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 Deutsch-Ungarische Korrespondenz, 4. Ausgabe 2000, Nr. 9:

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Herausgeber:
Deutsch-Ungarische Gesellschaft
in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Sitz Stuttgart
Internet: http://www.gemeindetag-bw.de/dug/index.php
Geschäftsstelle:
Hauptstraße (Rathaus)
70839 Gerlingen
Telefon: 07156/205-325
Fax: 07156/205-345
Verantw. Redaktion: Jürgen Rahmig

3. Jahrgang/ 4. Ausgabe 2000/ Nr. 9

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Kunst am Airport

Abstrakte und figurative zeitgenössische Kunst aus Ungarn zeigte die Millenniums-
ausstellung (22. Oktober bis 19. November 2000) im Rahmen des Kulturforums am Stuttgarter Flughafen. 26 ungarische und ungarndeutsche Künstler hat die Deutsch-Ungarische Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Künstler-
verbänden FOLYAMAT und VudaK zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung auf den Galerien Ost und West des futuristischen Flughafen-Terminals 1 zusammengebracht. Symbolisch wird auf diesen Galerien die Brücke zwischen Ost und West geschlagen. Die Werke der bedeutenden ungarischen Künstler "präsentieren einen wichtigen Beitrag Ungarns zur europäischen Kunst und Kultur", sagte der Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, Dr. Christian O. Steger, vor etwa 200 Gästen bei der Eröffnung der Ausstellung. "Wir hoffen, dass mit dieser Ausstellung interessante und bleibende Einblicke in das Innenleben der ungarischen Kunstszene ermöglicht werden."
Sztaba rief die Gäste dazu auf, dieser Präsentation wie einer geschlossenen Sammlung zu begegnen, "wie einem Gesamttext von verschiedenen, gleich wichtigen Stimmen".

Schon beim Betreten des Terminals fallen die fast monumentalen Werke des Malers und Grafikers József Szurcsik auf den Galerien auf. Die Arbeiten der 26 Künstlerinnen und Künstler spannen einen Bogen von großformatigen, auf Textil gemalten Werken und Textilgewebe über Metall-Objekte, Holzskulpturen, Plastiken bis hin zu Gemälden.

Am Stuttgarter Flughafen, einem Ort, wo Business und High Tech im Vordergrund stehen und der sich als "Ort der Internationalität versteht, ist Kunst etwas bereicherndes, selbstverständliches", so der Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, Walter Schoefer. Der Airport als ein Ort, an dem der Besucher die Kunst auf sich wirken lassen können.

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Umrahmt wurde die Veranstaltung musikalisch von Katharina Bácsalmási (Blockflöte) und Thomas Rose (Gitarre).
Nachfolgend die Reden von Dr. Steger und Dr. Sztaba zur Eröffnung der Ausstellung:

Dr. Steger: Ungarn und Deutschland haben zwei gleichermaßen "aufregende" Jahre fast hinter sich: 1999 zehn Jahre Grenzöffnung Ungarns für die Deutschen, damit entscheidender Anstoß für den Fall des "Eisernen Vorhangs", der Europa teilte. Zugleich Beginn der ungarischen "Rückkehr nach Europa", wie es unser Vorstandsmitglied Jürgen Rahmig in seinem Buch bezeichnete. Daran anschließend 2000: Zehn Jahre Wende in Ungarn, zehn Jahre deutsche Wiedervereinigung. Vor allem aber: Doppeltes Millennium in Ungarn. Wechsel des Jahrtausends wie überall und vor 1000 Jahren erhielt der erste ungarische König, Stephan, die Königskrone vom Papst. Mit der Aufnahme des Christentums und der Gründung des Staates bekannte sich Ungarn schon damals zur tausendjährigen Tradition Europas. "Ungarn feiert. Das Feiern ist auch Rückbesinnen. Das kurze Anhalten inmitten unseres hektischen Zeitalters tut gut. Es ist mehr als bloße Rückerinnerung an das Gewesene. Es ist vielmehr auch eine bewusste Vorbereitung auf die neuen Aufgaben, die auf uns im neuen Europa zukommen werden", so formuliert der neue ungarische Botschafter in Berlin, der uns gut bekannte Gergely Pröhle, in seinem Grußwort zu den Karlsruher Buchwochen, bei denen Ungarn Gastland ist.

Damit sind wir auch beim Anlass dieser Ausstellung: Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft will mit dieser "Millenniums-Ausstellung" bedeutender ungarischer Künstler den wichtigen Beitrag Ungarns zur europäischen Kunst und Kultur präsentieren. Ein breites Spektrum zeitgenössischer Werke wird gezeigt. Das Millennium ist wahrhaft Anstoß genug, gerade Malerei und bildende Kunst Ungarns hervorzuheben, so wie die Literatur bei den Karlsruher Buchwochen besonders präsentiert wird. Noch einmal Botschafter Pröhle: "Im Millenniumsjahr wollen wir die geistig-kulturellen Werte, die dieses kleine mitteleuropäische Volk in den 1000 Jahren hervorgebracht hat, für uns Ungarn - aber auch für Europa - bewusst machen. Die Eigenart der ungarischen Kultur im Kreuzpunkt west-östlicher und nord-südlicher Einflüsse wollen wir als eine sicher nicht uninteressante und unwichtige Farbe zu der Vielfalt der europäischen Kultur anbieten". Besser könnte ich die Zielvorstellung unserer Gesellschaft zu dieser Ausstellung nicht formulieren. Deswegen haben wir auch zwei Bücher, darunter das schon erwähnte unseres Vorstandsmitglieds Jürgen Rahmig, ferner eine Sammlung der besten deutschen Übersetzungen des ungarischen Nationaldichters Sandor Petöfi herausgegeben.

Dankbar sind wir dem Ungarischen Ministerium für Nationales Kulturerbe in Budapest für die Zusammenarbeit und Unterstützung der Künstler, der Stuttgarter Flughafen GmbH für die Möglichkeit einer breiten Präsentation, der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg für maßgebliche finanzielle Hilfe ebenso wie der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg für ihren Beitrag. Nicht zuletzt freuen wir uns über die Begleitung durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg.

Besonders hervorgehoben sei die Hilfe vieler Freunde Ungarns hierzulande, die zum Zustandekommen der Ausstellung beitrugen. Ohne Ideen und Tatkraft unseres Vorstandsmitglieds Frau Erika Hambel wäre freilich gar nichts entstanden: so gilt ihr auch der besondere Dank unserer 1984 gegründeten Gesellschaft. Wir hoffen, dass mit dieser Ausstellung interessante und bleibende Einblicke in das lange verborgen gebliebene Innenleben der ungarischen Kunstszene ermöglicht werden.

Jetzt aber zur Ausstellung selbst: Ich freue mich, Ihnen Herrn Dr. Sztaba vorstellen zu können, der Sie sachkundig in die Ausstellung einführen wird.

Dr. Wojciech Sztaba: In einer Ausstellung wie dieser, wo so viele unterschiedliche Bilderwelten aufeinander treffen, sucht man immer nach Orientierung - und die findet man oft in unserer vom Individualismus geprägten Zeit - in sich selbst. "Das gefällt mir, das gefällt mir nicht" heißt dann das Prinzip der Ordnung. Man findet dann das eigene Spiegelbild und verliert die Chance, sich mit dem Anderen, oder, wie der Fall hier, mit den Anderen zu treffen.

Versuchen Sie also diesmal nicht nur das für Sie Interessante aus der Ausstellung zu wählen, sich nicht nur durch Ihren Geschmack, Ihre Vorlieben leiten zu lassen. Begegnen Sie dieser Ausstellung wie einer geschlossenen Sammlung, wie einem Gesamttext von verschiedenen, gleich wichtigen Stimmen. Ich mache den Anfang und erzähle Ihnen, wie ich dieser Sammlung begegnet bin, wie ich diese Stimmen für mich geordnet habe, in Kapitel, Absätze und einzelne Sätze.

Den Auftakt machen großformatige, auf Textil gemalte Werke, die wie Fahnen den Auftritt der ungarischen Künstler, die Themen und Formen ihrer Kunst ankündigen.

Abstrakt

Unter den Künstlern, die sich der Abstraktion widmen, gibt es keine, die gänzlich auf kühle, geometrische Formen setzen. Und falls die Geometrie aufgerufen wird, dann bricht die schnelle Handführung ihre Strenge, und die spontanen, expressiven Formen gewinnen die Oberhand.

In der Malerei wird die Geometrie oft zu Strichen reduziert, die den Dialog mit dem Malerischen weiterführen, wie in spontanen Bildern von Adam Misch, oder in den zarten Aquarellen von Berta Mayer. Es ist ein Spiel der Elemente: scharfe Striche konkurrieren mit leuchtenden Farbflächen, die sich selbst, ohne Hilfe der Zeichnung begrenzen können, etwa durch den Wasserverlauf der Farbe, der Kanten hinterlässt. In ihren Fahnen ist dieses Spiel besonders deutlich. Aus der Ferne sieht man vor allem die harten, aggressiven Streifen des Musters, Balken oder Stäbe eines Gitters. Aus der Nähe gewinnt eine Gegenwelt an Bedeutung: leichte, transparente Farbflächen, reich an Tönen und Formen. Und sie scheinen das strenge Muster allmählich aufzulösen.
Wenn aus Strichen Zeichen werden, dann bekommt die Gegenüberstellung von Strich und Farbfläche eine neue Bedeutung. Denn ein Zeichen weist auf Deutlichkeit hin, und eine organische Form auf Unschärfe. Das abstrakte Denken wird dann durch die Sehnsucht nach einem Zeichen gebrochen, wie bei Bildern von Volker Schwarz, die einer Schrifttafel ähneln; es sind codierte Botschaften, die man zu entziffern versucht. Oder Versuche einer Sprache, eines Sinns. Reihen von "V" wie Victoria, manchmal ein Kreuz, manchmal ein Pfeil, und dann, dazwischen, ein Schrift-Versuch, eine Zeile von "IST", dann ein "doch" und ein "nicht".

Noch ein Beispiel des Umgangs mit Abstraktion: die Fahne von András Végh. Es scheint, dass die Fläche von geometrischen Formen dominiert ist, von Quadraten und Rechtecken. Dann aber merkt man, dass Geometrie, die im oberen Teil des Bildes allein herrscht, immer schwächer wird, dass die organischen Formen sie zersetzen, befreien sich von ihren Grenzen und die Geometrie verschwindet endlich am unteren Rand am weißen Hintergrund (Mondrians Garten).

Abstrakt/Figurativ

András Végh ist einer der vielen in dieser Ausstellung, die auf der Grenze zwischen dem Abstrakten und dem Figurativen einen Platz für ihre Kunst gefunden haben. Er zeigt die Welt, als ob sie ein abstraktes Musterwerk, ein Teppich, ein Vorhang wäre. In den sich wiederholenden Formen des Musters entdeckt man dann kleine Geschichten, Frauen- und Männergestalten, Spuren von Geschennissen, die sich dann wieder im Muster auflösen. Ein Beispiel bringt seine zweite Fahne: auf dunklem Hintergrund erscheint ein Kosmos von kleinen Zeichen: Buchstaben, Ziffern, Räder, Strichmännchen, sie verdecken andere Zeichen, man glaubt auch in weißen Linien dahinter Konturen von Gestalten erkannt zu haben. Es ist ein Palimpsest, also eine Seite, die mehrmals verwendet wurde, auf der in mehreren Schichten verschiedene Texte geschrieben wurden.

Daniela Bikácsi reduziert in ihren Bildern die Vielfalt der Formen der Welt auf nur wenige Motive. Sie nimmt sie aus ihrem visuellen Kontext, aus einer Landschaft, einer Stadtansicht heraus, sie vereinfacht ihre Formen, macht sie zu fast abstrakten Zeichen. Gereinigt gewinnen sie an Pathos, werden zu Symbolen. Die Treppe, die im abstrakten, unbestimmten Raum steht, weist auf sich selbst hin, auf das Hinauf und Hinab, auf eine Metapher des menschlichen Lebens. Das Bild in der Ausstellung zeigt eine Treppe, die auf eine Mauer führt. Ganz oben liegt aber eine schwere Platte und versperrt den Weg.

Tibor Budahelyi, der Bildhauer, Objekt-Künstler und Fotograf schneidert aus Metall Objekte, die oft keine Abbildungen sind und trotzdem die Wirkung von realen Gegenständen haben. Eine Gruppe von seinen Werken stellt zum Beispiel Objekte dar, die man sofort mit Musik verbindet, obwohl sie keine Musikinstrumente sind. Ich kann mir vorstellen, dass sie alle zusammen eine eigenartige Musikalien-Sammlung bilden würden, ohne Instrumente, Partituren und Tonaufnahmen. Eine andere Sammlung widmet er dem Metall. Sie erinnert an Pflanzenbücher, Präparate, Kästchen mit getrockneten Blättern, mit Samen und Blumen. Nur statt Pflanzen ist es Metall: Blech, Schrauben, Feilspäne: eine poetische Kartei des Metalls. Zu dieser Sammlung könnten auch die Objekte aus dieser Ausstellung gehören, die kleinen Gegenstände, die zum Thema die Verbindung von zwei Elementen - Glas und Metall - haben, und weiter zwei scheinbar rein geometrische, monumental wirkende Formen aus Metall. Diese hornförmigen Objekte wirken fast minimalistisch, fast - denn die Ausführung greift die reine Form an, man merkt die Schweissnähte, die scharfen Kanten werden dadurch noch bedrohlicher, man denkt an verrostete Teile einer Rüstkammer.

Zwei Holzskulpturen von Antal Dechant sind auch Beispiele dieser Kunst an der Grenze zwischen Abstraktion und Figuration. Es sind stark reduzierte menschliche Gestalten, die vom Holz umhüllt zu sein scheinen. Die glattpolierten Skulpturen sind dunkel eingefärbt, die Farbe wird an den Wölbungen abgerieben, an den Orten der Berührung, und das weiße Holz schimmert durch.

Zu dieser Poetik bekennt sich auch die Bildhauerin Àgnes Péter. Sie stellt hier kleine Plastiken aus, winzige Hausaltäre und Bronze; die Sockel tragen Bilder, in denen man ganze Landschaften zu sehen glaubt, sowie man sie im Feuer sieht, was auch der Titel einer dieser Plastiken ist.

Figurativ

Die meisten der hier ausstellenden Künstler bleiben bei der Figuration, die viel Farbe und Schattierungen hat, und manchmal doch der beste Weg ist, wenn man etwas zu erzählen hat.

