolitischen Ziele seit der Wende fast erreicht, die sich unter dem Stichwort Westintegration zusammenfassen lassen.

Mit der historischen Grenzöffnung für die DDR-Bürger in der Nacht vom 10. Auf den 11. September 1989 entschied sich Ungarn endgültig für den Westen - politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich, ohne allerdings die Wurzeln im Osten zu vergessen. Verkürzt ausgedrückt: Ungarn kehrte Ende der 80er Jahre nach Europa zurück, dem es hinter dem Eisernen Vorhang gleichsam vier Jahrzehnte entrückt war.

Warum ermöglichten gerade ungarische Politiker diesen friedlichen Umschwung, diese stille Revolution im Lande? Welche Umstände, politisch, wirtschaftspolitisch und innerhalb der ungarischen Gesellschaft waren dafür verantwortlich?

Der Volksaufstand von 1956 bedeutete eine Zäsur für Ungarn. Er hatte Langzeitwirkung, denn er war schließlich von größter Bedeutung für die Entwicklung bis 1989 und die Wende. Die Ideen von 1956 verwirklichten sich rund drei Jahrzehnte später. Ungarn war nach der schmerzlichen Erfahrung von 1956 einen Weg der inneren Reformen gegangen, der das Land zu einem Ausnahmefall im komunistischen Bündnissystem machte. Unter grundsätzlicher Beachtung der Verpflichtungen in der Warschauer Paktorganisation und im Wirtschaftsverbund des RGW erfolgten wirtschaftliche Reformen mit der Wiederbelebung von Privatinitiativen, der Öffnung zum Weltmarkt und der Einführung marktwirtschaftlicher Elemente. Politisch kam es zu einer Liberalisierung, die auch Andersdenkenden einen gewissen Spielraum einräumte. Ungarns starker Mann Kádár, der Totengräber des Volksaufstandes von 1956, war für Moskau Garant dafür, daß Ungarn außenpolitisch strikt dem Kurs des Kreml folgte; andererseits ermöglichte dies - in Verbindung mit der Befürchtung der ungarischen Führung wie des Kreml, die Ungarn könnten nochmals auf die Barrikaden getrieben werden -, daß die kommunistische Führung in Budapest sich gewisse innenpolitische Freiheiten wie auch wirtschaftliche Experimente erlauben konnte. Im Westen wurde dieser spezielle ungarische Weg des Sozialismus, der Kádárismus, als "Gulaschkommunismus" bezeichnet.

In Ungarn gelangten reformerische Politiker an die Macht, die schon längst erkannt hatten, daß wirtschaftliche Reformen allein nicht greifen können, wenn sie nicht parallel laufen mit politischen. Die Revolution erfolgte zunächst von oben, immer mit Blick auf die Ereignisse von 1956, die die KP keinesfalls nochmals heraufbeschwören wollte. Die neuen Träger der Intelligenz im Partei- und Staatsapparat sorgten schließlich für die entscheidenden Anstöße. Bald kamen oppositionelle Gruppierungen hinzu, deren maßgebliche Köpfe vor allem aus dem wissenschaftlichen und kulturellen Bereich kamen. Aus der Tradition des Aufstandes von 1956, aber auch von 1848, zogen die oppositionellen Bewegungen der 80er Jahre genauso wie die Radikalreformer der KP ihre Dynamik.

Mitte der 80er Jahre kam es praktisch gleichzeitig mit der Machtübernahme Gorbatschows in der Sowjetunion zu tiefgreifenden Veränderungen auf höchster politischer Ebene. Kádár wurde schließlich gestürzt. Es ging atemberaubend schnell weiter. Dann der Schlußakkord: die Grenzöffnung für die DDR-Flüchtlinge 1989 und Ende 1989 die Ausrufung der Republik Ungarn. Wenig später fanden die Wahlen statt. Inzwischen sind fast zehn Jahre vergangen. Das Schlußkapitel des Buches befaßt sich mit dem Weg Ungarns seit 1989 und versucht einen Ausblick zu geben.

Das Buch wird vom neu gegründeten Verlag der DUG herausgegeben, hat 198 Seiten und kostet 25 Mark. Es ist im Buchhandel unter der Bestellnummer ISBN 3-9806483-0-3 erhältlich, kann aber auch direkt über die DUG-Geschäftsstelle bezogen werden. dug

Die Ungarndeutschen

Ende 1998 präsentierte das Ungarische Kulturinstitut unter Leitung von Vera Szolnoki in Stuttgart den Band "Die Ungarndeutschen". Anwesend war unter anderem auch der Herausgeber des 128seitigen Buches, Karl Manherz, ungarischer Linguist, Folklorist, Universitätsprofessor. Seine Forschungsgebiete sind die Sprachgeschichte, die Sprachsoziologie, die Zweisprachigkeit, die Kultur und Volkskunde der Deutschen in Ungarn. Manherz, selbst Ungarndeutscher, hatte von 1984 bis 1992 mehrere wichtige wisenschaftliche und politische Funktionen inne. Seit 1992 ist er Direktor des Germanistischen Institut und Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Autoren des Bandes sind die Mitarbeiter des Ungarndeutschen Forschungs- und Lehrerbildungszentrums am Germanistischen Institut der Geisteswissenschaftlichen Fakultät.

Die Moderation in Stuttgart übernahm Ottó Heinek, der stellvertretende Vorsitzende des Amtes für nationale und ethnische Minderheiten in Budapest. Das Koreferat hielt Dr. Paul Ginder.

Die Deutschen spielten unter den in Ungarn angesiedelten und dort seßhaft gewordenen Nationen seit dem Frühmittelalter eine bedeutende Rolle. Ihre moderne Arbeitskultur, ihre starke Gemeinschaftsorganisation hatte einen großen Einfluß auf die Ganzheit der ungarischen Nation. Gleichzeitig nahmen sie auch die hier vorgefundene Traditionsordnung der Ungarn und anderer Nationalitäten in ihre Kultur auf. Das Kennenlernen der Geschichte der Ungarndeutschen und die Pflege der Bräuche von heute ist durch das Interesse sowohl am Deutschtum als auch der mit ihm in einem Staat lebenden anderen Völker gegeben, schreibt Ferenc Glatz, der Präsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften über diesen Band.

In sieben Kapiteln wird ein historischer Überblick gegeben, werden die Ungarndeutschen im 20. Jahrhundert behandelt, Sprache und Kultur, Volkskultur, Bräuche, Traditionen und bedeutende historische Persönlichkeiten abgehandelt und ein geographischer Überblick über die wichtigsten Städte und Landschaften im historischen Ungarn gegeben, die einmal von Deutschen bewohnt wurden beziehungsweise bewohnt werden.

Das Buch kostet sieben Mark. Bestellnummer: ISBN963 9001 35x. Der Band kann auch beim Verlag bestellt werden: Útmutató Verlag, Váci út 54, H-1132 Budapest. dug

Ungarn in Europa

Um den gesellschaftlichen und um den raumstrukturellen Wandel in Vergangenheit und Gegenwart in Ungarn geht es in dem Buch "Ungarn in Europa", das Prof. Dr. Volker Albrecht vom Institut für Didaktik der Geographie an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main und sein Szegeder Kollege Prof. Dr. Gábor Mezösi herausgegeben haben. Ungarn ist eines derjenigen Länder, die im Rahmen der Nato- und EU-Erweiterungen verstärkt in eine gesamteuropäische Perspektive gelangen.