Géza Zsigmond zeigt in der Ausstellung ein rätselhaftes Objekt: eine Waage. Gewogen wird hier ein Block aus Glas (ein Sinnbild von Eis?), der von vier Fischen zusammengehalten wird. Die Fische sind ein Beispiel der Präzisionsarbeit: aus verchromtem Metall und mit einem Uhrwerk versehen. Das Gegengewicht bildet ein Block aus Holz. Was ist das für ein Gleichgewicht? Das Komplizierte, Zusammengesetzte und das Einfache? Oder das Kalte und das Warme? Und wenn der Block an der Seite von Fischen wirklich aus Eis wäre?

Tief in die Tradition, zurück in die archaische Bilderwelt greift die Bildhauerin Ildikó Bakos. Eine ihrer Plastiken-Serien besteht aus Bildern, die an Stäben befestigt werden. Es sind Bilder wie Felszeichnungen: Boote mit Ruderern, figurative Miniatur-Szenen, ein Pferd, eine Kirche, Sonne und Mond. Sie schweben auf Sockeln frei im Raum, den Betrachter einladend, aus diesem Fundus eine Geschichte zusammenzustellen. In der Ausstellung zeigt sie einen Schild aus Blech, in den sie Zeichen, Figuren perforiert hat. Alte und neue Vögel, aber auch Autos und Flugzeuge. Ein Emblem, ein archaischer Wappenschild, als Kompendium unserer Zeit.

Die Quelle der Kunst von Éva Nyerges ist Textilgewebe. Sie hat Teppiche gewebt, die zum Thema die freie, organische Struktur der Landschaft, des Himmels und der Wolken hatten. Sie teilte sie in Intervalle, verschob die Elemente, durchzog sie mit Streifen in Regenbogenfarben. Ihre gewebten Bilder schienen von Bewunderung und auch Neid zu berichten, die man angesichts der Freigebigkeit und des Reichtums des Naturspektakels verspürt. Jetzt ist eine skeptische und ironische Note in ihrem Werk bemerkbar. Die Landschaft wird zu einer Kombination aus Computer-Spielen, stark vereinfacht und strukturiert, wird dem Betrachter zur Interaktion freigegeben: man kann drehen und selbst bestimmen, was im Bild stehen bleibt. In der zweiten Arbeit, einer Gemeinschaftsarbeit mit Tamás Oláh, gibt es keine Landschaft mehr, die Natur wird auf eine Formel verkürzt, umrahmt von einer anachronistischen Fassung der gedrehten Säulen und Balken. Der Rahmen zerfällt, das Licht der Regenbogenfarben wird auf Schwarz und Weiß reduziert.

Der Rahmen spielt auch eine wichtige Rolle in einem Bild von El Kazovszky. Im Mittelfeld ist eine Landschaft dargestellt: zwei Bäume und eine Form, die an eine menschliche Gestalt oder an einen blattlosen Baum oder an eine Sense erinnert. Dieses Bild ist durch kleine Bilder umrahmt, die das Hauptmotiv in schwarz-weiß wiederholen. Ist das ein Fenster, das den Blick auf die Natur durch eine Glasmalerei ersetzt, oder ist es die Form einer Ikone, in der Szenen aus dem Leben der Heiligen auf dem Rahmen abgebildet werden?

Für Tamás Oláh sind Textilien vor allem ein Ausgangspunkt für seine Objekte und Installationen. Eines seiner Leitmotive sind zarte Spitzen, ein Inbegriff der spießbürgerlichen kleinen Stabilisation, der schwülstigen Schlaf- und Wohnzimmer. Und wenn er die niedlichen Spitzendecken und Teppiche in Metall übersetzt, dann erhält die bürgerliche Welt eine bedrohliche Festigkeit. Die Installation, die er hier zeigt, eine Art Hommage an die klassische Säule, scheint weit von der Textilkunst entfernt zu sein. Und doch, die Säulen sind aus Licht gebaut, und das Licht wird durch ein Netz aus Metall umhüllt und geformt, durch Spitzen eben, die enthüllen und verbergen zugleich. Eine der Säulen hat eine Krone statt des Kapitells, man sieht das Skelett der Säule, und man sieht, als ob in einer Zeitlupe, wie sie zum Boden fällt. Eine poetische Metapher der Vergänglichkeit.

József Szurcsiks Bilder fallen durch ihr Format auf: sie sind groß, so groß wie monumentale Wandmalerei, und sie scheinen in unseren Augen noch größer zu wachsen, denn so groß, festgefahren und unaufhaltsam können auch Hass und Unverständnis zwischen Menschen sein.

Alajos Eszik malt Bilder über menschliche Beziehungen, die aus dem Gleichgewicht geraten sind - Bilder von Frauen und Männern, Paaren - die nackt, im freien Fall, geplagt von Begierden und Verzweiflung, die Bildoberfläche durchqueren - einen Raum ohne Richtungen, ohne Himmel und Erde, ohne Halt und Gleichgewicht - Szenen wie aus einem alten Fresko mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts. Das Bild in der Ausstellung zeigt auch dieses Gleichgewicht vor einem Kollaps: ein Hund, ein Mann, auf seinem Knie steht ein Glas.

Géza Szily, der virtuose Aquarellist, ist von allen der größte Erzähler. Wenn man seine Blätter betrachtet, hat man den Eindruck, dass er die Arbeit von mittelalterlichen Buchmalern oder orientalistischen Illustratoren, von Geschichten aus Tausend und einer Nacht fortsetzt - so selbstverständlich und sicher, als ob er in den alten Malerstuben sein Handwerk gelernt hätte. Er kann eine ganze Welt in einem Bild einschließen - Sonne und Mond, den Tag und die Nacht, eine Landschaft mit Bergen, Wäldern, gebäuden und Fundamenten der längst vergangenen Paläste, und der Reigen der liebenden, tanzenden, kämpfenden, verlorenen Menschen, die in farbiger Luft schweben wie Randfiguren in illuminierten Manuskripten. Sie vereinen sich in einem leuchtenden Nebel und erzählen Geschichten voller Witz, Anmut und Liebe, aber auch Gewalt, Aggression und Tod.

Ildikó Simsay hat in ihrer Malerei eine in der Kunst seltene Unmittelbarkeit erreicht. Man steht vor ihren Bildern bewegt, berührt, oft erschüttert, vor dem, was sich hinter der geschlossenen Tür verbirgt, hinter den geschlossenen Augenlidern, und tiefer, hinter den Augen selbst. Sie hat nicht verschönert, was sie dort sah. Bilderträume, die in einer Sackgasse enden, Erinnerungen, die das Schreckliche mit dem Schönen verbinden, beklemmende Begegnungen mit Alpträumen, die nicht durch die Schönheit des Surrealismus erlöst werden können. Die Erlösung liegt im Mitgefühl, darin, dass man mit den leidenden Seelen mit gehobenen Armen in die Luft steigt, um davor zu fliehen, dass man sich mit den Brüdern und Schwestern Tieren in einem Käfig zusammenfindet. Man steht mitten auf einem Feld, ein kleines Figürchen in weiter Landschaft und spürt, wie sich die in der Erde vergrabene Vergangenheit mit der Gegenwart in den Strahlen der untergehenden Sonne versöhnt. Die Künstlerin hat dieses Bild "Archäologie" genannt, als ob sie uns daran erinnern möchte, dass man auch aus der Vergangenheit Kraft schöpfen kann.

Ich will es nicht vorwegnehmen, ob sich in dieser Ausstellung ein besonderer, ungarischer Ton vernehmen lässt. Man sagt heute sehr oft, dass die Formen der gegenwärtigen Kunst im zunehmenden Maß international sind; dass die Zugehörigkeit des Künstlers zu einer Kunstrichtung oder zum Weltmarkt wichtiger sei als die nationalen Bindungen. Es mag so sein. Aber es bleibt immer noch etwas wichtiges, das nämlich, was in dieser universellen Sprache der Kunst gesagt wird.


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Literaturpreis für Kertész

Berlin. Der ungarische Schriftsteller Imre Kertész erhielt Anfang November in Berlin den mit 25.000 Mark dotierten Literaturpreis der Tageszeitung "Die Welt". Kertész ist auch im deutschen Sprachraum sehr bekannt. Seine Romane wie das "Fiasko", mit dem die "Trilogie der Schicksallosigkeit" komplett vorliegt, sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Erst vor kurzem hatte sich Kertész zusammen mit dem ungarischen Schriftsteller Péter Nadás vom Rowohlt-Verlag getrennt, weil dieser sein Profil geändert habe.

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Kriegsgefangener identifiziert

Budapest. Durch einen Gentest mit Hilfe deutscher Experten ist der erst kürzlich in Russland entdeckte und schließlich nach Ungarn zurückgebrachte ehemalige Kriegsgefangene András Tomka identifiziert worden. Wir berichteten bereits in der vorigen Ausgabe über seinen spektakulären Fall. Tatsächlich brachte der Gentest zutage, dass noch Halbschwestern von Tomka im Komitat Szabolcs leben.

Tomka war während des Krieges als Kriegsgefangener in einer psychiatrischen Anstalt in der damaligen Sowjetunion zurückgelassen worden und mehr als fünf Jahrzehnte dort geblieben. Zwischenzeitlich musste ihm dort ein Bein abgenommen werden. Tomka fehlt teilweise die Erinnerung und er hat teilweise die ungarische Sprache verlernt, denn in der Psychiatrischen Anstalt gab es niemanden, der Ungarisch konnte oder die Sprache überhaupt nur zu identifizieren vermochte. Offiziell noch immer Armeeangehöriger, soll er nun entlassen werden und seinen Sold rückwirkend zum Jahr 1945 ausgezahlt bekommen. Zuvor wird er noch zum Oberwachtmeister befördert werden, damit ihm eine etwas höhere Rente ausgezahlt werden kann.

npl/jr


Konjunktur flaut ab

Budapest. Laut einer ersten Schätzung ist das Wirtschaftswachstum Ungarns im dritten Quartal nur noch um 4,6 Prozent gestiegen. Nach 6,2 Prozent zum Halbjahr rutschte der Gesamtwert des Bruttoinlandsproduktes seit Jahresbeginn auf 5,7 Prozent ab. Damit fällt die Konjunktiur so schwach wie seit einem Jahr nicht mehr aus.

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Weg frei für Ost-Erweiterung der EU
Gipfel von Nizza stand am Rande Scheiterns - Halbherzige Reformen auf den Weg gebracht

Nizza. Den Weg für die Erweiterung der Europäischen Union um zwölf weitere Mitglieder, darunter in jedem Falle Ungarn, hat der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Mitgliedsstaaten in Nizza friegemacht. Der wohl längste und kontroverseste Gipfel der EU-Geschichte brachte schließlich die Einigung auf einen neuen Unionsvertrag, der die weitere Integration Europas voranbringen soll. Schon bei der Europawahl im Jahr 2004, so der Wunsch der Staatschefs, sollen die ersten neuen EU-Mitglieder mit von der Partie sein.

Der Gipfel war geprägt von Kompromissen, die einige Fragen nur unzureichend regelten oder auf später verschoben. Die umstrittensten Themen des Gipfels war die Frage der Veto-Entscheidungen und der künftigen Stimmengewichtung in der EU. Beides konnte nur unbefriedigend geregelt werden. Deutschland setzte sich in diesem Punkt nicht durch und wird trotz der erheblich größeren Bevölkerungszahl auch künftig gleich viele Stimmen im Ministerrat der EU haben wie Frankreich, Großbritannien und Italien. Am besten schnitt in dieser Beziehung Polen ab, das mit 27 Stimmen nur zwei weniger hat als die großen Vier der EU.

Den Größenverhältnissen angemessener wird es künftig im Europaparlament zugehen. Dort ist die Stimmenverteilung eher der Zahl der Einwohner eines Staates angemessen verteilt worden.

Nach dem Gipfel herrschte eine gewisse Katerstimmung nach dem langen letzten Verhandlungstag. Mit den erreichten Kompromissen kann man leben, aber keiner ist wirklich glücklich damit. Ingesamt zeigten sich die Staatschefs nach dem Gipfelmarathon allerdings zufrieden. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich in manchen Bereichen noch mehr gewünscht, doch sei die Tatsache, dass die EU nun aufnahmefähig sei für neue Mitglieder, ein historisches Datum. Für Deutschland sei die Einigung Europas das wirkliche strategische Ziel des Gipfels gewesen.

Großbritanniens Premierminister Tony Blair dagegen setzte die Akzente anders. Er freute sich, dass London sein Veto-Recht bei den Steuern und der sozialen Sicherheit durchgesetzt habe. Auch die anderen Staaten haben in jenen Punkten, auf den es ihnen ganz besonders ankam, ihre Möglichkeit, ein Veto einzulegen, erhalten können. Dazu gehören im Prinzip die Themen Asyl und Einwanderung, Strukturfonds, Steuern, Sozialpolitik, gemeinsamer Handel.

Daraus resultiert ein sehr kompliziertes Mehrheitssystem bei künftigen Abstimmungen im EU-Ministerrat. Für eine qualifizierte Mehrheit in dem Gremium werden künftig grundsätzlich 255 von insgesamt 345 Stimmen nötig sein, die Sperrminorität liegt bei 91 Stimmen. Damit besteht künftig allerdings auch die Möglichkeit, dass drei große Länder ohne das vierte eine Entscheidung blockieren können.

Andere Mehrheitsentscheidungen wiederum müssen zusätzlich von zwei Dritteln der Mitgliedsstaaten mitgetragen werden. Außerdem kann jeder Staat auf Antrag prüfen lassen, ob die Mehrheit auch mindestens 62 Prozent der EU-Bevölkerung umfasst. Andere Entscheidungen des Gipfels betrafen die Zahl der EU-Kommissare, die definitiv allerdings erst nach dem Aufwuchs der EU auf 27 Mitglieder endgültig geregelt werden soll.

Ungarn wird im Ministerrat der EU bei seinem Eintritt mit zwölf Stimmen vertreten sein und damit genau so viele Stimmen haben wie Beitrittskandidat Tschechien und die bisherigen EU-Mitglieder Griechenland, Belgien und Portugal. Im Europaparlament wird Ungarn mit 20 Stimmen vertreten sein und damit genauso viele Stimmen wie die bereits genannten Staaten haben.