Die in diesem Band zusammengefaßten Abhandlungen gliedern sich in die Themenblöcke "Ungarn in Europa, regionale Transformationsprozesse und Mensch-Umwelt Beziehungen". Es werden wesentliche Veränderungen dargestellt. Die europäische Dimension stellt bei allen Themen einen wichtigen Bezug dar. gufm

Geschenke aus Waldstetten

Fahrräder, Teppiche, Spielzeug, Wolle, Farben und anderes mehr spendete die Gemeinde Waldstetten der ungarischen Gemeinde Sopron-Bánfalva/Wandorf. Ende November 1998 brachten Vertreter der Gemeinde die Sachen, die für die Schule und den Kindergarten von Sopron-Bánfalva gedacht waren, nach Ungarn. Unter den Gästen aus Waldstetten befanden sich auch einige, die einst in ihrem Heimatort Wandorf den Kindergarten und die Grundschule besucht hatten. nz

Wissenschaftspreis

Einen Wissenschaftspreis für Dissertationen, die sich mit den Vertreibungsgebieten im Osten, ihrer deutschen Bevölkerung oder den aus diesen Gebieten vertriebenen deutschen Bevölkerungsgruppen befassen, schreibt die Stiftung Ostdeutscher Kulturrat aus. Die Einsendungen müssen bis 26. März 1999 an die Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, Kaiserstraße 113, D-53113 Bonn, gerichtet werden. nz

Förderwettbewerb

Die Robert Bosch Stiftung schreibt im Schul- und Projektjahr 1999/2000 zum zweiten Mal den Förderwettbewerb "Junge Wege in Europa" aus, der die gemeinsame Projektarbeit von Schüler- und Jugendgruppen aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa zum Gegenstand hat. Schüler und Jugendliche aus Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern erhalten die Möglichkeit, sich auf diesem Wege intensiv kennenzulernen und Partnerschaften aufzubauen. Die Projektarbeit soll sich mit Themen beschäftigen, die den Alltag sowie die Vorstellungen und Erwartungen Jugendlicher in einen zusammenwachsenden Europa widerspiegeln. Dazu gehört das Schulleben ebenso wie gesellschaftspolitische, wirtschaftliche, soziale, landeskundliche oder historische Fragen. Über die Projekte hinaus soll Zeit bleiben für persönliche Begegnungen; ein Aufenthalt in Gastfamilien ist einzuplanen.

Gefördert werden Projektpartnerschaften mit Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Rußland, Weißrußland und der Ukraine. Teilnahmeberechtigt sind alle Schularten (Klassen, Arbeitsgemeinschaften, Schulclubs) sowie Jugendgruppen. Das Alter der Teilnehmer soll zwischen 14 und 21 Jahren liegen. Eine ausführliche Programminformation und Bewerbungsunterlagen können bei der

Robert Bosch Stiftung GmbM

Referat Bildung und Erziehung

Postfach 10 06 28

D-70005 Stuttgart angefordert werden. rbs

Deutsches Abitur

Am Ende des Schuljahres 1998/99 werden die ersten Schüler und Schülerinnen des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baja gleichzeitig ein ungarisches und ein deutsches Abitur ablegen können. Diese Chance ist besonders für diejenigen Schüler wichtig, die, auf welchem Wege auch immer, in Deutschland oder in einem anderen Land der Europäischen Union studieren wollen. Nach Angaben der Direktorin des Bildungszentrums, Dr. Elisabeth Knab, bezeichnete dies in einem Interview mit der "Neuen Zeitung" als eine "ganz neue Sache in unserer Einrichtung. In einem Kooperationsprojekt mit der Deutschen Schule Budapest haben wir das schon seit Jahren vorbereitet, und die Schüler der ersten Klassen dürfen nun dieses Abitur an der Deutschen Schule Budapest machen." Das bedeute, die Schüler bekämen sowohl ein ungarisches wie ein deutsches Abiturzeugnis. nz

Sprachkurse des Kulturinstituts

Ungarisch-Sprachkurse bietet das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart an. Fragen zum Angebot für die Grundstufe, Mittelstufe, Oberstufe, Einzelunterricht, Wochenendkurse, Sprachklub und Sprachstammtisch richten Sie bitte an das Kulturinstitut der Republik Ungarn, Haußmannstr. 22, 70188 Stuttgart, Tel. 0711/164870. kru

Osterweiterung im Interesse der Europäischen Union

Dr. Balazs und Dr. Hänsch auf der Veranstaltung Agenda 2000 in Stuttgart

"Das Volumen des Handels zwischen Baden-Württemberg und Ungarn nimmt ständig dynamisch zu, stieg schon auf über vier Milliarden Mark und ist damit größer als unser Handel mit den Vereinigten Staaten. Ungarn gehört zu den zehn größten Außenhandelspartnern Baden-Württembergs. Über 400 baden-württembergische Firmen sind schon in Ungarn tätig." Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist sehr wichtig, aber damit erschöpft sich die Kooperation zwischen Stuttgart und Budapest nicht. Wie der ungarische Botschafter in Bonn, Dr. Péter Balázs, auf der Veranstaltung Agenda 2000 Mitte November 1998 im Stuttgarter Landtag weiter ausführte, unterstütze Baden-Württemberg Ungarn in bedeutendem Maße auch in der Bildungs- und Ausbildungshilfe und in der Kulturarbeit in Ungarn.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Baden-Württemberg ausgesiedelten Ungarndeutschen spielten und spielen trotz der ihnen geschehenen Ungerechtigkeiten eine Vorreiterrolle in der Pflege der Beziehungen, sagte er auf der gemeinsamen Veranstaltung von Landtag und Landesregierung sowie des Europäischen Parlaments. Ihnen gelte sein besonderer Dank. Ungarn werde im Jahr 2000 die Staatsgründung vor 1000 Jahren feiern. "Es ist für uns alle eine große Freude, daß die baden-württembergische Landesregierung sich bereiterklärt hat, sich an dem geplanten Veranstaltungsprogramm der Feierlichkeiten zu beteiligen."

Balázs lobte die Arbeit der Gemischten Kommission Ungarn/Baden-Württemberg und bedankte sich bei deren langjährigem Vorsitzenden, Staatssekretär Gustav Wabro. Seine Tätigkeit in Stuttgart, Bonn und Brüssel habe die ungarisch-deutsche und ungarisch-baden-württembergische Freundschaft gefestigt, die Zusammenarbeit vorangetrieben und die Integration Ungarns in die EU unterstützt. Seinem Nachfolger, Staatssekretär Stächele, wünschte Balázs viel Erfolg und dieselbe gute Zusammenarbeit mit Ungarn. Als eine bedeutende Veranstaltung der europapolitischen Zusammenarbeit hob der Botschafter die Präsentation "Ungarn und Baden-Württemberg _ eine erfolgreiche Partnerschaft in Europa" im Informationsbüro des Landes Baden-Württemberg in Brüssel hervor. Die Veranstaltung am 17. März 1998 fand zwei Wochen vor Beginn des Erweiterungsprozesses der EU statt.

Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, der Europaabgeordnete Dr. Klaus Hänsch, erklärte, die Europäische Union stehe vor der größten Herausforderung ihrer fast 50jährigen Geschichte. "Die großen Umwälzungen der Jahre 1989/90 haben den Völkern Mittel- und Osteuropas die Perspektive eröffnet, eines Tages zur EU zu gehören. Sie wollen uns, und wir wollen den Beitritt der mittel- und osteuropäischen Staaten." Die Aufnahme der Völker Mittel- und Osteuropas in die EU sei die angemessene Antwort des Westens auf die Selbstbefreiung des Osten.

Die Osterweiterung sei kein Geschenk, keine Gratifikation, die dem Osten gewährt werde. Das sei falsch, sagte er. "Dieser Beitritt ist in unserem eigenen Interesse". Wenn die Völker im Osten daran scheiterten, die Demokratie zu festigen, Wirtschaft und Verwaltung zu modernisieren, die Umwelt zu schützen und zu schonen, soziale Sicherheit aufzubauen, "dann scheitern wir mit ihnen". Heute sei auch wirtschaftliche, soziale und ökologische Stabilität unteilbar.

Hänsch verhehlte selbstverständlich nicht, daß es ungeheuer viel Arbeit und Einsatz bedeute, diese Staaten beitrittsfähig zu machen, sie an das Niveau der EU heranzuführen. Die Agenda 2000 veranschlage die Vor-Beitrittshilfe der EU bis zum Jahr 2006 mit 42 Milliarden DM. Damit werde die Union in den nächsten sieben Jahren für den "Aufbau Ost" mehr als doppelt so viele Mittel zur Verfügung stellen wie in den vergangenen zehn Jahren. "Das ist eine gute Investition in die Zukunft Europas." ltg/jr

 

Termine/Veranstaltungen

13. Februar: Backnanger Schwabenball im Bürgerhaus der Stadt.

20. Februar: Budapester Klaviertrio. Veranstalter ist das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart. Ralph Bergmann, Tamás Puskás und Zoltán Paulich spielen Stücke von Balázs Szunyogh, Alexander von Zemlinsky und Beethoven. Beginn der Veranstaltung im Kulturinstitut ist um 19.45 Uhr. Eintritt 15 DM/10 DM.

22. Februar: Das Ungarische Kulturinstitut lädt ein zur Ausstellungseröffnung von Petra Lemmerz und Attila Csörgö. Beginn: 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis 16. April von Montag bis Freitag von zehn bis 17 Uhr geöffnet.

3. März: Wirtschaftstag Ungarn. Deutsch-Ungarische Kooperationsbörse der Zulieferindustrie in der Landesbank Baden-Württemberg, Am Hauptbahnhof 2, Stuttgart. Informationen und Anmeldungen bei Frau Schwab, System Consult Metzingen, unter der Tel.-Nr. 07123/9202-0.

10. März: Der Schriftsteller Imre Török wird am 10. März um 19.30 Uhr im Ungarischen Kulturinstitut sein neuestes Buch "Ung-gar - Reflexionen eines Grenzgängers" vorstellen und daraus lesen. Eintritt 10 DM/6DM.

15. März: Mitgliederversammlung der DUG im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart. Beginn 18 Uhr. Anschließend um 20 Uhr Vortrag von Dr. Jaschinski von der Landesbank Baden-Württemberg, danach Empfang zum Ungarischen Nationalfeiertag.

19. März: Ausstellung im Rittersaal Schloß Deufringen: "János Göncz _ Naive Malerei". Die Eröffnung der Ausstellung ist am 19. März um 18 Uhr. Weitere Öffnungstage sind der 20. März, 21. März, 27. und 28. März, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Die Ausstellung kam auf Vermittlung der DUG zustande. János Göncz stammt aus dem ungarischen Gebiet Sloweniens und lebt in seiner deutschen Wahlheimat im Esslinger Raum. Seine Motive stammen aus dem Bauernmilieu des donauschwäbischen Siedlungsraumes und dem Esslinger Raum.

1. bis 5. April: Theaterreise nach Budapest zur Budapester Partnerbühne, dem Katona József Theater. Veranstalter ist das Theater tri-bühne. Am Sonntag, 21. März, 11 Uhr, Informationen zur Theaterreise im Foyer des Theater tri-bühne, Eberhardstr. 61, D-70173 Stuttgart; Tel.: 0711/2364610, Fax: 0711/2360717, Internet: http://www.tri-buehne.de

17. April: Bundesschwabenball: Der Bundesschwabenball in der Stadthalle Gerlingen finden am 17. April 1999 statt. Als Ehrengast hat bereits der Europaabgeordnete Otto von Habsburg zugesagt. Als weitere Ehrengäste werden Vertreter der Ungarischen Botschaft sowie des Ungarischen Generalkonsulates erwartet.

20./21. April: Daimler/Chrysler Symposium "Ungarn in Europa". Dabei soll am 21. April die gleichnamige Ausstellung der DUG bei Daimler/Chrysler in Stuttgart präsentiert werden.

30. April: Die beiden Zimbalon-Künstlerinnen Agnes Szakály und Rózsa Farkas geben am Freitag, 30. April (19.45 Uhr), im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart ein Konzert.

9. bis 14. Mai: 1. Jugendkulturfestival der Partnerstädte Wertheim und Szentendre mit Beteiligung einer Gruppe aus Szentendre und Csobánka in Wertheim.

12. bis 14. Mai: Die GWZ bietet in ihrem Veranstaltungsprogramm Außenwirtschaft den Besuch der Messe "Industria" in Budapest an.

12. bis 16. Mai: Partnerschaftsfest in Wertheim, Feierlichkeiten zum Jubiläum zehn Jahre Partnerschaft Szentendre-Wertheim.

17. bis 20. Juni: Voraussichtlich Partnerschaftsfeier in Biatorbagy.

3./4. Juli: Partnerschaftswochenende der Gemeinden Schefflenz und der ungarischen Gemeinde Agendorf in Schefflenz. Geplant ist ein Dorffest, auf dem auch der Grenzöffnung vor zehn Jahren gedacht werden soll.

16. bis 18. Juli: Stadt-, Kultur- und Heimatfest, verbunden mit der zehnjährigen Partnerschaft zwischen Herbrechtingen und Biatorbagy, dem Jubiläum zur Stadterhebung vor 25 Jahren und der 1 222-Jahrfeier Herbrechtingens.

16. bis 19. Juli: Partnerschaftstreffen der Gemeinden Ubstadt-Weiher und Csolnok in Ubstadt-Weiher. Zahlreiche Aktivitäten sind geplant.

9. bis 12. September: Kunstreise nach Ungarn. Veranstalter ist das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart. Geplante Teilnehmerzahl rund 25 Personen.