Verabschiedet wurde in Nizza außerdem eine Grundrechtecharta der EU-Bürger, die zwar nicht rechtsverbindlich ist, aber der Vorläufer einer künftigen europäischen Verfassung sein könnte. Weiter legte der Gipfel den Grundstein für eine eigenständige Militärpolitik. Die EU wird bis 2003 eine eigene Krisentruppe aufstellen, die aber keine Verteidigungsaufgaben übernimmt. Das bleibt weiterhin nationale Angelegenheiten beziehungsweise Sache der Nordatlantischen Verteidigungsallianz.

jr


Zurückhaltende Reaktion

Budapest. Sehr reserviert und zurückhaltend reagierte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán auf das Ergebnis der Präsidentenwahlen in Rumänien mit dem starken Stimmengewinn für den Extrem-Nationalisten Vadim Tudor. Er wolle nicht mit voreiligen Stellungnahmen die bilateralen Beziehungen belasten, sagte Orbán nach dem ersten Wahlgang. Das Ergebnis des ersten Wahlgangs jedenfalls wird nicht nur in Ungarn insgesamt als Ausdruck für die schweren inneren, politischen und wirtschaftlichen Krisen Rumäniens gewertet. Die künftigen Beziehungen zu Rumänien werden sicherlich erschwert, auch wenn mit der Wahl Ion Iliescus im zweiten Wahlgang schließlich der Kelch eines künftigen rumänischen Präsidenten mit Namen Vadim Tudor an allen vorübergegangen ist. Dennoch, ob Iliescu oder Tudor, die Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten wird nicht gerade erleichtert. Dasselbe kann für die künftige Zusammenarbeit Bukarests mit der starken ungarischen Minderheit in Rumänien gesagt werden.

jr/em


Deutsch-Ungarisches Forum

Berlin. Die Osterweiterung der Europäischen Union stand im Mittelpunkt der Jubiläumstagung des Deutsch-Ungarischen Forums in Berlin mit zahlreichen hochkarätigen Rednern. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer erwähnte die "sehr gute" Bewertung Ungarns bei der EU. In die Offensive ging sein ungarischer Amtskollege János Martonyi als er sagte, die Wettbewerbsfähigkeit Ungarns sei besser als die mancher EU-Länder selbst. Fischer habe ihm bestätigt, dass keine neuen Bedingungen mehr für den Beitritt Ungarns gestellt werden sollen. Der Staatssekretär im Berliner Landwirtschaftsministerium, Gerald Thalheim, meinte, die Probleme der ungarischen Landwirtschaft seien leicht zu lösen und kein Hindernis für die Aufnahme Ungarns in die EU. Ungarns Staatspräsident Ferenc Mádl, von Haus aus Zivilrechtsexperte, beklagte in Berlin den verhältnismäßig geringen Grad der Transparenz der europäischen Entscheidungen, die Diskrepanz zwischen den Entscheidungsmechanismen und der demokratischen Öffentlichkeit. Anschließend sprach Mádl über den Populismus und dass er auch in den Kandidatenländern der EU mehr Aufmerksamkeit bedürfe. Mádl betonte aber auch die Festigkeit der ungarischen Demokratie.

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Erstes LEG-Projekt
in Ungarn fertiggestellt
Media-Markt in Szeged eingeweiht

Szeged/Stuttgart. Termingerecht hat die Landesentwicklungsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (LEG) ihre erste Projektentwicklung im Ausland abgeschlossen. In Anwesenheit von Szegeds Oberbürgermeister Dr. László Bartha wurde am 31. Oktober der neue Media-Markt in der ungarischen Stadt Szeged eröffnet. Vertreten durch ihre Tochtergesellschaft LEG Hungaria Kft. hat die LEG Baden-Württemberg das 8,1 Millionen Mark teure Gebäude als Investor schlüsselfertig errichtet und vermietet es komplett für zunächst 15 Jahre an die deutsche Elektro-Fachmarktkette.

Dr. Hans-Joachim Kay, der Vorsitzende der Geschäftsführung der LEG Baden-Württemberg, dankte der Stadt Szeged und Dr. Bartha bei der Eröffnung für die Unterstützung durch die Stadtverwaltung: "Szeged und seine Bürger haben uns mit offenen Armen aufgenommen, und die Verwaltung war stets ein fairer und verlässlicher Partner für alle unsere Anliegen."

Der neue Media-Markt steht an der Kreuzung zweier Hauptverkehrsstraßen Szegeds. An dieser exponierten Stelle wollte die LEG auch einen architektonischen Akzent setzen. Der anspruchsvolle Entwurf stammt von dem einheimischen Architekten Zoltán Rácz. Das gesamte Projekt wurde mit ungarischen Partnern abgewickelt. So konnte für die aufwändige Fassadengestaltung der mehrfach preisgekrönte ungarische Künstler György Kungl gewonnen werden. Aus der berühmten Pyrogranit-Keramik der Zsolnay Porzellanfabrik in Pécs schuf Kungl ein augenfälliges Sonnenblumen-Relief.

Realisiert wurde das Gebäude, das rund 4 600 Quadratmeter Nutzfläche aufweist, in nur fünf Monaten reiner Bauzeit von der Firma Kész aus Szeged als Generalunternehmer. "Die Mitarbeiter von Kész haben eindrucksvoll gezeigt, warum ungarische Bauunternehmen einen so guten Ruf genießen und haben mit großem Engagement in kurzer Zeit gute Qualität abgeliefert", sagte Dr. Kay.

Durch das Engagement der LEG in Szeged haben sich vielfältige Anknüpfungspunkte für weitere Projekt ergeben. Am weitesten fortgeschritten sind derzeit die Verhandlungen über den Bau eines Innovations- und Technologieparks in Szeged. "Die Projektentwicklung in Ungarn ist in doppelter Hinsicht ein Symbol für die neue strategische Ausrichtung der LEG," sagt Dr. Kay. "Zum einen haben wir im Bereich Gewerbe-Immobilien eine Investitions-Offensive gestartet, zum anderen strecken wir unsere Fühler auch über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus." Derzeit baut die LEG für den eigenen Bestand Gewerbe-Immobilien mit einer Nutzfläche von insgeamt mehr als 50 000 Quadratmeter und einem Bauvolumen von rund 150 Millionen Mark.

Das 200 Kilometer südöstlich von Budapest gelegene Szeged ist mit 175 000 Einwohern die viertgrößte Stadt Ungarns. Die am Zusammenfluß von Theiß und Maros gelegene Kommune im Dreiländereck Ungarn, Jugoslawien, Rumänien beherbergt die zweitgrößte Universität Ungarns und ist ein wichtiges Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum. Mit der Veränderung der politischen Verhältnisse in Jugoslwien wird die Bedeutung Szegeds in wirtschaftlicher Hinsicht weiter wachsen.

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Theiß-Tage in Szolnok

Szolnok. Die ungarische Stadt Szolnok veranstaltete Ende Juni/Anfang Juni ein Theiß-Festival mit Wissenschaftskonferenz, Fotoausstellung (Theiß-Bilder und Zeichnungen), Sportveranstaltungen und Gastronomie (der Sportklub Szolnok bereitete unter anderem eine leckere Fischsuppe) sowie Abschluss-Feuerwerk zur Stadtgründung der Partnerstadt Reutlingen vor 925 Jahren.

Unter anderem wurde dabei auch der Bade- und Wassersportbetrieb in der Theiß offiziell wieder aufgenommen, der nach der Zyanid-Vergiftung des Flusses nach dem Dammbruch in einer rumänischen Mine eingestellt werden musste. Die Regierung in Budapest hatte Szolnok wegen der Theiß-Katastrophen - nicht viel später gab es eine schlimme Überschwemmung - eine Soforthilfe von 86 Millionen Forint bereitgestellt.

Lászlo Nogradi, der ungarische Wasserbauminister, sagte während einer Fahrt auf der Theiß in Szolnok auf einem Ausflugsschiff, für das Komitat seien insgesamt 184 Millionen Forint bereitgestellt (fast die Hälfte davon, wie erwähnt, allein für die Komitatshauptstadt Szolnok).

Der Bürgermeister von Szolnok, Ferenc Szalay, dankte bei dem Fest allen, die während der Gift- und Überschwemmungskatastrophen geholfen hatten. Gerade in diesen Tagen hätten die Menschen gezeigt, dass die Theiß und natürlich auch die in Szolnok in die Theiß mündende Zagyva "leben".

Der Bürgermeister und einige weitere Honoratioren der Stadt, darunter der Polizeichef von Szolnok, nahmen demonstrativ ein Bad in der Theiß. Nachdem sie aus dem Wasser gestiegen waren, äußerten sie sich vor dem Mikrofon der örtlichen TV-Gesellschaft. Der Bürgermeister sagte: "Ich meine, hier kann man schwimmen und wieder Wassersport treiben. Wir haben gesehen, dass es auch wieder Fische gibt, das Wasser ist wieder zu benutzen."

Der Polizeichef, Oberstleutnant Miklós Vörös, sagte zu dem Tag und seinem Bad im Wasser: "Das Wasser ist angenehm, das Wetter schön, so dass alles vollkommen war." Auf die Frage, ob jetzt auch offiziell wieder in der Theiß gebadet werden darf, sagte er: "Selbstverständlich, der heutige Tag gilt als Genehmigung dazu."

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Neue Städtepartnerschaft

Enying/Bad Urach. Die "wilde Ehe" zwischen Bad Urach und dem ungarischen Enying wurde nun legalisiert. Eine Delegation aus Bad Urach im Ermstal unter Leitung von Bürgermeister Markus Hase stattete der ungarischen Gemeinde Enying Ende November 2000 einen Blitzbesuch ab. Dabei wurde ein erster Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Orten unterzeichnet. Für Bad Urach ist das überhaupt die erste Städtepartnerschaft.

Die offiziellen Partnerschaftsurkunden sollen im kommenden Jahr bei öffentlichen Festakten in Enying und Bad Urach ausgetauscht werden. Enyings Bürgermeister László Óvári wies auf die grundsätzliche Bedeutung einer solchen Partnerschaft hin und hob den kulturellen Austausch hervor.

Nun geht es daran, diese Partnerschaft weiter auszubauen. Im Februar 2001 soll es ein Gespräch zwischen den Ungarn und der Bad Uracher Industrie geben, im Sommer ein Fußballspiel. Zum bekannten Uracher Schäferlauf sind die Ungarn aus Enying auf jeden Fall schon eingeladen.

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Neue Parkscheinautomaten

Budapest. Die Firma Siemens Rt. (Budapest) hat für die ungarische Hauptstadt 230 Parkscheinautomaten des Typs Prisma an den Parkverein der Budapester Bezirke geliefert. Die Produktion, Installation und Inbetriebnahme der Geräte erfolgte durch das Geschäftsgebiet Straßenverkehrstechnik des Siemens-Industriebereichs Anlagenbau und Technische Dienstleistungen. Die über ein Funknetz mit der Zentrale verbundenen Parkscheinautomaten sind wesentlicher Bestandteil eines umfassenden Parkraummanagement-Konzepts für die Donaumetropole. Sie bieten mehrsprachige Benutzerführung sowie verschiedene Zahlungsmöglichkeiten. Der Auftragswert beträgt rund eine Million Euro. Das neue Konzept zur Parkflächenbewirtschaftung ist bislang in drei von insgesamt 22 Budapester Bezirken verwirklicht.

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Größte Mehrstetter Hilfssendung

Mehrstetten. Gebrauchte Kleidung und Spielsachen, insgesamt 300 Pakete, hat die Albgemeinde Mehrstetten mit zwei Kleintransportern und Anhängern im Oktober in die ungarische Partnergemeinde Herceghalom, rund 30 Kilometer westlich von Budapest, transportiert. Es war die sechste Hilfsaktion dieser Art und sie hat alle Erwartungen übertroffen. Die Hilfsbereitschaft der Mehrstetter sei weiterhin ungebrochen, so Mehrstettens Bürgermeister Rudolf Ott. So viel wie in diesem Jahr sei noch nie gespendet worden. In der Partnergemeinde war man hocherfreut. Neben vielen Kindersachen waren in der Hilfslieferung auch Kleidungsstücke für Erwachsene sowie Spielsachen, die der Kindergarten in Herceghalom erhielt. Außerdem waren einige Kinderwägen und neun gebrauchte Fahrräder darunter, die die Mehrstetter Schule mitgegeben hatte. Weitere 20 Fahrräder sollten noch in diesem Jahr folgen. Sie waren von der Mehrstetter Schule gesammelt und instandgesetzt worden. Die Kleidung wird an bedürftige Familien verteilt. Herceghaloms Bürgermeister László Schnaider dankte den Mehrstettern für ihre große Hilfsbereitschaft.

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Drei Kirchen unter einem Dach

Mehrstetten. "Diese Partnerschaft lebt in unser aller Herzen", sagte Mehrstettens Bürgermeister Rudolf Ott Mitte August 2000 bei der Grundsteinlegung für ein Kultur- und Kirchenzentrum in Herceghalom vor zahlreichen staatlichen und kirchlichen Würdenträgern, darunter Diozesanbischöfe der Katholischen, Reformierten und Lutherischen Landeskirchen. Ott wie auch Pfarrer Eberhard Seybold würdigten die erstmals 1990 aufgenommenen Kontakte zwischen Mehrstetten und Herceghalom als besonders innig. In einer ökumenischen Weiheliturgie brachten sie zum Ausdruck, dass hier erstmals in Ungarn drei Konfessionen unter einem kommunalen Dach zusammen-gefunden hätten.

Gerade auf kulturellem Gebiet hätten die Herceghalomer binnen weniger Jahre für eine kleine Dorfgemeinde Erstaunliches aufgebaut. Als einen "kleinen Baustein" für die Stiftung des neuen Zentrums übereichte Ott einen Scheck über 1 000 Mark. Von der evangelischen Kirechengemeinde Mehr-stetten wurden zusätzlich 500 Mark und vom Mehrstetter Partnerschaftsverein weitere 200 Mark beigesteuert. Die Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinde Mehrstetten könne ein neues Element für die Partnerschaftsgestaltung werden. Pfarrer Seybold denkt an eine "ökumenische Horizonterweiterung".

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Schulpartnerschaft

Blaustein-Herrlingen. Zum 30-jährigen Bestehen der Lindenhofschule Herrlingen zeigten Schülerinnen und Schüler der ungarischen Partnerschule in Ugod ungarische Folkloretänze und sangen Lieder. Die ungarischen Schüler hielten sich Anfang Juli 2000 für zehn Tage in Herrlingen auf. Im September erfolgte der Gegenbesuch von Herrlinger Schülern in Ugod. Auf dem Programm stand unter anderem eine Fahrt zum Plattensee mit Besuch des Afrika-Museums in Balatoneredics, der Halbinsel Tihany und der weltberühmten Porzellanmanufaktur Herend. Ein weiterer Ausflug führte die deutschen Schüler nach Györ und zur Abtei von Pannonhalma. Im kommenden Jahr werden die Lehrerkollegien der beiden Partnerschulen die Partnerschaft bei einem dreitägigen Treffen in Ugod vertiefen.