25. September: Bácsalmáser Heimattreffen und Kirchweihfest im Backnanger Bürgerhaus.

Ende September: 13. Internationales Jugendsportturnier der Wertheimer Partnerstädte in Szentendre.

Mitte 1999: Im Rahmen der bestehenden Städtepartnerschaften der Stadt Donaueschingen finden abwechselnd Internationale Jugendbegegnungen in Donaueschingen sowie den Partnerstädten Saverne (Frankreich) und Vàc in Ungarn statt. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist für den Sommer dieses Jahres in Saverne geplant.

 

(Für die Richtigkeit der Angaben, die uns zugeliefert wurden, übernimmt die DUG keine Verantwortung)

 

Service /Anschriften

 

Namen und Anschriften des

DUG-Vorstandes:

 

Stephanie J. Morvay

Amselweg 35

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Tel.: 07156 292 54

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Thomas Bleicher

Nanetteweg 10

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Tel.: 07156 43 08 44

Doris Frank

DUG-Geschäftsstelle

Hauptstraße (Rathaus)

70839 Gerlingen

Tel.: 07156 205-325

Fax: 07156 205-345

(die Geschäftstelle ist mittwochs

von 16 bis 19 Uhr besetzt)

Weitere wichtige Anschriften:

Kulturinstitut der Republik Ungarn

Haußmannstr. 22, D-70188 Stuttgart

Tel.: 0711/164870

Fax: 0711/1648710

Botschaft der Bundesrepublik

Deutschland in Budapest:

XIV. Bezirk, Stefánia út 101-103

Tel.: 003 61/2 51 89 99

Fax.: 003 61/1 60 19 03

Botschaft der Republik Ungarn in Deutschland: Turmstraße 30, 53175 Bonn

Tel.: 02 28/37 11 12

Fax: 02 28/37 10 25

Außenstelle Berlin:

Unter den Linden 76,

10117 Berlin

Tel.: 2 20 25 61

Fax.: 2 29 22 57

Hinweise für den Veranstaltungsteil, Termine, Beiträge und Material für die DUG-Korrespondenz bitte an die DUG-Geschäftsstelle oder an:

Jürgen Rahmig, Sperberweg 21

72829 Engstingen

Tel. und Fax: 07129 75 60

Wir sind übrigens dankbar für Anregungen und Verbesserungsvorschläge zur DUG-Korrespondenz!

Der ungarische Dukat im frühzeitlichen Europa

Zahlreiche privilegierte Städte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation prägten Münzen nach ungarischem Beispiel

Von János Buza

Über Jahrhunderte hinweg war die Herrschaft des Silbergeldes charakteristisch für das mittelalterliche Europa. Das Goldgeld begann seinen Siegeszug in der Mitte des 13. Jahrhunderts. In Florenz und Genua wurden seit 1252 wertvolle Goldmünzen geprägt, aus dem "fiorino d’oro" der am Arno liegenden Stadt entstand der Name Florin (Goldgulden). Seinen Erfolg bewundernd begann man auch anderenorts Goldmünzen zu prägen; in Venedig wurden 1284 die auch unter dem Namen "zecchino" bekannten Dukaten in Umlauf gebracht, und _ da man mit der Zeit auch Silbergulden zu prägen begann _ bezeichnete man die Golddukaten immer häufiger als "Dukaten".

Das mittelalterliche Ungarn _ nach Inama Sternegg das "goldene Nachbarreich" _ stellte sich 1325 in die Reihe der Länder, die Golddukaten in Umlauf brachten; in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden in einzelnen Jahren auch 400 000 bis 450 000 Münzen dieser Art geprägt. "Der Siegeszug des ungarischen Goldes im Mittelalter" _ Worte von G. Probszt _ ist zum Teil auf die große Menge, zum Teil aber auch auf die gute Qualität des ungarischen Goldgulden zurückzuführen. An dieser Stelle muß allerdings bemerkt werden, daß die ungarischen Dukaten nicht nur im Mittelalter leuchteten, sondern auch in der neuen Neuzeit Glanz ausstrahlten.

Im Mittelmeerbecken spielte der Venezianische Dukat die Rolle des "Dollar", jedoch im Norden der Linie Buda _ Wien _ Alpen _ Antwerpen war der ungarische Dukat das meistgesuchte Zahlungsmittel. Gibt es genügend Beweise dafür? _ so kann sich dem Leser die Frage stellen. Die eventuellen Zweifel können unter anderem damit beseitigt werden, daß zahlreiche privilegierte Städte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation Goldmünzen nach dem Beispiel des ungarischen Dukaten prägen wollten. Dies war 1521 in Augsburg der Fall, als auf der Reichsversammlung zu Worms Karl V. um entsprechende Erlaubnis gebeten wurde. Der Kaiser erlaubte der Reichsstadt, Dukaten zu prägen, "...doch solcher Massen, daß der Ducat mit Schwer und Korn, Nadel und Grad, Gehalt auf Zahl und Werschaft, den Hungerischen, Venedigischen oder Mailänder oder Florentiner Ducaten gleich..." wird. Begibt man sich weiter nach Norden, so stellte man fest, daß solch namhafte Hansestädte wie z.B. Hamburg und Lübeck, weiterhin auch weltliche Mächte gern den sog. "Ungarischen Dukaten" prägten.

Die Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 setzte den Dukaten vor den Rheinischen Goldgulden; zwar enthielt der nach Reichsmaß geprägte Dukat 1/288 weniger Gold als die ungarische Prägung, trotzdem bezeichnete man die den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Dukaten, also Münzen von guter Qualität, im ganzen Reich als "Ungarische Dukaten". Es sind zahlreiche Kursaufzeichnungen bekannt, auf denen der ungarische Dukat an erster Stelle stand. Der Wert der Goldmünzen von zuverlässiger Qualität stieg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch deshalb, weil aus Lateinamerika Unmengen von Silber nach Europa strömten, und sich der Wert der beiden Edelmetalle zugunsten des Goldes veränderte. Als Begleiterscheinung der sog. "Preisrevolution" erhöhte der stufenweise Zerfall der Kaufkraft des Geldes, beziehungsweise die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch schleichende, sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts beschleunigende, bei Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) jedoch bereits galoppierende Inflation die Nachfrage nach Goldmünzen, darunter auch die nach des hervorragend bewerteten ungarischen Dukaten. Im ausgezeichneten "Müntz-Spiegel" von T. Friese (1592) ist zu lesen, daß unter den Dukaten "Diese Ungarischen seyn daß besten Goltes." Seinen Bekanntheitsgrad unterstreicht auch der Fakt, daß der in Hannover geborene H. Büting in seiner in zahlreichen Auflagen erschienenen Bibel-Interpretation die biblischen Silbermünzen in Reichstaler, die Goldmünzen jedoch in ungarische Dukaten umrechnete. So konnten Leser um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert das märchenhafte Geschenk von Krösus auch in ungarischen Dukaten gemessen bewundern.

Aus Platzgründen muß hier von der Aufzählung der Kopien des ungarischen Dukaten abgesehen werden. Erwähnt werden soll jedoch unbedingt der seit 1586 in den Niederlanden geprägte "Hongaarsche ducaten", der im Handel im Ostseeraum sehr beliebte ungarische Dukat. Nach Angaben der sich im 17. Jahrhundert zum Finanzzentrum der Welt entwickelten "Amsterdamische Wisselbank" war im Jahr 1611 der Anteil des Goldes der sog. "Ungarischen Dukaten" am Gold der Bank sehr bedeutsam.

In der einzigen Münzordnung des als "Winterkönig" bezeichneten tschechischen Königs - Kurfürst Friedrich - steht ebenfalls der "Dukár Uhersky" an erster Stelle, in der Zeit der großen Geldentwertung, der sog. "Kipper- und Wipperzeit", genauer gesagt im Jahr 1621, beginnt der ungarische Dukat von Kaiser Sigismund auf einem Flugblatt seinen Monolog mit den Worten: "Ich bin das beste Gold im Reich."

Der die Wirtschaft Mitteleuropas erschütternden Inflation (1618 bis 1628) schlossen sich über mehrere Jahrzehnte hinweg stabile Geldwertverhältnisse an. Zwar waren neben den aus Silber geprägten Reichstalern die Dukaten auch weiterhin Zahlungsmittel, da jedoch monetäre Störungen für längere Zeit ausblieben, sprach man auch weniger von ihnen. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde nicht mehr der ungarische, sondern der "Kremnitzer Dukaten" erwähnt, wenn man Goldmünzen von wirklich guter Qualität bezeichnen wollte, denn die Kopierer - mit Ausnahme der Kremnitzer Münze auch die Münzen des Habsburger Hauses - brachten Dukaten mit einem etwas geringeren Goldgehalt in Umlauf. In Westeuropa erhöhte sich die Bedeutung der holländischen Dukaten infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs und Gewichts der Niederlande, obwohl ihre Qualität die der ungarischen Prägungen nicht erreichte. Newton setzte "The Hungary Ducat" im Jahr 1702 als Beamter des Mint Office vor "The Ducat of Holland coynes ad legem Imperii".

Als Ausblick kann gesagt werden, daß die Dukaten - unter ihnen auch der ungarische - eine mehrere Jahrhunderte dauernde Karriere hatten, der seit 1559 geprägte Reichsdukat war bis zum Jahr 1857 gesetzliches Zahlungsmittel, als Handelsmünze blieben die Dukaten sogar bis zum Ersten Weltkrieg im Umlauf.

Die Dukaten erfreuten sich zwar über einen langen Zeitraum großer Nachfrage, im Geldumlauf konnten sie trotzdem nicht die Rolle spielen, die heute vom Euro erwartet wird. Es kann aber bemerkt werden, daß der - auch im Zusammenhang mit dem Euro formulierte - Anspruch nach einheitlichem Geld und Maßen auch zu der Zeit anzutreffen war, als die Dukaten sehr beliebt waren. Im von religiösen Spannungen belasteten Deutschland wurde im 16. Jahrhundert in der Rheingegend dieses kleine Gedicht veröffentlich (R. Budelius: Köln, 1591):

"So hetten wir einen Glauben,

Gott und Gerechtigkeit vor augen,

Ein Ehl, Gewicht, Maß, Müntz und Gelt,

So stünd es wol in diser welt."

(János Buza ist Professor an der Budapester Wirtschaftsuniversität, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte. Er war Humboldt-Stipendiat 1980 und 1986 in Erlangen-Nürnberg)

Roman-Herzog-Stipendien

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat 44 Roman-Herzog-Stipendien an jüngere Nachwuchswissenschaftler aus Mittel- und Osteuropa verliehen. Polen steht mit zehn positiven Entscheidungen an der Spitze, dicht gefolgt von Ungarn mit neun Verleihungen. euk

Tatkräftige Unterstützung für Máriakemend

Möbel für die Schule und Kleidung für die Armen

Von Elsa Koch

Die ehemalige Großgemeinde Máriakemed liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung, 25 Kilometer südlich von Pécs. Die Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit haben dieser Gemeinde übel mitgespielt. Heute zählt die Gemeinde nur noch rund 550 Einwohner und von dem früheren Reichtum der Gemeinde ist nicht mehr viel zu sehen. Die alten, stuckverzierten Bauernhäuser entlang der Hauptstraße künden noch von besseren Zeiten. Doch auch diese "Zeitzeugen" sind vom Verfall bedroht, denn die Gemeinde ist sehr arm und es sieht sich niemand in der Lage, diese alten Gebäude zu sanieren.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Feri Rott, ist ein engagierter Mann, der sich für die Belange der Gemeinde einsetzt und bemüht ist, die Infrastruktur zu verbessern. Es fehlen ihm jedoch die finanziellen Mittel und so ist er froh, daß er immer wieder tatkräftig unterstützt wird.

So wurde vor ein paar Jahren die nicht mehr benötigte Schulküche der Verbandshauptschule Staig nach Máriakemend geliefert. Von einem Fachmann wurde sie dort im Gemeindehaus eingebaut und so können jeden Tag die Schule und der Kindergarten mit Mittagessen beliefert werden. Auch ältere Leute können sich dort ihr Mittagessen gegen geringe Kosten abholen. Ebenfalls auf die Initiative des früheren Hausmeisters der Verbandshauptschule Staig hin konnten fünf der sieben Klassenräume der Schule in Máriakemend mit guterhaltenen Schulmöbeln ausgestattet werden. Bürgermeister Rott ist für solche Unterstützungen sehr dankbar. Das größte Problem solcher Aktionen ist jedoch immer der Transport. Doch auch dies wurde bisher stets gemeistert.

Ganz große Hilfe hat die Gemeinde Máriakemend auch im vergangenen Jahr erfahren. Stephanie Morvay von der DUG in Gerlingen hat von der Bedürftigkeit der Gemeinde Máriakemend erfahren. Sie hat sogleich ihre Hilfe zugesagt und so konnten schon einige Aktionen gestartet werden. Im Frühjahr wurden zwei Sendungen mit gut erhaltener Bekleidung nach Máriakemend gesandt. Auch über 100 deutschsprachige Bücher waren dabei. Nach Aussage der Deutschlehrerin, Frau Bodo, werden diese Bücher sehr oft ausgeliehen.

Im Juni 1998 hat Stephanie Morvay einen großen Lkw vollbeladen mit Büromöbeln, Schreibtischen, Stühlen, Schränken, mit Bekleidung und Einrichtungsgegenständen in die ungarische Gemeinde geschickt. Diese wurden von der Firma Bosch und von Privatpersonen gespendet.

Solche Hilfsaktionen sind eine große, wertvolle Hilfe für die Gemeinde Máriakemend. Die Möbel, welche die Gemeindeverwaltung nicht selbst benötigt, die Bekleidungsstücke und anderen Gegenstände, wurden bei einem "Gemeindemarkt" im Rathaus zu sehr günstigen Preisen verkauft. Die Ärmsten der Gemeinde bekommen die Bekleidungsstücke geschenkt. Mit dem erzielten Gewinn wurden dringend benötigte Einrichtungsgegenstände, Spielgeräte und Spielsachen für den Kindergarten angeschafft.