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Ehrung für Esslinger

Bodelshausen/Soltvadkert. Bodelshausens Bürgermeister Esslinger ist von der ungarischen Partnergemeinde von Bodelshausen, Soltvadkert, mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts geehrt worden. Das war am 8. Oktober in Soltvadkert. Dieses Ehrenbürgerrecht habe die Gemeinde bisher zehn Mal verliehen, mit der Verleihung an ihn zum ersten Mal an einen Ausländer. Damit wurde das menschliche und persönliche Engagement ihm Rahmen der zehn Jahre bestehenden Freundschaft und der seit 1996 bestehenden Partnerschaft im vergangenen Jahr gewürdigt. Besonders die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr von Bodelshausen während der schweren Überschwemmungen sei hervorgehoben worden. Bürgermeister Esslinger dankte ihm Namen der gesamten Gemeinde Bodelshausen.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich bereits eine 22-köpfige Reisegruppe aus Bodelshausen in Soltvadkert aufgehalten. Hauptamtsleiter Kurt Lacher hatte die Gemeinde offiziell vertreten. Bei dem Besuch wurde das architektonisch und gestalterisch sehr gelungene "Haus der Begegnung" der evangelischen Kirchengemeinde in Soltvadkert eingeweiht. Lacher hielt ein Grußwort und überreichte dazu ein Geldgeschenk der Gemeinde Bodelshausen. Gefeiert wurde außerdem das zehnjährige Bestehen des deutschsprachigen Kindergartens in Soltvadkert. Ein Ausflug führte die Gruppe unter anderem nach Kiskunhalas.

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Großes Benefizkonzert

Germering. Ein außergewöhnliches Benefizkonzert des König Stephan (Jugend)-Sinfonieorchesters Budapest zu Gunsten der Kinderhilfe Fürstenfeldbruck und der Geschädigten der Giftkatastrophe an der Theiß hat der Deutsch-Ungarische Verein Germering Mitte November veranstaltet. Gespielt wurden Werke von Erkel, Brahms und Dvorcak. Solisten waren das Goldnagl-Duo aus München, Andrea Gebhardt (Violoncello) und Karsten Gebhardt (Violine). Die musikalische Leitung hatte Kálmán Záborszky. Der Bayerische Rundfunk fertigte einen Live-Mitschnitt des Konzerts an.

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Ingenieurforum in Budapest

Stuttgart. Die größte Delegation beim 2. Europäischen Ingenieurforum im Oktober 2000 in Budapest stellte die Ingenieurkammer Baden-Württemberg. Die baden-württembergischen Ingenieure lieferten dazu eine vergleichende Darstellung der Ingenieurausbildungssysteme in Europa und die Unterschiede in den Aktivitäten von Ingenieurkammern im Vergleich zu Ingenieurverbänden in Europa. Die Delegation aus Baden-Württemberg besuchte den neuen deutsch-ungarischen Soldatenfriedhof in Budaörs und pflanzte im "Friedenspark" einen Friedensbaum.

Die Kammer ist außerdem in ein Forschungsvorhaben des europäischen TEM-PUS-Programms eingebunden, dessen wesentlicher Gegenstand die Hinführung ungarischer Ingeieure an die Welt technischer und rechtlicher EU-Normen ist. Im Oktober war zum zweiten Mal eine Delegation ungarischer Ingenieure in Stuttgart. Hier lernten sie die Ausbildungsstätten für die Fachrichtung Bauingenieurwesen kennen und bekamen Kontakte zu Ingenieurbüros und interessanten technischen Projekten vermittelt.

Maßgeblicher Träger des Forschungsvorhabens ist die Universität Pécs. Im Zuge der Globalisierung technischer Dienstleistungen wird mit der Ungarischen Ingenieurkammer in Versuchsprojekten kooperiert, werden Formen der Zusammenarbeit über den digitalen Datenaus-tausch geübt. Daher wird man sich im nächsten Jahr zum zweiten Mal zusammen mit einer ungarischen Präsenz auf dem Messestand der Ingenieurkammer Baden-Württemberg bei der CAT-Bau 2001, Messe Stuttgart, fit für die internationale Zusammenarbeit machen.

pfa


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Pröhle in Berlin akkreditiert

Berlin. Der neue ungarische Botschafter in Berlin, Gergely Pröhle, ist Mitte Oktober in der deutschen Hauptstadt akkreditiert worden. Er übergab Bundespräsident Johannes Rau in dessen Amtssitz in Schloss Bellevue in Berlin sein Beglaubigungsschreiben. Pröhle sprach kurz mit Rau und trug sich in das Goldene Buch des Schlosses ein. Mit seinen 36 Jahren ist Pröhle der zur Zeit wohl jüngste ausländische Botschafter in der deutschen Hauptstadt. Pröhle ist verheiratet mit Noémi Korány und hat einen erst wenige Monate alten Sohn.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit will Pröhle in der Intensivierung wirtschaftlicher Zusammenarbeit setzen, ohne natürlich die politischen Aufgaben zu vernachlässigen. Pröhle will vor allem mittelständische Unternehmen aus Deutschland für Ungarn gewinnen, das eine gute Infrastruktur und hohe Lebens- und Sozialkultur habe. Mehr über ihn und seine Arbeit in der nächsten Ausgabe der DUG-Korrespondenz.

npl/em


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Demszky führt die SZDSZ

Budapest. Der Budapester Oberbürgermeister Gábor Demszky ist auf der Delegiertenversammlung des liberalen Bundes Freier Demokraten (SZDSZ) Anfang Dezember zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er ist Nachfolger von Bálint Magyar, der sich nicht mehr zur Kandidatur stellte. Magyar hatte die Partei seit der Wahlniederlage vor zwei Jahren geleitet, doch kaum für einen Aufschwung bei den Wählern sorgen können. Mit Demszky hofft man eine starke und integrative Persönlichkeit an der Spitze der angeschlagenen Partei zu haben, die die Partei erfolgreich in die nächsten Wahlen führen kann.

Demszky sagte nach der Wahl, er beabsichtige nicht, schon vor dem ersten Wahlgang im Jahr 2002 irgendwelche Wahlabkommen zu schließen. Demszky sieht das realistische Ziel, 15 Prozent der Wählerstimmen erreichen zu können. 1998 hatte die Partei nicht einmal acht Prozent erreicht.

Neuer Pester Lloyd



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Vernetzung im Wissenschaftsbereich
Workshop Ungarisch-Deutsche Wissenschaftszusammenarbeit in Stuttgart

Stuttgart. Bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Ungarn geht es um die Vernetzung aller Bereiche der Wissenschaft. Dies erklärte Baden-Württembergs Staatsminister Christoph Palmer beim "Workshop Ungarisch-Deutsche Wissenschaftszusammenarbeit" am 12. Oktober 2000 in Stuttgart.

"Dafür braucht Ungarn die Möglichkeit, an der Forschungsinfrastruktur der Europäischen Union teiltzuhaben. Ein EU-Beitritt Ungarns wäre auch in diesem Zusammenhang wünschenswert", sagte Palmer. Er halte es für wichtig, "dass wir bei Zukunftsthemen wie Schlüsselprojekten der europäischen Forschung, Lebenswissenschaften, die Informationsgesellschaft und in den Bereichen Nachhaltigkeit, Wachstum, Umwelt und Energie intensiv zusammenarbeiten."

In der laut Palmer "außerordentlich fruchtbaren" bilateralen Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Bereich gehe es aber auch darum, die mittlerweile bestehenden etwa 30 Hochschulpartnerschaften weiter zu vertiefen. Voraussetzung für die weitere Vernetzung sei aber auch, dass der Erweiterungsprozess in der Europäischen Union vorankomme. Palmer: "Die EU-Osterweiterung ist ein politische, wirtschaftliche und kulturelle Notwendigkeit, zu der es keine Alternative gibt." Es sei notwendig, die mutige Reformpolitik der Beitrittskandidaten zur Bewältigung des Transformationsprozesses anzuerkennen und den Menschen eine realistische Perspektive zu geben.

Eine klare Absage erteilte der Staatsminister in diesem Zusammenhang Forderungen nach einem Referendum zur EU-Osterweiterung, wie sie etwa der zuständige Kommissar für die EU-Osterweiterung, Verheugen, erhoben hatte. "Dies ist in hohem Maße schädlich für den Prozess der Osterweiterung und kann eine Vertrauenskrise bei den Beitrittskandidaten auslösen".

Die baden-württembergische Landesregierung habe sich bereits Anfang 1999 in einem Memorandum zur Osterweiterung für zeitliche klare Perspektiven für die Beitrittskandidaten ausgesprochen. Palmer sagte, er halte es für richtig, eine Überprüfung des erreichten Standes in den Beitrittsländern nach Ratifikation der Ergebnisse der Regierungskonferenz, also Endes des Jahres 2002, durchzuführen. Dabei müsse das Prinzip der Differenzierung der Beitrittskandidaten beachtet werden. Jeder Beitrittskandidat sei an seinen individuellen Fortschritten zu messen.

Ein Vertragsabschluss mit Ungarn erscheine ihm dabei zum jetzigen Zeitpunkt als durchaus möglich. In Gesprächen auf höchster Ebene habe es sich für ihn bestätigt, "dass Ungarn von allen Beitrittsstaaten am weitesten fortgeschritten ist und die Risiken eines Beitritts beherrschbar sind".

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Das ungarische Golgatha

Szolnok. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Reutlingen/Szolnok hat sich das Reutlinger DUG-Mitglied Eberhard Hörz auf den Spuren des bedeutenden ungarischen Malers und Bildhauers Zoltán Borbereki-Kovács bewegt.

In diesen Tagen und Wochen der Besinnung und Einkehr geht uns dieses eindrucksvolle Werk "Das Ungarische Golgatha", das der Szolnoker Maler und Bildhauer Zoltán Borbereki-Kovács (1907 bis 1992) schon im Jahr 1941 für ein Grabdenkmal auf dem Frkasreti-Friedhof in Budapest geschaffen hatte, besonders nahe. Berbereki-Kovács wurde in Rónaskék (heute Costiui/Rumänien) am Fuße des Máramaros-Gebirges in den Karpaten geboren. Schon in seiner Kindheit - daheim und in der Schule - war Zoltáns zeichnerische Begabung besonders aufgefallen. Als Ungarn nach dem Vertrag von Trianon im Jahr 1920 Siebenbürgen an Rumänien abtreten musste, übersiedelten seine Eltern mit ihm nach Budapest, wo er auf der Kunstakademie zunächst die Malerei studierte, dann aber bald auf die Bildhauerei umsattelte. Danach lebte und wirkte er nahezu zwei Jahrzehnte in der Szolnoker Künstlerkolonie.

Schon auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1937 erhielt er für sein künstlerisches Schaffen große internationale Anerkennung. Als sein größtes Werk der Bildhauerei gilt aber heute noch das 1941 geschaffene Grabmal "Magyar Golgata" (das ungarische Golgatha). Hier hat sich der Künstler als Jünger unter dem Kreuz selbst "verewigt".

Selbstverständlich sind auch anderweitig heute noch in Szolnok die Spuren von Borberekis Schaffen öffentlich sichtbar, zum Beispiel die beiden lebensgroßen Skulpturen "Mädchen mit zwei Fischen" vor dem Theiß-Heilbad und in dem Freibad im Theiß-Wäldchen oder die Büste des in Szolnok geborenen Dichters Ferenc Ver-seghy im gleichnamigen Park an der Theiß. Weitere Werke besitzt das Damjanich-Komitatsmuseum in Szolnok.
Borbereki wanderte im Jahr 1947 nach Johannesburg in Südafrika aus. Dort verstarb er im Jahr 1992. Zeitlebens blieb für ihn Szolnok seine eigentliche Heimat. So hatte er testamentarisch festgelegt, dass er in Szolnok bestattet sein möchte. Für das dortige Urnengrab schuf der Szolnoker Bildhauer Gábor Benö Pogány im Jahr 1992 eine Relief-Gedenktafel, auf der er als Hauptmotiv das Werk "Das ungarische Golgatha" des Verstorbenen übernommen hat.

Eberhard Hörz


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Kirche vor Verfall gerettet

Reutlingen/Szolnok. Die Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Szolnok, der Reutlinger Partnerstadt in Ungarn kann sich wieder sehen lassen. Das vor allem dank der privaten Spendenaktion des früheren stellvertretenden Kulturamtsleiters von Reutlingen und Abteilungsleiters für "Internationale Kontakte und Partnerschaften", Eberhard Hörz, beim damaligen Schul-, Kultur- und Sportamt, und der evangelischen Kirchengemeinde im Reutlinger Stadtteil Ohmenhausen - wir berichteten bereits darüber.

Mit den insgesamt aufgebrachten 20.500 Mark war die Kirche saniert worden, deren Dach einzustürzen drohte und die sich auch ansonsten in schlechtem Zustand präsentierte. Heute ist sie wieder ein Schmuckstück, obwohl natürlich immer noch einiges zu tun ist.

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Neue DJO-Stipendien

Stuttgart. Zwanzig Schülerinnen und Schüler (acht aus Ungarn und zwölf aus Rumänien) haben mit Schuljahresbeginn auf Vermittlung der Vereinigung Deutsche Jugend in Europa (DJO) einen einjährigen Aufenthalt in Baden-Württemberg begonnen. Sie werden hier die Schule besuchen und damit vor allem ihre Deutschkenntnisse aufbessern.

Untergebracht sind sie in deutschen Gastfamilien. Dabei lernen sie den Alltag in einer deutschen Familie kennen. Die DJO organisiert Ausflüge und Museumsbesuche. Obligatorisch war zu Beginn der Besuch in der Villa Reitzenstein am 10. Oktober in Stuttgart, dem Sitz des baden-württembergischen Staatsministeriums.

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Hilfe für ungarische Bürgermeister

Freudenstadt. Um Kommunalpolitik und kommunalrechtliche Fragen ging es bei einem Seminar vom 16. bis 20. Oktober 2000 in Freudenstadt mit 20 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Ungarn. Veranstalter waren das baden-württembergische Innenministerium und die Fritz-Erler-Akademie, die das Seminar im Rahmen der internationalen Verwaltungshilfe schon zum sechsten Mal anboten. Im Vordergrund stand der praktische Erfahrungsaustausch. Es ging um interkommunale Zusammenarbeit bei der Wasserversorgung, Maßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung oder die Aufgaben von Landkreisen. Auch Besichtigungen in verschiedenen Gemeinden gehörten zum umfangreichen und abwechslungsreichen Programm.

imbw



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Zivile Gesellschaft und Macht
Gesellschaftliche Organisationen in Ungarn
standen 1998 in der Gunst der Wähler vorn

Stuttgart. Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus einem Vortrag, den Dr. Gábor Zongor, der Generalsekretär des Ungarischen Landesverbandes Kommunaler Selbstverwaltungen (TÖOSZ) beim Kolloquium "Führungsfunktionen und Bürgerbeteiligung in der kommunalen Selbstverwaltung in Ungarn und Baden-Württemberg", einer Veranstaltung der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg und der Ökonomischen Universität Budapest, gehalten hatte und der in der Zeitschrift "Die Gemeinde", dem Organ des Gemeindetages Baden-Württemberg abgedruckt wurde:

"...Seit dem Politikwechsel in Ungarn vor zehn Jahren haben sich Wissenschaft und Politik immer wieder die Frage gestellt, wie sich die Lage der Gesellschaft darstellt beziehungsweise welche Rolle die verschiedenen Organisationen im gesellschaftlichen Leben spielen. Ein Vergleich der Beispiele aus der Geschichte Ungarns mit der jetzigen Situation, die von der Zugehörigkeit zu Westeuropa ausgeht, führt zu dem Ergebnis, dass in einem demokratischen Rechtsstaat die Lebensbedingungen wesentlich davon abhängen, wie sich die Bürgerschaft im Gemeinschaftsleben einbringt, wie das Netz der sozialen Sicherung ausgebaut ist und wie die Demokratie auf Dauer gesichert werden kann.