Die Fahrt der 16 Schüler aus Máriakemend, die im letzten Jahr eine Woche hier in Staig zu Besuch waren, wurde ebenfalls von solchen Hilfsaktionen unterstützt, so daß auch minderbemittelte Kinder an dieser Fahrt teilnehmen konnten. Auch bei dieser Aktion haben wir Máriakemender große Hilfe von der DUG und Stephanie Morvay erfahren. Denn durch ihre Vermittlung wurden uns 1 100 Mark von der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg bewilligt.

Im Oktober 1998 hat sich Stephanie Morvay persönlich von der Bedürftigkeit der Gemeinde und vor allem vom richtigen und sinnvollen Einsatz der Hilfsgüter überzeugt.

Neue Botschaft in Berlin

Anstelle des in DDR-Zeiten errichteten Büro- und Wohngebäudes der ungarischen Botschaft in Berlin wird ein neues errichtet. Das wertvolle Grundstück, das durch Austausch in ungarisches Eigentum gelangte, liegt direkt am Brandenburger Tor. Auf einem Teil des Grundstückes wird die neue Botschaft errichtet, während die deutsche Firma, die die Ausschreibung gewonnen hat, als Entgelt zwei Drittel der Fläche für 99 Jahre verwenden und verwerten kann. Es soll ein Gebäudekomplex mit Büros, Wohnungen und Geschäften entstehen. Das Unternehmen errichtet auch eine Botschafterresidenz in einem westlichen Bezirk Berlins und sorgt weiter für 25 Wohnungen für die Mitarbeiter der aus Bonn in die neue Hauptstadt Berlin umziehenden ungarischen Vertretung. npl

 

IST-Programm der EU

Am 1. Januar ist das vierjährige, fünfte Forschungs- und Technologieentwicklungs-Programm der Europäischen Union angelaufen. Darin sind fünf Milliarden Euro für das IST-Projekt (Information, Gesellschaft, Technologie) veranschlagt. Am Programm nimmt unter anderem auch Ungarn teil. nz

 

DUIK in neuen Räumen

Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) residiert seit dem 1. November in neuen Räumlichkeiten in der Lövoház utca 30 im II. Budapester Stadtbezirk. Bisher war sie im Ex-Gebäude der DDR-Außenwirtschaftsvertretung untergebracht. npl

 

Soldatenfriedhof

Bei Budaörs haben der ungarische Verteidigungsminister János Szabó und der deutsche Botschafter Hasso Buchrucker Ende Oktober 1998 zusammen mit den Präsidenten der deutschen und der ungarischen Kriegsgräberfürsorge sowie dem Bürgermeister von Budaörs einen Friedenspark eröffnet. Nach dem gemeinsamen Pflanzen von acht Bäumen und einer Kranzniederlegung wurde der Friedhof von Geistlichen der katholischen und protestantischen Konfessionen geweiht. In Zukunft sollen dort die sterblichen Überreste der Soldaten, die man östlich der Donau in noch unentdeckten Kriegsgräbern vermutet, nach Budaörs überführt werden und hier ihr letzte Ruhestätte finden. npl

 

Wirtschaftstagung

Um die Vermeidung und Bekämpfung von Korruption in den Reformstaaten und um den Wandel der Mentalität in diesen Ländern ging es im Herbst 1998 auf einer Wirtschaftstagung, die die Hanns-Seidel-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die deutschsprachigen evangelischen, katholischen und reformierten Gemeinden Ungarns in Budapest veranstalteten. Im Hinblick auf Ungarn, sagte Pál Becker, Staatssekretär a.D. von der Ungarischen Katholischen Kirche, müsse davon ausgegangen werden, daß in den letzten vier bis fünf Jahrzehnten Korruption zur alltäglichen Praxis gehörte. Sie sei eine Art von Anpassungsform gewesen und habe mehr der Deckung der unmittelbaren Bedürfnisse gedient. Notwendig seien nach Ansicht von Becker strenge rechtliche Regelungen, die Verstärkung der Polizeikräfte und der Justiz, sowie die Erhöhung der Beamtengehälter. Die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft ist nach Ansicht von Gábor Gérnyi, dem Ministerialdirektor im Ungarischen Wirtschaftsministerium, das Vertrauen des Einzelnen in die gesellschaftlichen Strukturen, den Staat und die Wirtschaft. Es gelte die moralische Werteordnung wiederherzustellen. Hierzu gehöre vor allem auch die Berechenbarkeit der Wirtschaft, um die Sehnsucht der Menschen nach Stabilität und das Vertrauen der Bürger in die Funktionsfähigkeit und die Möglichkeit des langfristigen Planens wiederherzustellen. npl Orbán in Deutschland

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán sprach im Rahmen seines Besuchs Ende November 1998 in Deutschland mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, der ihm versicherte, Deutschland sehe Ungarn als einen sicheren Beitrittskandidaten der Europäischen Union. Die gebotene Unterstützung, so der neue Kanzler, hänge dabei nicht von der jeweiligen Parteifarbe der deutschen Regierung ab. Orbán hatte versichert, die ungarische Wirtschaft befinde sich heute in einem besseren Zustand als die von Spanien oder Portugal zu der Zeit, als diese Länder in die EU aufgenommen worden waren. Orbán vermerkte, der sozialdemokratische Bundeskanzler betrachte im Gegensatz zur alten Regierung die Lösung der inneren Probleme der EU als zunächst vorrangig, was dem Beitrittswunsch aber nicht abträglich sei. jr

Hilfe für die Hilflosesten

In den vergangenen Jahren seit der wirtschaftlichen und politischen Wende ist die Zahl der elternlosen Kleinkinder in Ungarn stark angestiegen. Ungewollte Schwangerschaften, Kinder, die unmittelbar nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurden, wie es amtlich heißt, sowie solche Kinder, die aufgrund der Entscheidung staatlicher Einrichtungen in ihrem besten Interesse den Eltern entzogen werden, weil jene aus den unterscheidlichsten Gründen nicht in der Lage sind, für sie zu sorgen _ all diese Kleinkinder bis zum Alter von etwa drei Jahren leben im Haus für Kinder in der Szarvas Gábor utca in Budapest sowie in sechs weiteren derartigen, hilfreichen Einrichtungen der Hauptstadt. Man hofft, sie alle bis zum Alter von drei Jahren an passende Adoptiveltern vermitteln zu können. So lange werden sie in der Szarva Gábor utca von Dr. Veronika Patak und

ihren Helfern betreut und aufgezogen.