Dabei kann die Bevölkerung im Rahmen der vorhandenen Strukturen und der örtlichen/überörtlichen Zuständigkeit an der Verbesserung der Lebensbedingungen mitwirken. Vermehrt ist jedoch festzustellen, dass Teile der Bürgerschaft dazu nicht bereit sind oder Gruppierungen die tägliche Politik mitgestalten und beeinflussen wollen, ohne dabei ein Recht oder ein Mandat zu haben, also institutionalisiert zu sein.

Nach der politischen Wende 1989/90 haben sich alle Überlegungen auf den Erwerb der politischen Verantwortung und auf die Übernahme von Verantwortung in gesellschaftlichen Gruppierungen konzentriert. In dieser Zeit stand die Gründung politischer Parteien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene mit dem Ziel im Vordergrund, Regierungsverantwortung zu erreichen. Dabei wurde versucht, örtliche politische Strukturen "von oben" aufzubauen bzw. mit juristischen Mitteln den Selbstverwaltungsbereich politisch oder parteipolitisch zu beeinflussen. Die Verfassungsänderung hat es ermöglicht, auch im Privatbereich Gruppierungen, Vereine und Verbände zu gründen. Dadurch wurde ermöglicht, dass sich neben den Selbstverwaltungskörperschaften weitere Organisationen etablieren, die aber nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Bei den Kommunalwahlen in den letzten Jahren sind in erster Linie in den Gemeinden, wo die Bürger mit der Arbeit des bisherigen Rates nicht zufrieden waren, neue Gruppierungen und Organisationen aufgetaucht. Als Bürgermeister oder Selbstverwaltungs-Körperschaftsmitglied wurden diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten gewählt, die es verstanden haben, alternative Gesichtspunkte und Handlungsstrategien einzubeziehen, die sich auf Aufgaben der örtlichen Gemeinde konzentriert haben. Die politischen Parteien haben - allerdings mit wenig Erfolg - versucht, diese alternativen Gruppierungen für ihre eigenen Zielsetzungen zu gewinnen.

In der Praxis der parlamentarischen Demokratie in Ungarn meinen die Parteien, insbesondere die parlamentarischen Parteien, dass es ausschließliches Recht der Parteien ist, über gesellschaftlich relevante Fragen zu entscheiden. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass parteistrategische Überlegungen möglicherweise über Art, Umfang und Notwendigkeit der Regelung stehen. Grundsätzlich gibt es jedoch eine Annäherung der gesellschaftlichen und der institutionellen Organe, wobei die Gefahr besteht, dass Mehrheiten Minderheiten dominieren. Nachdem die politischen Parteien ihre Legitimation aus dem Votum der Wähler ableiten, fühlen sie sich auch berechtigt, in allen Fragen die Lösung mitzubestimmen. Die Bestrebungen der politischen Parteien, trotz der Beschränkung in der Verfassung direkt Einfluss zu nehmen, stellt eine Gefahr für den Wählerwillen dar. Ebenso verhält es sich, wenn gesamtpolitische Interessen außer acht gelassen werden.

Die Regierungsarbeit sucht allenfalls bei Konflikten den Beistand gesellschaftlicher Organisationen, die ihren Standpunkt unterstützen. Obwohl bei normativen Änderungen der Anhörung des betroffenen Kreises verpflichtend vorgeschrieben ist, bestehen keine rechtlichen Möglichkeiten, dieser Vorschrift Geltung zu verschaffen. Ähnlich verhält es sich bei den vorgesehenen Rechtsregelungen für die Selbstverwaltungen.

Weil die gesellschaftlichen Organisationen in Ungarn keinen Durchbruch erreichen konnten, ist ihnen ein Beratungsrecht im Parlament eingeräumt worden. Von den im Jahr 1998 gewählten 386 Parlamentsabgeordneten vertritt nur der ehemalige Finanzminister der Antall-Regierung, Dr. Mihály Kupa, als Vorsitzender des Bundes der Kleinraum-Selbstverwaltungen eine gesellschaftliche Gruppierung als unabhängiger Abgeordneter.

Ich betrachte diese Parlamentsmitglieder aber nicht als unabhängige Abgeordnete, weil sie über die Liste in den Farben einer Partei ins Parlament gewählt wurden. Vielfach sind die Abgeordneten erst durch eine Entscheidung (meist einem Ausschluss) ihrer Partei "unabhängig" geworden. Sie gehören keiner Fraktion an und genießen die besondere Aufmerksamkeit der im Parlament vertretenen Parteien, die versuchen, diese "Einzelkämpfer" für ihre Parteiziele zu gewinnen/beeinflussen.

Auch die Selbstverwaltungssphäre ist dieser Gefahr zunehmend ausgesetzt. Das Streben nach Positionen in und die Parteipolitisierung der Selbstverwaltung ist seit dieser Wahlperiode parteiübergreifend besonders ausgeprägt. Deshalb wurde die Stellung der politischen Parteien in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern und seit 1994 auch in der Komitatsselbstverwaltung explizit festgelegt. Die Bemühungen der Parteien, in den kleinen Gemeinden Fuß zu fassen, waren nicht sehr erfolgreich. Dort hängen die Ergebnisse von der Zugkraft und Integrität des jeweiligen Kandidaten ab.

Nach den dritten ungarischen Parlamentswahlen und Gemeindewahlen müssen die etablierten Parteien feststellen, dass sich der schon früher abzeichnende Trend hin zu parteilosen, unanbängigen Kandidaten deutlich fortgesetzt hat. Die Unabhängigkeit oder Neutralität dieser Kandidaten ist aus meiner Sicht aber nur scheinbar, denn im eigentlichen Sinn vertreten auch diese Unabhängigen einen politischen Standpunkt. Obwohl sich also diese Parteilosen oder Unabhängigen nicht wesentlich von den etablierten Parteien unterscheiden, entspricht dies dem Willen und dem Zeitgeist des ungarischen Wählers.

Der Wert der individuellen Unabhängigkeit von einer Partei oder deren Programm wird auch mit den negativen Erfahrungen in der Vergangenheit begründet. Außerdem spielen in der multimedialen Welt Parteiführung und die Darstellung von Parteiprogramm und Parteipolitik eine wesentliche Rolle. Aus dieser Erfahrung heraus hat bei den Gemeindewahlen eine sehr deutliche Mehrheit aus dem Lager der Unabhängigen kandidiert.

...Als Ergebnis bei den Gemeinden bleibt festzuhalten, dass von 3.138 Bürgermeistern 2.709 oder 86,32 Prozent aus dem Lager der Unabhängigen oder Parteilosen kommen. Somit ist davon auszugehen, dass in kleinen Gemeinden Parteipolitik weder Teil der Selbstverwaltungsarbeit ist, noch eine große Rolle spielt.

Das Ergebnis der Kommunalwahlen 1998 hat deutlich untermauert, dass die gesellschaftlichen Organisationen einmal mehr in der Gunst der Wähler standen. Insbesondere in den Gemeinden, wo die gesellschaftlichen Organisationen auch den Bürgermeister stellen, wird versucht, bei den Wahlen "Gebietspolitik" in der Vordergrund zu stellen und damit zusätzliche Mandate zu erreichen.

Der Erfolg der gsesellschaftlichen Organisationen ist sicher auch ein warnender Hinweis an die politischen Parteien, das öffentliche Leben nicht ausschließlich aus dem parteipolitischen Leben heraus zu sehen und zu werten. Die Kontakte mit den Zivilorganisationen können für die politischen Parteien keine Kampagne-Aufgabe sein, vielmehr wird die Meinungsbildung dieser Interessenvertretungen durch die Zivilgesellschaft geprägt. Nachdem die gesellschaftlichen Organisationen in allen Selbstverwaltungskörperschaften vertreten sind, wird einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert ihnen der Wähler zumisst und welches Gewicht sie beim Entscheidungsfindungsprozess haben.

...Die Abwendung der Wähler von der parteigetragenen Politik ist ein überall feststellbares Phänomen und gleichzeitig als Verteidigungsreflex der Gesellschaft zu sehen. Das natürliche Bestreben der politischen Parteien ist es deshalb, ihre Einflussmöglichkeiten zu sichern, neue Mandate mit Strategien zu gewinnen und, wenn möglich, Unabhängige in ihre politischen Zielsetzungen mit einzubeziehen oder Allianzen/Koalitionen zu bilden.

Der gestiegene Organisationsgrad der gesellschaftlichen Organisationen und die damit verbundenen Erfolge bei den Wahlen im Komitat sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass im Interesse der Werte der Selbstverwaltung bei den Wahlen 2002 eine Partei mit dem Credo "ländliche Politik" auftreten sollte...

...Bis die Aufmerksamkeit die ungarische Bevölkerung im Hinblick auf Wirtschafts- und Lebensbedingungen erreicht, ist die Entwicklung der Unabhängigen und der Selbstverwaltungen hilfreich. Sie können autonome Selbstverwaltungen konstituieren, die einen Ausgleich zu der jeweiligen zentralen Macht schaffen können..."


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Schröder in Budapest

Budapest. Schützenhilfe für die ungarischen Sozialisten leistete der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Ende November bei seinem Besuch in Budapest. Der SPD-Politiker Schröder kam von der Balkan-Konferenz in der kroatischen Hauptstadt Zagreb und sprach in Budapest im Vorfeld des Parteitages der oppositionellen ungarischen Sozialisten MSZP mit seinem Parteifreund László Kovács, dem Vorsitzenden der MSZP. Auf dem Parteitag sprach Schröder als Gastredner über die Frage, wie alte sozialistische Prinzipien auf die heutige Zeit anzuwenden seien. Dazu gehörten Chancengleichheit und Prinzipien der Teilhabe sowie die Solidarität der Sozialdemokraten.

Schröder plädierte für die Weiterentwicklung des europäischen Sozialstaats, man müsse jedoch zwischen Machbarem und Wünschenswertem unterscheiden. Schröder sprach bei seinem kurzen Besuch in Budapest auch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Um was es dabei allerdings ging, wurde nicht bekannt. Auf dem Parteitag der MSZP wurde übrigens Kovács mit großer Mehrheit wieder zum Vorsitzenden gewählt. Der wieder nach Ungarn zurückgekehrte letzte ungarische Ministerpräsident vor der Wende, der maßgeblich die Wende eingeleitet hatte, Miklós Németh, hatte sich noch zurückgehalten. Németh ist für eine grundlegende Erneuerung der Partei und damit auch für eine Ablösung der Führungsspitze mit Kovács. Doch auf diesem Parteitag erfolgte sein Großangriff noch nicht. Németh, der neun Jahre lang bis 2000 Vizepräsident der Europäischen Entwicklungsbank war, fehlt es noch an einer starken Hausmacht innerhalb der Partei. Allerdings stellte sich bei dem Parteitag die Frage, ob Németh nach dieser langen politischen Abstinenz in Ungarn überhaupt noch einmal den Anschluss finden wird.

npl


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Ungar gewinnt in Weimar

Weimar. Péter Tóth, 17-jähriger Ungar, hat in der thüringischen Landeshauptstadt den Weimarer Internationalen Pianistenwettbewerb gewonnen. Er erhielt von der Jury die höchste Punktzahl und den 2. Platz. Der erste Platz wurde wie bereits im vergangenen Jahr nicht vergeben.

npl


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Orbán fordert Ungarns EU-Beitritt

München. Der ungarische Ministerprä-sident Viktor Orbán hat bei einem Besuch in Deutschland energisch den baldigen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union eingefordert. Auf dem CSU-Parteitag in München erklärte er, es gehe nicht nur um die Aufnahme in die EU, sondern er wünsche, dass es zur politischen Wieder-vereinigung Europas mit Ungarn komme. Die 50-jährige Abwesenheit Ungarns sei nicht auf eine politische Entscheidung der Ungarn zurückzuführen gewesen, sondern die traurige Folge einer neuen Weltordnung gewesen. Er verglich die Situation mit der vor der Öffnung des Brandenburger Tores bei der Wiedervereinigung. So lange das Tor von Europa nach Ungarn verschlossen bleibe, so lange bleibe die europäische Frage offen.

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Karlsruher Umweltforum

Karlsruhe. Die Bestandsaufnahme und ein Erfahrungsaustausch nach zehn Jahren Umweltpolitik in Mittel- und Osteuropa beim Umweltforum in Karlsruhe Mitte Oktober 2000 bot die Gelegenheit zu einem Ausblick auf die EU-Osterweiterung. Wie Baden-Württembergs Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller auf dem Umweltforum "10 Jahre Umweltpolitik in Mittel- und Osteuropa" der Internationalen Akademie für nachhaltige Entwicklungen und Technologien an der Universität Karlsruhe deutlich machte, gelte für die zehn EU-Kandidaten aus diesem Raum auch beim Umweltschutz, dass sie die Umweltstandards der EU bereits zum Zeitpunkt ihres Beitritts vollständig übernommen haben sollten. Übergangsfristen nach dem Beitritt müssten die Ausnahme sein.

Der Minister begrüßte die Strategie der EU-Kommission, durch Beitrittspartnerschaften zwischen EU-Mitgliedern und Kandidatenländern effektive Verwaltungsstrukturen aufzubauen. "Baden-Württemberg hat bereits ein gemeinsames Projekt mit Ungarn gestartet. IKARUs - Intergrierende Konzeption zur Abwasserentsorgung und -reinigung Ungarns - hat zum Ziel, eine landesweite, abwassertechnische Konzeption zu erarbeiten und die Umsetzung in der Praxis zu unterstützen.

Müller machte deutlich, dass die Hindernisse im Umweltbereich größer sind als bisher angenommen. So komme die Umsetzung von EG-Umweltrecht in die nationalen Vorschriften der Kandidatenländer nur langsam voran. Zudem seien die Länder Mittel- und Osteuropas bei Beitrittspartnerschaften eher zurückhaltend.