Für 64 Kinder eingerichtet, leben dort aber immer zwischen 70 und 80 dieser hilflosesten der Hilflosen, dort erhalten sie Zuwendung und Aufmerksamkeit. Insgesamt 70 Mitarbeiterinnen hat das Haus, 30 davon sind unmittelbare Betreuerinnen der Kinder. Das Haus wird zu einem Drittel vom Staat, zu zwei Dritteln von der Stadt finanziert, doch vor allem die steigenden Energiekosten machen es zunehmend schwerer, noch genügend für die Kleidung und Spielzeug für die Kinder anzuschaffen. Die nahegelegene Deutsche Schule hilft, doch ist Hilfe und Unterstützung _ vor allem was Spielzeug und Kleidung, aber auch den täglichen Bedarf an Pflegemitteln für Kleinkinder angeht, hochwillkommen. npl

Amt für Auslandsungarn

Neuer Chef des Regierungsamtes für Auslandsungarn ist Tibor Szabó. Er ist 41 Jahre alt und von Beruf Meteorologe. Er wurde in der Slowakei geboren. Szabó ist seit 1992 Mitarbeiter des Regierungamtes und kündigte eine neue Konzeption für die Arbeit dieser Institution an. npl

Erdödy abgelöst

Der Historiker Prof. Gábor Erdödy, Beauftragter für die Feierlichkeiten des Ungarischen Milleniums und früherer Botschafter der Antall-Regierung in Bonn, wurde Ende September 1998 von seinem Posten abgelöst. Nachfolger ist der Historiker István Nemeskürty. npl

Thurner-Denkmal

Eine Bronzestatue des Bürgermeisters von Sopron (Ödenburg) von 1918 bis 1941, Michael Sopronyi-Thurner, ist am Eingang des Rathauses in Sopron aufgestellt worden. Es ist ein Werk des Bildhauers László Kutas. Sopronyi-Thurner hatte die Stadt Ödenburg zu einem Fremdenverkehrszentrum, einer Kunst und Kultur fördernden Stadt gemacht. Er spielte auch eine wichtige Rolle dabei, daß Sorpon bei der Volksabstimmung 1921 bei Ungarn blieb.nz


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Ein Netzwerk von Beziehungen bauen

Vera Szolnoki stellt ihr Programm für das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart vor

"Kurz vor Weihnachten hatte ich die Möglichkeit, mit dem Präsidium der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft ein Gespräch zu führen. Damals besprachen wir, daß ich mich im nächsten Blatt der DUG vorstellen sollte. Ich habe lange überlegt, wie die Art und Weise einer Vorstellung aussehen könnte. Mit schien es naheliegend, aus dem Programm, durch das ich die Direktorenstelle im Kulturinstitut in Stuttgart bekam, zu zitieren:

"Das zeitgemäß arbeitende Haus möchte in erster Linie nicht zwischen seinen eigenen vier Wänden Programme veranstalten. Seine Aufgabe ist es vielmehr, Kontakte, Netzwerke, Beziehungen und Beziehungssysteme zu entwickeln , zu pflegen und zu vermitteln. Daß heißt: seine Tätigkeit ist als eine Art Workshop aufzufassen. In der Region existieren in nahezu allen Bereichen der Kultur, der Bildung, des Theaters, der bildenden Kunst, der Literatur usw. bereits Beziehungen, die sich jedoch nicht systematisch entwickeln, die zufällig und in hohem Maße von der Begeisterung und der eingeschränkten Kapazität Einzelner abhängig sind; es gibt gute Beziehungen, die aber unabhängig vom Ungarischen Kulturinstitut funktionieren. Aufgabe des Instituts ist es, diese Beziehungen lebendig zu halten, ihr Funktionieren auch in diesem Rahmen zu gewährleisten und das Entstehen neuer zu ermöglichen. In dieer Hinsicht muß das Kulturinstitut nicht nur Initiative ergreifen, sondern konsequent und engagiert die Vermittlung der ungarischen Kultur übernehmen.

Das Netzwerk verfügt aber auch über eine andere Dimension; jetzt um die Jahrtausendwende wird es Zeit, das Beziehungssystem der ungarischen Kulturinstitute, Kreise und Gesellschaften ins Leben zu rufen, um die Präsenz der ungarischen Kultur langfristig und kontinuierlich zu gestalten. Die erwähnten Institutionen, Kreise und Gesellschaften ergänzen einerseits einander in ihren Tätigkeitsbereichen und Profilen, andererseits ermöglichen sie somit die Effektivität des Netzwerks. Das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart muß eine Katalysatorfunktion in diesem Prozeß übernehmen.

Das virtuelle Netzwerk

Die bisherigen Beziehungen können zwischen den oben genannten Häusern zumindest teilweise virtuell intensiviert werden. Während die Tätigkeit des Ungarischen Kulturinstituts in erster Linie auf betont klassischen, menschlichen Kontakten basiert, kann es darüber hinaus über das Internet ein Fenster zur gesamten ungarischen Kultur öffnen. Dazu ist "lediglich" nötig, daß diese Institutionen und Programme durch eine Homepage erreichbar sind.

Das Programm

Das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart muß innerhalb und außerhalb des Hauses konkrete Kulturprogramme veranstalten. Es muß das großangelegte Programmangebot zur Frankfurter Buchmesse 1999 und die Milleniumsfeierlichkeiten durch seine konkrete Organisationstätigkeit unterstützen, es muß an der Verwirklichung kleiner und großer Veranstaltungen, die aus Ungarn nach Deutschland kommen, mitarbeiten, das Programm der in der Region auftretenden Künstler weiterempfehlen und andere Auftritte organisieren. Das heißt konkret: es muß bei der Pflege der Kontakte der Übersetzer und der Verlage, bei der Präsentation zeitgenössischer ungarischer bildender Kunst, klassischer und moderner Musik aktiv mithelfen.

Dabei muß man beachten, daß in Stuttgart und Umgebung zahlreiche Donauschwaben und eine bedeutende ungarische Emigration lebt, die sich einerseits bis heute Ungarn und der ungarischen Kultur verbunden fühlt, andererseits die Vergangenheit ihrer Gemeinschaft aktiv zu leben versuchen. Das setzt voraus, daß das Programm des Ungarischen Kulturinstituts vielmehr ungarische Kultur von europäischem Niveau präsentiert und dadurch das Identitätsbewußtsein und den Stolz der dortigen Emigration stärkt.

Workshop

Aus letzerem folgt, daß das Ungarische Kulturinstitut - aufgrund der gegebenen Ansprüche - einen idealen Ort für den Workshop darstellt. Zur Schaffung eines geistigen Zentrums bieten sich zahlreiche Partner an (das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen, verschiedene ungarische Freundeskreise usw.).

Die Pflege der - bei den Programmen bereits erwähnten - Übersetzungstätigkeiten muß ebenfalls ein Teil dieses Workshops sein. Zugleich soll das ungarische Nationalbewußtsein der zweiten bzw. dritten Generation der Emigration gepflegt werden. Das kann durch verschiedene Sprachkurse, Jugendprogramme und heimatkundliche Veranstaltungen erreicht werden. Aus dem Workshopcharakter heraus wäre das Ungarische Kulturinstitut ein idealer Ort für die Treffen und den Gedankenaustausch durchreisender Künstler, Intellektueller, Forscher und Jugendlicher.

Zusammengefaß: Der Schwerpunkt der Kulturvermittlung muß möglichst an Orte außerhalb des Hauses verlagert werden. Die im Kulturinstitut selbst abgehaltenen Programme zielen auf real greifbare Gruppen und richten sich nach ihren speziellen Interessen. Die Bibliothek, ihr Bestand und die Zeitungen müssen in erster Linie diesen Erwartungen entsprechen.