Insbesondere die Sicherheit der Kernkraftwerke müsse Gegenstand der Beitrittsverhandlungen sein. "Ich habe Verständnis dafür, dass für die Beitrittsländer der erhoffte Wirtschaftsaufschwung und die Verbesserung des Lebensstandards Vorrang haben. Wir müssen allerdings darauf bestehen, dass die Osterweiterung das in der EU erreichte Umweltschutzniveau nicht gefährdet", so Müller.

umbw


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Nationalitätengymnasium feiert

Budapest. Zehn Jahre ist es her, dass sich der Nationalitätenzweig aus dem Kossuth-Lajos-Gymnasium im XX. Stadtbezirk der ungarischen Hauptstadt losgelöst hat und unter der Direktion von Dr. Stefan Schäffer im selben Teil von Pestszenterzsébet seinen eigenen Weg eingeschlagen hat. Schulträger war und ist nach wie vor der Magistrat von Budapest. Die Schule wurde in den vergangenen Jahren auch von der deutschen Bundesregierung und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen sowie der Hauptstädtischen Deutschen Selbstverwaltung gefördert.

Die Schule ist inzwischen zum einem der bekanntesten Gymnasien geworden. Das Gymnasium trägt landesweit zur Pflege der ungarndeutschen Kultur bei. Eingeschult wird aus dem ganzen Land. Es gibt ein modernes Wohnheim, in dem die Schülerinnen und Schüler untergebracht werden können. Im Oktober, zum zehnjährigen Bestehen der Schule, konnte nun auch eine Mehrzwecksporthalle übergeben werden. Bauherr war die Stadt Budapest.

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Tandem-Sprachprojekt Reutlingen-Szolnok
Neuartiges Angebot der VHS Reutlingen in Verbindung mit der TIT Szolnok

Reutlingen/Szolnok. Ein neuartiges Sprachenprojekt haben die Volkshochschule Reutlingen und ihre Partnerinstitution in der Reutlinger Partnerstadt Szolnok, die TIT (Tudományos Ismeretterjesztó Társaság) auf die Beine gestellt. Bei vielen städtepartnerschaftlichen Begegnungen ist das Sprachenproblem aufgetaucht. Beide Institutionen haben nun beschlossen, ein so genanntes Tandem-Sprachprojekt anzubieten, mit dem effektives und vor allem Spaß bereitendes Sprachenlernen ermöglicht werden soll. Der erste derartige Kurs soll für Ungarisch-Lernende in Reutlingen und Deutsch-Lernende in Szolnok vom 6. bis 13. April 2001 veranstaltet werden.

Was ist Tandem-Sprachunterricht? Dabei handelt es sich um eine moderne und äußerst effektive Unterrichtsform für Teilnehmer zweier Muttersprachen - in diesem Fall Deutsch und Ungarisch, die in Zweiergruppen (Tandems) aufgeteilt sind. Die Tandem-Gruppen bekommen in beiden Sprachen Aufgaben gestellt, bearbeiten diese abwechselnd in den beiden Sprachen und präsentieren die Ergebnisse dann auch in beiden Sprachen im Plenum. Eine gängige Aufgabenstellung ist die Entwicklung von Dialogen zu einer vorgegebenen Situation, die vor dem Plenum szenisch dargestellt werden sollen.

Je nachdem, in welcher Sprache eine Aufgabe bearbeitet wird, schlüpfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dieser Lernform abwechselnd in die Rolle des Lernenden und des Lehrers. Sprechhemmungen und -ängste werden auf diese Weise abgebaut, die gemeinsame Bearbeitung der Aufgaben bringt die Lernenden einander näher, fördert den Teamgeist und macht obendrein durch den spielerischen Umgang mit der Sprache auch noch großen Spaß.

Die Effizienz dieser speziellen Methode liegt auch darin, dass die Tandem-Gäste bei Familien untergebracht sind, von denen ein Mitglied die Sprache des Gastes lernt und als Tandem-Partner/in fungiert. Der Kontakt zum Tandem-Partner setzt sich also außerhalb des Sprachunterrichts in persönlicher, familiärer Atmosphäre fort und ermöglicht, seinen, beziehungsweise ihren Kultur- und Lebensraum zu erfahren.

Wie läuft der deutsch-ungarische Tandem-Sprachkurs ab? Die ungarischen Gäste (Deutsch-Lernende) aus Szolnok sind in Reutlinger Gastfamilien untergebracht, in denen ein Mitglied Ungarisch spricht oder gelernt hat. Diese Person ist Tandem-Partner des ungarischen Gastes und wird mit ihm den Sprachkurs an der Volkshochschule Reutlingen besuchen. Die ungarischen Gäste werden in den Familien in Halbpension verpflegt.

Kost und Logis sind kostenneutral, sofern der deutsche Gastgebende/Tandem-Partner im Juni 2001 am Tandem-Sprachkurs in Szolnok teilnimmt und dort möglichst von seinem ungarischen Gast untergebracht und verpflegt wird. Wenn der deutsche Gastgebende nicht am Tandem-Sprachkurs in Szolnok teilnehmen kann, bekommt er im Nachhinein von der VHS Reutlingen eine Aufwandsentschädigung.

Der deutsch-ungarische Sprachunterricht findet täglich von 18 bis 20 Uhr statt. In dieer Zeit werden die Tandem-Gruppen von der Ungarisch-Lehrkraft Terezia Sári (Kursleiterin an der VHS) sowie von der Deutsch-Lehrkraft Èva Andrási (Kursleiterin an der TIT in Szolnok) betreut und üben gemeinsam beide Sprachen. Obwohl Niveauunterschiede beim Lernen im Tandem keine Rolle spielen, sollten die Teilnehmenden zumindest über Grundkenntnisse in der Fremdsprache verfügen.

Die ungarische Gastgruppe trifft sich jeden Vormittag von neun bis zwölf Uhr zum Deutsch-Unterricht mit Éva Andrási. Das Mittagessen wird von der VHS organisiert. Am Nachmittag nimmt die ungarische Gastgruppe an einem Kulturprogramm teil, das die VHS in Absprache mit dem TIT organisiert. An diesem Programm können sich auch die Reutlinger Gastgebenden beteiligen.

Nach dem Sprachunterricht am Abend von 18 bis 20 Uhr verbringen die Tandem-Partner den Rest des Abends gemeinsam und sollten dabei die Gelegenheit nutzen, erlernte Sprachkenntnisse in ungezwungener Atmosphäre anzuwenden. Die Teilnahme am abendlichen Tandem-Sprachunterricht kostet die deutschen Ungarisch-Lernenden 65 Mark. Beim Gegenbesuch in Szolnok (9. bis 16. Juni 2001) ist der Tandem-Sprachkurs analog aufgebaut. Der Sprachaufenthalt in Szolnok kostet etwa 500 Mark zuzüglich Fahrtkosten.

Interessenten wenden sich bitte an die Volkshochschule Reutlingen GmbH
Susanne Fuchs
Spendhausstraße 6
72764 Reutlingen
Tel: 07121-336135, Fax: 07121-336222
E-Mail: sfuchs@vhsrt.de


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Malev-Chef des Amtes enthoben

Budapest. Der Generaldirektor der staatlichen ungarischen Luftfahrtgesellschaft Malev, Ferenc Kovács, ist Ende Oktober des Amtes enthoben worden. Kovács stand seit Oktrober des Vorjahres an der Spitze der Luftfahrtgesellschaft. Er soll sich dem Vernehmen nach standhaft geweigert haben, den von der Staatlichen Privatisierungsagentur APV geforderten drastischen Personalabbau einzuleiten. Die APV ist formal der Eigentümer der Malev. Sie bereitet derzeit die Privatisierung des Unternehmens vor.

jr


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Ungarisch-Intensiv-Kurs

Debrecen. Drei junge Frauen aus dem Stuttgarter Raum nahmen Ende Juli/Anfang August in der ostungarischen Großstadt Debrecen an einem Ungarisch-Intensiv-Sprachkurs teil. Normalerweise lernen sie Ungarisch in den Räumen des Ungarischen Kulturinstituts in Stuttgart - einmal die Woche. Dadurch erhielten sie alle die Gelegenheit zu einem Stipendium für Debrecen, das sie selbstverständlich auch wahrnehmen wollten. Nach einem zweitägigen Aufenthalt in der ungarischen Hauptstadt mit Nachtschwimmen im Gellért-Bad und natürlich dem Besuch der Zitadelle ging's weiter nach Debrecen. Dort wohnten sie im Studentenwohnheim. Im Stipendium inbegriffen waren nicht nur Kost und Logis sowie Unterricht und Unterrichtsmaterialien, sondern auch eine Fahrkarte für die Straßenbahn während der Dauer des Aufenthaltes, Karten für Besuche kultureller Veranstaltungen der Universität und diverse Ausflüge sowie ein kleines Taschengeld.

Der Unterricht begann morgens um 8.30 Uhr bis zur Mittagspause um 12.15 Uhr, mit zwei kleinen Päuschen dazwischen, den "szünet" - das erste wichtige ungarische Wort, das sie dort erlernten. Von 15.30 Uhr bis 18 Uhr war nochmals Unterricht. Morgens lernten sie Grammatik, nachmittags machten sie passende Übungen dazu.

Nach dem Abendessen gab es immer ein abwechslungsreiches Programm: Kino auf Ungarisch, ungarische Volkslieder singen, Csárdas-Tanz erlernen, Philharmoniker-Konzert, Jazz-Band, Disco, Fußballturnier und vieles mehr. Langweilig ist es ihnen dabei nie geworden. Über das ganze Jahr verteilt werden an der Lajos-Kossuth-Universität Ungarisch-Kurse angeboten. Im Sommer vier Wochen Normalkurs (sechs Stunden Unterricht täglich außer Samstag und Sonntag, im Oktober Zwei-Wochen-Kurs und im Mai der Zwei-Wochen-Superintensivkurs mit zehn Unterrichtsstunden täglich, auch am Samstag.

Morgens im Unterricht lernen sie beispielsweise, wie man sein Essen im Restaurant bestellt und abends beim Ausgehen versucht man gleich das Gelernte umzusetzen. Da es niemand perfekt kann, traut man sich auch. Die Einwohner von Debrencen wissen, dass im Sommer vier Wochen lang etwa 600 Menschen unterschiedlichster Nationalität (Deutschland, Östereich, Tschechien, Japan, Skandinavien, USA, Frankreich, England und andere) in ihre Stadt kommen, um Ungarisch zu lernen. Sie bringen viel Geduld für sie auf, so die drei Teilnehmerinnen aus dem Stuttgarter Raum. Sie freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn wieder Stipendien im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart verteilt werden.

sowepa


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Sachsen ebnet Weg

Budapest. Zwischen dem Freistaat Sachsen und Ungarn hat sich eine seit 1993 enge Zusammenarbeit herausgebildet. Nicht nur, dass sächsische Polizisten im Sommer während der touristischen Hochsaison am Balaton die örtliche Polizei unterstützen, sondern weit darüber hinaus. Es ist vor allem auch das Ergebnis des Sächsisch-Ungarischen Kooperationsforums. Es geht um wirtschaftliche, politische und sozialpolitische Zusammenarbeit, es geht um Lernen und Helfen. Sachsen will die Ungarn damit auch auch auf ihrem Weg in die Europäische Union unterstützen. Dazu gehört der Aufbau einer effizienten Verwaltung in Ungarn, Wissenstransfer, Expertenaustausch und um Erfahrungen mit der Bekämpfung insbesondere von Langzeitarbeitslosigkeit.

em


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Ungarisches Geld aus 1000 Jahren

Stuttgart. "Ungarisches Geld aus 1000 Jahren" war in einer Ausstellung im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart zu sehen. Staatssekretär Michael Sieber vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart hatte die Ausstellung am 23. Oktober, dem Jahrestag des Volksaufstandes in Ungarn, eröffnet. "Die Präsentation stellt einen weiteren farbigen Stein im Mosaik der vielfältigen Veranstaltungen in Baden-Württemberg zum Magyar Millennium 2000 dar", sagte er in Stuttgart.

Anknüpfend an eine Präsentation von Münzen, die mit großem Erfolg vor einigen Jahren im Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart gezeigt wurde, war diese Ausstellung in enger Zusammenarbeit zwischen dem Hauptstaatsarchiv und dem Nationalmuseum in Budapest entstanden. Gezeigt wurde eine großzügige Auswahl numismatischer Kostbarkeiten.

Rund 400 Gold-, Silber- und Kupfermünzen sowie 160 Banknoten führten auf anschauliche Weise in die Entwicklung der Münzprägung und in die Geld- und Wirtschaftsgeschichte Ungarns ein. Der Bogen spannte sich vom silbernen Denar (Pfennig) und dem Obulus (Halbpfennig) über den Taler, den Dukaten, die Korona und schließlich über den Pengö zum heutigen Forint.

mwfk


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Ungarnbild der Deutschen

Tübingen. Das Ungarnbild der deutschen Historiografie hatte die Tagung vom 9. bis 11. November 2000 an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen zum Thema. Welche Fragestellungen und Meinungen sind während der Jahrhunderte in der deutschen Geschichtsschreibung entstanden, die sich mit Ungarn beschäftigten? Welche Interessen gibt es heute in Deutschland an der Ungarnforschung. Wo werden zur Zeit Ungarnforschungen betrieben? Die Referenten, darunter Dr. Márta Fata (Universität Tübingen), Dr. Holger Fischer (Zentrum für Hungarologie am Finnisch-Ugrischen Seminar der Universität Hamburg), Dr. István Soós ( Historisches Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Budapest), Martin Zückert (Universität Freiburg), Dr. Zsolt K. Lengyel (Ungarisches Institut München), Johannes Berger (Universität Tübingen), Dr. Gerhard Seewann vom Südost-Institut München. Die Fachleute mussten feststellen, dass ungarische Forscher verblüffend wenig von den Arbeiten der deutschen Kollegen und auch umgekehrt zur Kenntnis nehmen. Es sei allerhöchste Zeit, Möglichkeiten der engeren Kooperation zu suchen.

Neue Zeitung


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Adenauer-Stiftung feiert

Budapest. Die Außenstelle der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ungarn feierte Anfang Oktober ihr zehnjähriges Bestehen. In Anwesenheit des früheren Stiftungsvor-sitzenden Bernhard Vogel (CDU), Mi-nisterpräsident von Thüringen, wurden die Verdienste der Stiftung beim Transformationsprozess in Ungarn gewürdigt. Die beiden wichtigsten Kooperationspartner der Stiftung in Ungarn sind die der MDF nahestehende Stiftung Haza és Haladás und die Barankovics-Stiftung, die bis 1996 mit der einstigen Christlich-Demokratischen Volkspartei Kontakte hatte. Unter den Partnern befinden sich aber auch verschiedene Hochschul- und Forschungseinrichtungen. In diesen zehn Jahren wurden 2.682 Projekte mit 115.000 Teilnehmern durchgeführt.

Neue Zeitung


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Karlsruher Bücherschau

Karlsruhe. Über 1000 Titel aus und über Ungarn, darunter die beiden im DUG-Verlag erschienen Bücher, sind auf der Karlsruher Bücherschau vom 10. November bis 3. Dezember gezeigt worden. Sie bildeten eine "eindrucksvolle Bibliothek über das Gastland und vermitteln wohl mehr als nur einen Eindruck von der ungarischen Literatur", so Dr. h.c. Volker Schwarz, der Vorsitzende des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen in Baden-Württemberg. Die Ungarn sind leidenschaftliche Leser und werden in Europa nur von zwei skandinavischen Ländern in der Lesefreudigkeit übertroffen. Jährlich erscheinen allein in Ungarn etwa 10 000 Titel pro Jahr, die Zahl der verkauften Exemplare beläuft sich auf etwa 50 Millionen. Allerdings hat sich das Buch in Ungarn in den vergangenen zehn Jahren zum Luxusgut entwickelt. Die Preise für belletristische Werke haben sich verachtfacht, für Fach- und Wissenschaftsliteratur muss das Zehnfache hingeblättert werden.

Die DUG veranstaltete im Rahmen der Bücherschau einen Petöfi-Abend, an dem Jeanette Dannenhaus und Maria Konthur Gedichte von Sándor Petöfi aus dem DUG-Band "Der deutsche Petöfi - 61 Gedichte" rezitierten.

Buchpräsentation und Begleitprogramm der Karlsruher Bücherschau sollten Impulse für beide Seiten, Ungarn wie Deutsche, geben, gegenseitiges Interesse wecken und neue Begegnungen herbeiführen, so der Botschafter der Republik Ungarn in Deutschland, Gergely Pröhle. "Im Millenniumsjahr wollen wir die geistig-kulturellen Werte, die dieses kleine mitteleuropäische Volk in den 1000 Jahren hervorgebracht hat, für uns Ungarn, aber auch für Europa, bewusst machen."

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Hilfe für Kinder

Budapest. In den vergangenen Wochen hatte sich die deutschsprachige ungarische Wochenzeitung "Der neue Pester Lloyd" an einer ungarnweiten Aktion zur Hilfe für Kinder von Familien beteiligt, die unter dem Existenzminimum leben. Die Summe der von der Stiftung "Essensversorgung für Kinder" gesammelten Geld- und Lebensmittelspenden lag bei weit über sechs Millionen Forint. Das war für die 141 Kindergartenkinder und Grundschüler der ostungarischen Gemeinde Györgytarló eine gewaltige Hilfe. Der Neue Pester Lloyd hatte mit den einer Zeitung zur Verfügung stehenden Mitteln einen Beitrag zu der Aktion erbracht und zur "Aktion Pausenbrot" aufgerufen.

Die Stiftung "Essensversorgung für Kinder" hilft schon seit 1994 mit solchen und ähnlichen Aktionen bedürftigen Kindern und hat seitdem rund 300 Millionen Forint sammeln können. Dabei ließ man sich bei der Stiftung, die von der Rechtsanwältin Ezster Fekete gegründet wurde, von dem Grundsatz leiten, dass es sich mit knurrendem Magen schlecht lernen lässt, wenn die Eltern ihre Kinder überhaupt noch in die Schule lassen.

Das Dorf Györgytarló liegt im Theiß-Überschwemmungsgebiet und hat nach Aussage des Bürgermeisters daher bisher keine Chance gehabt, Industrie anzusiedeln. Öffentliche Gelder haben es zwar ermöglicht, im Ort eine recht gute Infrastruktur zu schaffen, aber Arbeit gibt es trotzdem nicht. In Györgtarló gibt es eine Apfelplantage und einige Schafe, verfallene Stallungen und Maschinenstationen. Früher lebten die Menschen dort von Rinderzucht, doch rechnet sich diese nicht mehr. Die Äpfel wiederum sind nicht gefragt oder nur zu schlechten Preisen zu verkaufen.

Die gerührten Gesichter vieler Mütter bei der Spendenübergabe jedoch zeigten, dass ihnen diese in der ziemlich hoffnungslosen Lage wieder Hoffnung gab. Der Neue Pester Lloyd bedankte sich bei der engagierten Leserschaft mit den Worten, die ein kleines Mädchen rezitierte: "Wenn ich etwas Gutes getan habe, ist in meinem Herzen Feiertag."

Neuer Pester Lloyd


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Berlintage in Budapest

Budapest/Berlin. "Fenster auf Berlin" und "Berlin grüßt Budapest" - im Rahmen dieser Programmreihe stellte sich Berlin, seit 1991 Partnerstadt von Budapest, im Oktober in der ungarischen Hauptstadt mit zahlreichen Veranstaltungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur vor. Auch der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) kam nach Budapest. Er traf sich dort nicht nur mit dem Oberbürgermeister von Budapest, Gábor Demszky (SZDSZ), sondern auch mit Vertretern der ungarischen Regierung. Diepgen und Demszky erinnerten daran, dass in den 70er, 80er Jahren Westberlin für damalige Oppositionelle als Insel der Freiheit galt. Im freien Teil Berlins lebten und arbeiteten der Bildhauer István Haraszti, der Komponist György Kurtág und der Schriftsteller György Konrád. Die Bürgermeister vereinbarten, die zehnjährige Partnerschaft im Jahr 2001 mit einem umfangreichen Programm zu feiern.

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Der berühmte Vogelhelm von Ciumesti
Thraker und Kelten beidseits der Karpaten - Sonderausstellung im Keltenmuseum Hochdorf

Von Jürgen Rahmig

Eberdingen-Hochdorf. Eine Sternstunde der keltischen Archäologie in Siebenbürgen schlug 1961 mit der Entdeckung des Fürstengrabes von Ciumesti/Schamagosch. Als Bauern dort Pfostenlöcher für einen neuen Rinderstall aushoben, stießen sie mit Schaufel und Spitzhacke auf ein keltisches Fürstengrab. Darin fand sich ein eiserner Helm mit einem großen bronzenen Vogel obendrauf - ein wichtiger Leitfund für die Archäologen. Der Helm belegte schriftliche Überlieferungen. Danach erzeugten die Helme der keltischen Krieger mit den beweglichen Vogelschwingen auf Helmen wie diesem beim Reiten ein eigenartiges Geräusch.

"Ich bin glücklich, es freut mich, dass dieser Helm hier ist", sagt der Leiter des Keltenmuseums Hochdorf/Enz, Tiberius Bader, mit sichtlichem Stolz. Bei den Verhandlungen in Rumänien, als es um die einzelnen Stücke für die geplante Sonderausstellung "Thraker und Kelten beidseits der Karpaten" ging, da stand für Bader eines ganz fest: "Der Helm muss her, ohne ihn geht es nicht." Er bekam den Helm und sonst praktisch alles, was er auf seiner detaillierten Liste stehen hatte; denn Bader wusste genau, was er suchte, hatte er doch selbst einige Stücke ausgegraben. Allein in Culciu Mare (Nagykolcs) war er über 18 Jahre hinweg bei Ausgrabungen tätig.
Nur wegen des Vogelhelmes kommen Leute nach Hochdorf ins Museum, weiß er zu erzählen. Ein Student aus Tübingen wollte den berühmten Vogel endlich in natura sehen, der ihm in so vielen Büchern abgebildet schon begegnet war.

Die neue, außergewöhnliche Sonderausstellung im Keltenmuseum ist der thrakischen und keltischen Zivilisation im heutigen Rumänien diesseits und jenseits des Karpatenbogens gewidmet. Im großen Raum zwischen dem Balkan-Gebirge, den Karpaten und dem Dnjestr entstand im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. eine einheitliche thrakische Zivilisation. In der Ausstellung wird die hervorragende Gold- und Schmiedekunst durch die Beigaben aus den Fürstengräbern von Agighiol, Poiana und Peretu eindrucksvoll bestätigt. Mit der Kelteninvasion im 3. Jahrhundert v. Chr. begann der Untergang der thrakischen Zivilisation und die massive Ansiedlung von Kelten in Siebenbürgen. Ihre Hinterlassenschaft ist insbesondere durch die großen Gräberfelder von Apahida, Fantanele, Ciumesti und Piscolt bekannt. Das Gräberfeld von Piscolt ist mit 185 Gräbern das wissenschaftlich wichtigste in Siebenbürgen.

Von Bedeutung und oftmals auch spektakulär sind die Hortfunde, in denen Waffen, Schmuckstücke, Gerätschaften und andere Gegenstände gefunden werden. Außerordentlich wichtig sind die Goldschatzfunde von Persinari, Scosu Mare, Hinova oder auch Rdeni. Bei ihrer Entdeckung soielen Zufälle oft eine große Rolle. In Hinova in der Kleinen Walachei beispielsweise hat der Museumsdirektor von Turnu Severin 1980 bei der Untersuchung der Mauer eines römischen Kastells nur 20 Zentimeter von der Mauer des Kastells entfernt ein Gefäß mit Tausenden von Goldstücken entdeckt. Hätten die römischen Soldaten rund 1900 Jahre vorher beim Ausheben des Fundaments nur wenige Zentimeter daneben gegraben, dann wäre ihnen der Goldschatz in die Hände gefallen.

Bader kennt eine Vielzahl von Anekdoten und Begebenheiten über die Fundstücke und die Umstände ihrer Entdeckung und Restaurierung. Bader selbst stammt aus Siebenbürgen und gehört nach wie vor zu den bedeutendsten Archäologen Rumäniens. Er hatte das Land allerdings Mitte der 80er Jahre verlassen, während des deutschen Exodus. Im Westen, gerade auch in Deutschland, war er zuvor in seiner Eigenschaft als Direktor des Museums von Szatmar oft gewesen.

Noch einmal zurück zur Entdeckung des Vogelhelmes. Für 25 rumänische Lei wurde einem der Bauern der Fund abgekauft. Bader selbst war damals als blutjunger Archäologe dabei und meinte zunächst, die Funde könnten wegen ihres ausgezeichneten Erhaltungszustandes eigentlich nur aus dem Mittelalter stammen, erzählt er heute lachend. Damit hatte er daneben gelegen. Sein erfahrener Kollege Radu Vulpe, "der alte Fuchs", stufte sie ziemlich schnell als keltisch ein. Bader selbst hat sich später von einem anderen Bauern weitere Stücke aus dem Grab zeigen lassen, die dieser zunächst auf dem Dachboden versteckt hatte. Er konnte diesen schließlich überreden, sie herauszugeben.

So kamen Teile des Fundes nach Szatmar, andere nach Baia Mare und der Vogelhelm nach Bukarest. Im Keltenmuseum von Hochdorf sind die Fundstücke aus dem Fürstengrab von Ciumesti zum ersten Mal alle zusammen zu sehen: der Vogelhelm, ein Panzerhemd, zwei bronzene Beinschienen, eine Lanzenspitze, eine Fibel, ein Gürtel, eine Urne und eine Tasse.

Die Sonderausstellung ist klein, dafür aber umso feiner. Tiberius Bader setzt auf Klasse statt Masse, auf eindrucksvolle und kennzeichnende Stücke. Warum soll er hundert Schwerter zeigen, wenn es eines oder zwei beispielhaft für die anderen auch tun? Die begrenzten Räumlichkeiten in Hochdorf können insofern auch ein Vorteil sein.

Leider, so räumt Bader ein, stand in Rumänien die wissenschaftliche Untersuchung der keltischen Zivilisation in Siebenbürgen trotz der Bemühungen einiger Archäologen, zu denen auch er selbst zählte, im Schatten der Erforschung der heimischen dakischen Kultur, die im politischen Sinne instrumentalisiert wurde, um den historischen Anspruch Rumäniens auf den Karpatenraum zu untermauern.

Die Daker waren es schließlich, die die politische und die wirtschaftliche Macht in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. durch die Eroberungen Burebistas, des Gründers des ersten geto-dakischen Königreiches, übernahmen. Zug um Zug verschwanden damit auch in Siebenbürgen die keltischen Siedlungen und Gräberfelder.

Die Ausstellung ist noch bis 29. April 2001 zu sehen. Das Hochdorfer Keltenmuseum ist von Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Montags ist geschlossen.


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Ungarn und Deutschland - Symposion in Tübingen

Tübingen. Deutsch-ungarische Beziehungen im 19./20. Jahrhundert. Symposion an der Eberhard Karls Universität Tübingen am 1./2. Februar 2001.

Donnerstag, 1. Februar 2001:
Begrüßung durch Prof. Dr. Eberhard Schaich, Rektor der Eberhard Karls Universität Tübingen, durch Prof. Dr.Dr.h.c. Horst Förster, Leiter des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und durch Prof. Dr. Anton Schindling, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen.

Die Grußworte hält Dr. Christian O. Steger, DUG-Vorsitzender, den Eröffnungsvortrag Prof. Dr. Károly Manherz, Dekan der Philologischen Fakultät und Direktor des Germanischen Instituts der Universität Budapest.

Freitag, 2. Februar 2001:
Referate: Ungarn in der Habsburgermonarchie 1848-1918, Dr. Agnes Deák, Universität Szeged;
Ungarn und die deutsche Einheit im 19. Jahrhundert, Prof. Dr. István Diószegi, Eötvöt Loránd Universität Budapest;
Deutsche Einwanderer in Ungarn - Ungarische Arbeitnehmer in Deutschland, Dr. Márta Fata, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde;
Deutsch-ungarische Beziehungen in den Geisteswissenschaften am Anfang des 20. Jahrhunderts, PD Dr. Anna Wessely, Eötvös-Loránd Universität.
Leitung: Prof. Dr. Edgar Hösch, Leiter des Südost-Instituts München.

Die deutsch-ungarischen Beziehungen zwischen den Weltkriegen, Dr. Gerhard Seewann, Südost-Institut; Entwürfe und Gegenentwürfe: Ungarn-Bilder in der deutschen Kunst in der Zwischenkriegszeit, Dr. Horst Fassel, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde; Wendepunkte der deutsch-ungarischen politischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg, PD Dr. Attila Pók, Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften Budapest; Deutsch-deutsch-ungarische Wissenschaftsbeziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg, Dr. Holger Fischer, Institut für Finnougristik, Universität Hamburg;
Leitung: Ministerialrat a.D. Treufried Grau, Freundeskreis des Ungarischen Kulturinstituts.

Veranstaltungsort:
Eberhard Karls Universität Tübingen
Sitzungssaal "Großer Senat" in der Neuen Aula
Wilhelmstraße 7
72074 Tübingen.