Methoden der Verwirklichung

Das Kulturinstitut ist also ein geistiges Zentrum, auf das sowohl die in die Region reisenden Ungarn wie auch die nach Ungarn blickenden Deutschen zählen können. Es ist im Hinblick auf die Qualität seines Programms und das Niveau der Organisation verläßlich und pflegt eines der ungarischen Klischees, die Gastfreundschaft. Das Haus und sein Programm haben eine Aura und ein gezieltes Publikum, es organisiert seine Veranstaltungen nicht als Selbstzweck und wartet dann auf sein Publikum. Das Haus präsentiert nicht nur, sondern provoziert und beweist. Die Mitarbeiter sind hervorragende Organisatoren, die in der Lage sind, Ansprüche zu wecken und auch die an sie gestellten Ansprüche erkennen und nach ihrem besten Können befriedigen.

Image/ "Team"

Seine aktive Präsenz in der Region sichert das Haus nicht nur und nicht in erster Linie mit eigenen Programmen. Diese Präsenz verlangt aber nach einem markanten Image, wie zum Beispiel nach einem wohl designten Logo. Mit den entsprechenden technischen Mitteln sind Drucksachen, Programmhefte und Einladungen auch im Haus, zugleich aber niveauvoll herzustellen.

Die vorliegende Arbeit spricht bewußt nicht über konkrete Programme, Genres, Personen und Institutionen. Ihre Aufgabe sollte lediglich das Skizzieren einer Struktur sein, nach der sich eine sehr bewußte und zielgerichtete Programmplanung und der Beziehungsausbau richten kann, um die Deutschen in immer größerer Zahl für sich zu gewinnen und ein positives, aufregendes und buntes Ungarnbild bei ihnen zu erzeugen.

Ich glaube, dieses Programm benötigt keinen Kommentar. Ich würde aber weiter gerne aus einem kürzlich gegebenen Interview zitieren:

Stuttgart und seine Bevölkerung sind - wie allgemein bekannt - verwöhnt. Sie können täglich unter Dutzenden von Veranstaltungen wählen. Glaubt es jemand nach den hervorragenden kulturellen Aktivitäten und Präsentationen blindlings, daß die hier noch unbekannten Jahrzehnte der ungarischen Kunst interessant sind, daß die Literatur unserer eigenartigen, kleinen und unübersetzbaren Sprache von großen Schriftstellern bestimmt wird, daß die ungarische Musik nicht mit Bartók und Kodály endet, daß sich innerhalb des ungarischen Films - nach dem Systemwechsel zahlenmäßig zwar zurückgegangen und auch gesellschaftpolitisch nicht mehr topaktuell - eine neue Generation zu Wort meldet, daß sich in Ungarn eine sehr interessante Tanzszene herausgebildet hat, die durchaus eine Alternative zur kanonisierten Kultur bieten und eine Herausforderung für sie darstellen? Ich hoffe, daß das Ungarische Kulturinstitut in der Lage sein wird, diese Facetten wenigstens teilweise präsentieren zu können, denn nur auf diese Weise hat diese Arbeit eine Chance.

Seit drei Monaten bin ich in Stuttgart. Ich verirre mich noch in dieser kompliziert strukturierten Stadt, und diese Kompliziertheit ist auch für andere Gebiete des Lebens symptomatisch. Doch ich habe keinen Grund zur Klage. Die im Jahre 1907 von den namhaften Stuttgarter Architekten Clemens Hummel und Ernst S. Förstner für den Kaufmann Gustav Kienzle erbaute wunderschöne Eckvilla beherbergt das Institut. Das Mikroklima der repräsentativen Jugendstilräume ist hervorragend geeignet, um eine Kostprobe aus der ungarischen Kultur zu geben, um die Sprache zu unterrichten, um das Publikum zum Lesen, Musikhören oder zum Programm des ungarischen Duna TV zu verführen.

Möglicherweise haben wir auch ein wenig Glück, denn 1999 ist Ungarn der Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse. Von den dortigen Programmen können einige auch nach Baden-Württemberg gebracht werden. Im Jahr 2000 feiert Ungarn das Millenium der Staatsgründung und die diesbezüglichen Feierlichkeiten nehmen auch einen betonten Platz im Programm der Ungarisch-Baden-Württembergischen Gemischten Kommission ein. Kann man mehr Glück haben, als bei der Geburt einer wichtigen und hoffnungsvollen kulturellen Veranstaltungsreihe dabei zu sein?

Das Ziel meines Aufenthalts ist es nicht nur, Programme innerhalb des Hauses zu organisieren. Ich möchte Kultur vermitteln, soweit es in ihrer undefinierbaren Vollständigkeit möglich ist, Kontakte knüpfen und Dialoge initiieren. - Und zwar von Fortsetzungscharakter, in jedem Genre und mit jeder Aktion. Mein Aufenthalt in Stuttgart ist auf einige Jahre begrenzt, ich hoffe aber trotzdem, daß die entstehenden Beziehungen und Freundschaften weiterleben und daß zwischen Ungarn und Baden-Württemberg eine neue "Völkerwanderung" einsetzt. Dieses Ziel verfolge ich, möglichst bei fast allen unseren Programmen und ich hoffe, daß zu diesem Programm sensible Partner beitragen.

Ich hatte das Glück, daß ich bereits zu Beginn meiner Tätigkeit zahlreiche Helfer fand, ich genieße ihre Freundschaft und ihre Unterstützung. Ich hoffe, ihr Vertrauen zu erhalten und auch neue Freunde finden zu können. Denn nur so kann ich mein Ziel erreichen, nur so kann die ungarische Kultur in möglichst all ihrer Vielfalt, mit all ihren Experimenten und zweifellosen Leistungen ein integrativer Teil der Stuttgarter Kulturszene werden.

Soweit die Vorstellung und mein Angebot. Ich bitte die Deutsch-Ungarische Gesellschaft, ihre Mitglieder und jeden ungarischen und deutschen Bürger, der eine Sympathie für Ungarn empfindet, bei der Gestaltung des Netzwerks und der Verwirklichung dieser Ziele zu helfen. Ich bin nämlich volkommen sicher, daß das nur und ausschließlich gemeinsam gelingen kann."

Vera Szolnoki

 

 

Tag der Ungarischen Kultur

Videofilme des Duna-Fernsehens zeigte das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart am 22. Januar 1999 im Gebäude des Instituts in der Haußmannstraße. In Kurzen Streifen von maximal 30 Minuten Dauer ging es unter anderem um historische Städte, die Heilige Stephanskrone, Arien von Mozart, gesungen von Andrea Rost, Arien aus berühmten Operetten, gesungen von Katalin Pitti und József Gregor. Am Abend rezitierte der Schauspieler Károly Mécs Gedichte von Endre Ady, der Pianist Jeno Jandó spielte Werke von Ferenc Liszt, und Mária Maczkó sang ungarische Volkslieder. Die Veranstaltung stand unter Schirmherrschaft des baden-württembergischen Kultusministers. Die Moderation des Programms übernahmen Bea Lukács und Sándor Szakály. Im Anschluß an die Veranstaltung fand ein kleiner Umtrunk im Kulturinstitut statt. kru

 


 



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