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1000 Jahre ungarische Geschichte
Symposion mit namhaften Historikern in Heidelberg - Am 1./2. Februar 2001 auch in Tübingen

Heidelberg/Tübingen. "Uns, die lang das Unglück schlug, Schenke wieder Freuden." - 1000 Jahre Geschichte Ungarns. Das ist der Titel des historischen Symposions, das vom Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart, dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg am 3./4. November 2000 an der Universität Heidelberg veranstaltet wurde. 1000 Jahre Geschichte Ungarns bedeuten 1000 Jahre wechselvolles Schicksal. Der Symposionstitel "Uns, die lang das Unglück schlug, Schenke wieder Freuden." ist ein Zitat aus der ungarischen Nationalhymne von 1823. Es ist Ausdruck einer Zeit der enttäuschten politischen Hoffnungen in Ungarn und steht für die schwierige Suche nach selbstbestimmter Identität eines Landes, das von seiner heterogenen Bevölkerung und seiner Lage zwischen dominanten Großmächten geprägt wurde.

Die Geschichte Ungarns "zwischen Halbmond und Habsburg", zwischen Sozialismus und euroatlantischer Integration ist in Deutschland bisher nur wenig bekannt. Das Symposion "1000 Jahre Geschichte Ungarns" in Heidelberg vermittelte jenen, die sich in ungarisch-deutschen Kooperationen engagieren, sowie einem breiten Publikum einen fundierten Überblick über die Entwicklung Ungarns. Die Eröffnung des Symposions in der "Alten Aula" bot die Gelegenheit, wichtige Vertreter des aktuellen deutsch-ungarischen Dialogs kennenzulernen. Am Samstag sprachen in der "Heuscheuer" renommierte ungarische und deutsche Historiker über Themen, wie das ungarische Königtum im Mittelalter, die Entstehung des ungarischen Nationalstaates, die politisch brisante Epoche der beiden Weltkriege und den "Systemwechsel" am Ende des 20. Jahrhunderts. Ein reger Austausch mit dem Publikum war erwünscht.

Das Symposion zur Geschichte Ungarns in Heidelberg bildete den Auftakt zur Symposionsreihe "Ungarn und Deutschland - eine besondere Beziehung seit 1000 Jahren", die das Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart und das Haus der Geschichte Baden-Württemberg anlässlich des "Magyar Millennium 2000 in Baden-Württemberg" durchführen. Die Veranstalter möchten damit auf die vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Ungarn und den deutschsprachigen Ländern aufmerksam machen. Die Vortragsreihe wird fortgesetzt mit einem Symposium zu den deutsch-ungarischen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert am 1./2. Februar 2001 an der Universität Tübingen und mit einer Abschlusstagung zum Thema "Das Ungarnbild in Deutschland - das Deutschlandbild in Ungarn" am 17./18. Mai 2001 in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. Unterstützt wird die Reihe von Kultur- und Wissenschaftsbehörden Ungarns und des Landes Baden-Württemberg, mit dem Ziel den Dialog zwischen Ungarn und Südwestdeutschland zu fördern.


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Bücher des DUG-Verlages

Prof. János Gulya: Der deutsche Petöfi - 61 Gedichte. 19.80 DM.
Stuttgart 1999. ISBN 3-9806-483-1-1

Jürgen Rahmig: Ungarns Rückkehr nach Europa - Vom Gulaschkommunismus zu Marktwirtschaft und Demokratie. 25 DM.
Stuttgart 1998. ISBN 3-9806-483-0-3

(siehe auch unsere Seite Publikationen der DUG)

Zu bestellen beim DUG-Verlag, Hauptstraße 42, 70839 Gerlingen. Telefax 07156/205 345, jeweils zuzügl. Versandkosten.






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DUG-Nachrichten

Mitgliederversammlung der DUG am 15. März 2001, 18 Uhr

Am 15. März 2001, dem ungarischen Nationalfeiertag, findet um 18 Uhr die Mitgliederversammlung der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der BRD e.V. im Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart, Haußmannstraße 22, statt. Die Versammlung ist nicht öffentlich.

Um 19.30 Uhr wird uns unser DUG-Mitglied Prof. Dr. Deszö Varju aus Tübingen über die spektakulären Sinne der Tiere Interesantes und Überraschendes erzählen. Der Vortrag "Mit den Ohren sehen und den Beinen hören - Die spektakulären Sinne der Tiere" ist gleichzeitig auch der Titel seines Buches, das er über seine Forschungen veröffentlicht hat. Der Vortrag findet im großen Vortragssaal des Kulturinstitutes statt. Dazu wie zum anschließenden Empfang sind alle Interessierten eingeladen.

Nun noch ein paar Erläuterungen zur Thematik des Vortrages, mit dem er uns anhand einiger ausgewählter Beispiele einen anschaulichen Einblick in Welten geben wird, die uns zunächst sehr fremdartig erscheinen. Tiere vermögen Dinge, die für uns ohne Hilfsmittel kaum möglich sind: Nahrung finden in völliger Dunkelheit, Reisen über viele Tausende Kilometer und einiges mehr. Das Orientierungsvermögen der Tiere, die bewundernswerte Leistungsfähigkeit ihrer Sinne zählen zweifelsohne zum Erstaunlichsten, was die Natur hervorgebracht hat.

Prof. Dr. Varju hatte bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Biokybernetik an der Universität Tübingen inne.


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Termine/Veranstaltungen

20. Januar 2001: Internationaler Landesschwabenball des Deutschen Kulturvereins im Hotel Hilton in Budapest. Einlass ist um 18 Uhr. Auskunft und Kartenbestellung beim Deutschen Kulturverein: 1065 Budapest VI., Nagymezö u. 49. II.3. PF. 617 (Dr. Wendelin Hambuch, Vorsitzender). Telefon: 00361 269 1711. Fax: 00361 269 1713.

27. Januar und 3. Februar 2001: Internationaler Schwabenball in allen drei Sälen des Thermalbades auf der Margaretheninsel in Budapest. Einlass ist um 18 Uhr. Auskunft und Kartenbestellung bei Frau Szilágyi Hoffmann Erzsébet, Budapest, Rákosliget, XIII. Utca 32 H-1172.

1./2. Februar 2001: 2. Symposium zum Thema "Deutsch-ungarische Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert" an der Universität Tübingen. Eine Veranstaltung des Kulturinstituts der Republik Ungarn und des Hauses des Geschichte Baden-Württemberg mit dem Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen.

24. Februar 2001: Backnanger Schwabenball im Backnanger Bürgerhaus.

15. März 2001, 18 Uhr: Mitgliederversammlung der DUG im Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart, Haußmannstr. 22. Die Versammlung selbst ist nichtöffentlich. Anschließend um 19.30 Uhr wird DUG-Mitglied Prof. Dr. Dezsö Varju im großen Saal des Kulturinstitutes zum Thema "Mit den Ohren sehen und den Beinen hören - die spektakulären Sinne der Tiere" einen Vortrag halten. Anschließend Empfang. Zu Vortrag und Empfang sind alle herzlich eingeladen.

22. September 2001: Bácsalmáser Heimattreffen und Kirchweihfest im Backnanger Bürgerhaus.

(Für die Richtigkeit der uns zugelieferten Angaben übernimmt die DUG keine Verantwortung)


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Kulturinstitut der Republik Ungarn in Stuttgart:

Interessierte können das Programm des Kulturinstituts direkt beim Kulturinstitut anfordern. Anschrift: Ungarisches Kulturinstitut, Haussmannstraße 22, 70188 Stuttgart. Tel.: 0711 - 16 48 70

Bibliothek, Videoausleihe und Zeitschriftenlesesaal
Im Institut steht Ihnen eine Bibliothek mit ausgewählter Literatur aus und über Ungarn und eine umfangreiche Videothek von ungarischen Filmen zur Verfügung. Die Zahl unserer Bücher vermehrt sich allmählich. Unser neuer Bibliothekar, Dezso Szabó, ist Ihnen bei der Literatursuche gerne behilflich. Im Lesesaal oder im Café können Sie die wichtigsten Tageszeitungen und Zeitschriften lesen.

Café
Im neuen Café im ersten Stock erwarten wir unsere Gäste eine Stunde vor Beginn der Veranstaltungen.

Sprachkurse
Wenn Sie durch die Sprache unsere Kultur besser kennenlernen wollen, bietet das Institut Anfängern und Fortgeschrittenen, die Ungarisch lernen wollen, einen maßgeschneiderten Sprachunterricht. Infoabend über die neuen Kurse am 8. Januar 2001, 18-19 Uhr. Weitere Infos: im Sekretariat des Kulturinstituts, Tel.: 0711/164870

Jugendklub
Der Jugendklub veranstaltet im Institut thematische Abende und Treffen mit jungen Leuten. Herzlich Willkommen sind alle, die sich für die ungarische Kultur und ein angenehmes Beisammensein interessieren. Weitere Infos: beim Klubleiter Péter Tamás, Tel.: 0711/2572054

Öffnungszeiten
Kulturinstitut, Ausstellungssaal, Bibliothek und Lesesaal: Montag-Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag 10-14 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung Café: eine Stunde vor Veranstaltungbeginn

(Programmänderungen vorbehalten. Wenn Ort der Veranstaltung nicht angegeben, findet sie im Kulturinstitut statt.)

Sonstiges:

Ungarische Schüler und Schülerinnen suchen wegen Sprachübung Partner. Sinn der Kontakte sind gegenseitige Besuche (Austausch). Das Ungarische Kulturinstitut in Stuttgart vermittelt gerne!

(Für die Richtigkeit der uns zugelieferten Angaben übernimmt die DUG keine Verantwortung)












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Service/Anschriften

Namen und Anschriften des DUG-Vorstandes:

Dr. Christian O. Steger
Panoramastraße 33
70174 Stuttgart
Tel.: 0711 225 72 30
Fax: 0711 225 72 47

Thomas Bleicher
Postfach 100 123
70826 Gerlingen
Tel.: 07156 43 08 0
Fax: 07156 43 08 40

Doris Frank
Blumenstraße 34
70839 Gerlingen
Tel.: 07156 43 23 65

Erika Hambel
Uhlandstraße 46
71134 Aidlingen
Tel. und Fax: 07034 80 28

Jürgen Rahmig
Sperberweg 21
72829 Engstingen
Tel. und Fax: 07129 75 60

Albrecht Sellner
Reiflestr. 1
70829 Gerlingen
Tel.: 07156 488 11

DUG-Geschäftsstelle
Hauptstraße 42 (Rathaus)
70839 Gerlingen
Tel.: 07156 205 325
Fax: 07156 205 345
(die Geschäftstelle ist mittwochs von 16 bis 19 Uhr besetzt)

e-mail: 07113650207-0001@t-online.de

Hinweise für den Veranstaltungsteil, Termine, Beiträge und Material für die DUG-Korrespondenz bitte an die DUG-Geschäftsstelle oder an: Jürgen Rahmig, Sperberweg 21, 72829 Engstingen. Tel/Fax: 07129/7560

Weitere wichtige Anschriften:

Kulturinstitut der Republik Ungarn
Haußmannstr. 22,
70188 Stuttgart
Tel.: 0711 1648 70
Fax: 0711 1648 710

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Budapest
Stefánia út 101-103
H-1440 Budapest XIV
Tel.: 0036 1 467 35 00
Fax.: 0036 1 467 35 05

Botschaft der Republik Ungarn in Deutschland:
Unter den Linden 76,
10117 Berlin
Tel.: 030 220 25 61
Fax.: 030 229 22 57 oder

Außenstelle Bonn
53175 Bonn
Turmstraße 30,
Tel.: 02 28 37 10 23
Fax: 02 28 37 10 25

Generalkonsulat der Republik Ungarn
Haußmannstraße 22
70188 Stuttgart
Tel.: 0711 238 93 20
Fax: 0711 238 93 22

Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg
Panoramastraße 13
70174 Stuttgart
Tel.: O711 669 51 26
Fax.: 0711 669 51 49
e-mail: dsk@hdhbw.bwl.de
Internet: www.gemeindetag-bw.de/dsks/dsks.htm

Institut für Auslandsbeziehungen
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Postanschrift: Postfach 102463
70020 Stuttgart
Tel.: 0711 22 25 0
Fax.: 0711 226 43 46
e-mail: info@ifa.de
Internet: www.ifa.de

Europahaus Baden-Württemberg
Nadlerstraße 4, 70173 Stuttgart
Tel.: 0711 23 62 37 6
Fax.: 0711 23 493 68
e-mail: europa.bw@t-online.de
Internet: www.europa-zentrum.de

Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg
Schlossstraße 92, 70176 Stuttgart
Tel.: 0711 669 51 0
Fax: 0711 669 51 49

Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde
Mohlstraße 18,72074 Tübingen
Tel.: 07071 200 25 0
Fax.: 07071 200 25 35
e-mail: fassel@idgl..oe.uni-tuebingen.de
Internet: www.uni-tuebingen.de/donauschw.institut

Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn
Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Schlossstraße 92, 70176 Stuttgart
Tel: 0711 61 23 68 und 07051 34 27
Fax.: 0711 669 51 49

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Júlia u. 9, 1026 Budapest II
Postanschrift: Postfach 348, 1537 Budapest
Tel.: 0036-1 / 212 91 51, -91 52
Fax.: 0036-1 / 212 91 53

DJO Deutsche Jugend in Europa
Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Schlossstraße 92, 70176 Stuttgart
Tel.: 0711 62 51 38
Fax.: 0711 62 51 68
e-mail: mailto:zentrale@djobw.de
Internet: www.djobw.de

Kulturverein Nikolaus Lenau e.V.
Munkácsy út 8, H-7621 Pécs
Tel.: 0036-72 / 332 515, -212 177
Fax: 0036-72 / 332 515, -212 177
e-mail: lenauhaus@mail.datanet.hu
Internet: www.pecs.hu/pecs/nemet/lenau.html

Goethe Institut Budapest
Andrássy út 24, H-1061 Budapest
Tel.: 0036-1 / 374 40 70
Fax: 0036-1 / 374 40 80
e-mail: goethe@goethe.hu
Internet: www.goethe.de/ms/bud

Südosteuropa-Gesellschaft
Widenmayerstraße 49, 80538 München
Tel.: 089 212 15 40
Fax: 089 228 94 69
e-mail: suedosteuropa-gesellschaft@t-online.de
Internet: suedosteuropa_ges.com

Südost-Institut
Güllstraße 7, 80336 München
Tel.: 089 74 61 33 0
Fax: 089 74 61 33 33
e-mail: u9511bo@mail.lrz-muenchen.de

Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer
Lövöház utca 30, H-1024 Budapest
Tel.: 0036-1 / 345 76 00
Fax: 0036-1 / 315 06 38
e-mail: ahkung@ahkungarn.hu
Internet: www.huihk.hu

Deutsch-Ungarische Juristenvereinigung e.V.
Neue Mainzer Straße 75, 60311 Frankfurt/Main
Tel.: 069 92 05 90
Fax: 069 92 059 133
e-mail: marc-tell_madl@hhp.de

Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde
Schloss Horneck
74831 Gundelsheim/Neckar
Tel.: 062 69 421 00
Fax: 062 69 42 10 10
e-mail: institut@sb-gun1.bib-bw.de
Internet: http://www.genealogienetz.de/vereine/DAGV/mgl65.html#internet



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